Kleiner aber bedeutsamer Standort: Bezirkskrankenhaus feierte 25-jähriges Jubiläum im Kreuzherrnsaal

BKH Memmingen: Kompetenzzentrum für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in der Region wird 25

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Festredner Alexander Huber, Extrembergsteiger, Buchautor und Filmemacher.

Memmingen - Das Bezirkskrankenhaus (BKH) Memmingen ist das Kompetenzzentrum für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in der Region Memmingen – Unterallgäu. Nun feierte das BKH sein 25-jähriges Jubiläum. Festredner zum Thema „Am Limit“ war der Extremkletterer, Buchautor und Filmemacher Alexander Huber. Musikalisch umrahmt wurde die Feier durch die Blues-Band „Blueball“.

Thomas Düll, Vorstandsvorsitzender der Bezirkskliniken Schwaben.

„Ich freue mich über die große Zahl an Gästen und Ehrengästen, die heute mit uns feiern“, so der Vorstandsvorsitzende der Bezirkskliniken Schwaben, Thomas Düll, in seiner umfangreichen Begrüßung. Das BKH Memmingen war eine der ersten psychiatrischen Kliniken überhaupt, die in ein Allgemeinkrankenhaus integriert wurden. Seit seiner Gründung 1994 arbeite die Einrichtung mit dem Memminger Klinikum gut und intensiv zusammen. „Anfänglich herrschte vielfach noch die irrige Meinung vor, man müsse psychiatrische Fachkliniken auf der grünen Wiese möglichst weit vor den Toren der Stadt bauen, damit die „Verrückten samt ihrer Anstalt“ möglichst weit von der Wohnbebauung entfernt sind“, sagte Düll. 

Heute sei unumstritten, dass Menschen mit seelischen Erkrankungen ihren Platz genauso in der Mitte der Gesellschaft hätten. 25 Jahre später stehe fest: Das Modell, 1994 von einigen Skeptikern noch als Wagnis und Risiko bezeichnet, funktioniert. Das BKH Memmingen gehöre mit seinen beiden vollstationären Stationen mit 40 Betten sowie einer Tagesklinik mit zwölf Plätzen nicht zu den größten Standorten, weshalb die Klinik schon seit Jahren oft überbelegt sei. Etwa 4.400 Patienten*innen werden pro Jahr hier behandelt. „Es ist deshalb kein Geheimnis, dass wir dringend eine dritte Station brauchen und dass dieser Bedarf inzwischen auch offiziell vom Krankenhausplanungsausschuss anerkannt worden ist“, so Düll. Zielgröße am hiesigen BKH seien 60 stationäre Betten. „Wir hoffen deshalb, dass der Ausbau des Klinikums – sei es durch Sanierung oder durch Neubau – zügig vorangetrieben wird und wir die Realisierung einer dritten Station baldmöglichst verwirklichen können“, so der Vorstandsvorsitzende. 

Allerdings sehe er nach stabilen Jahren weitere Gefahren am Horizont. Unter dem Deckmantel „Patientensicherheit“, „Qualität“ und „verbesserte Personalausstattung“ erwarte man mit der neuen, vom Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) beschlossenen Richtlinie für eine Personalbemessung in Psychiatrie und Psychosomatik eine Entwicklung, die die Errungenschaften nach der Psychiatrie-Enquete zugrunde richte. Seines Erachtens könnten insbesondere die kleinen, dezentralisierten Einrichtungen wie hier in Memmingen betroffen sein. (Hinweis d. Red.: Der GBA bestimmt als oberstes Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung von Ärzten, Zahnärzten, Psychotherapeuten, Krankenhäusern und Krankenkassen in Form von Richtlinien den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für mehr als 70 Millionen Versicherte. Er legt damit fest, welche Leistungen der medizinischen Versorgung von der GKV erstattet werden). Außerdem seien in diesem Zusammenhang auch die ambulanten Aktivitäten in der Psychiatrischen Institutsambulanz (PIA) massiv beeinträchtigt. Wenn hier nicht umgedacht werde, werde eine Entwicklung eingeleitet, die „uns weit zurückwirft und die niemand will“, konstatierte Düll. 

Nach Grußworten von Oberbürgermeister Manfred Schilder und Professor Dr. Albrecht Pfeiffer sprach Alexander Huber über seine vielfältigen Erfahrungen als Extremsportler. „Ich habe schon einmal eine massive Angststörung erfahren“, so Huber. „Es macht absolut Sinn in dieser Situation professionelle Hilfe zu haben“. In so einem Fall müsse man nicht den Berg bezwingen, sondern die eigene Einstellung. „Ich habe mich für die Leidenschaft, die höchsten Berge zu besteigen, entschieden und versucht, mit meiner Kraft die Grenzen zu überwinden.“ „Das Wichtigste ist die Begegnung mit den Patienten“, konstatierten zum Schluss BKH-Pflegedirektor Bernhard Schuster und der ärztliche Direktor am BKH, Dr. Andreas Küthmann. (jw)

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