„Hoffen auf die Sehnsucht nach Kultur“

Memmingen: Landestheater Schwaben startet Programm ab Ostersamstag

Landestheater Schwaben in Memmingen bei Regen.
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Ab Ostersamstag soll das diesjährige Programm im Landestheater mit Hygienekonzept starten. Im Großen Saal können dann bis zu 120 Besucher dabei sein.

Memmingen - Auf der jüngsten Präsenzsitzung des Zweckverbandes LTS konnte Intendantin Dr. Kathrin Mädler die frohe Botschaft verkünden: Ab Samstag, 3. April, beginnt das LTS die Aufführungen des für dieses Jahr geplanten Programms.

Insgesamt fünf Premieren und ein weiteres Stück aus dem vergangenen Herbst „sind in der Pipeline“, so die Intendantin und können unter Beachtung des genehmigten Hygienekonzeptes aufgeführt werden. Dieses sieht vor, dass im großen Saal etwa 100 bis 120 Besucher und auf der Studiobühne 30 Besucher dabei sein können. Kathrin Mädler hofft, „dass die Sehnsucht nach Kultur groß genug ist“, dass die genehmigten Kapazitäten genutzt werden werden können. Sie begrüßte die Lockerungen, wies jedoch auch auf die Zwiespältigkeit hin, die damit verbunden ist. Die Koppelung der Öffnung an die jeweils aktuelle Entwicklung der Inzidenzwerte bedeute jedoch eine große Unsicherheit für die Planung des Tagesgeschäftes von Woche zu Woche.

Gleichwohl war bei den Mitgliedern des Zweckverbandes LTS, den Vertretern der beteiligten Gebietskörperschaften aus ganz Schwaben, die Freude groß, dass wenigstens diese Art von Kultur wieder möglich ist. Wenn die Öffnung wie absehbar bestehen bleibt, können so auch alle Abonnenten mit Gutscheinen bedient und auch die Gastspiele in den Gemeinden durchgeführt werden.

Neue Reihe „Junges Theater“ beschlossen

Darüber hinaus wurde in der Sitzung auch formal korrekt die Reihe „Junges Theater“ beschlossen. Der Zweckverband hatte bereits Ende 2020 in einer Online-Sitzung den Beschluss gefasst, später stellte sich jedoch heraus, dass solche Beschlüsse nur in Anwesenheit der Mitglieder gefasst werden können. Diese Beschlussfassung wurde nun auch mit breiter Mehrheit bei einer Gegenstimme vollzogen. Die Gegenstimme kam vom Unterallgäuer Landrat Alex Eder. Er findet, dass der Beschluss zum Jungen Theater „ein starkes Signal“ sei, der Zeitpunkt sei jedoch nicht gut gewählt, um zusätzliche Verpflichtungen für die Zukunft in Stein zu meißeln.

Hintergrund seiner Bedenken sind die finanziellen Belastungen für die Mitgliedskörperschaften aus den zusätzlichen Kosten für das achtköpfige zusätzliche Ensemble und die absehbaren Sachkosten. Der Vorsitzende des Zweckverbandes, Memmingens Oberbürgermeister Manfred Schilder, wies darauf hin, dass der Landkreis Unterallgäu in diesem Finanzierungsplan nur mit aktuell 1.085 Euro bis hin zu knapp 7.000 Euro im Jahr 2024 belastet werde. Intendantin Mädler betonte, dass Kultur auch einen hohen Verfassungsrang habe. Das Preisgeld des Theaterpreises des Bundes, den das Landestheater Schwaben 2019 erhalten hat - immerhin 75.000 Euro - stelle den finanziellen Grundstock dar. Auch künftig werde versucht über Preisgelder einen eigenen Finanzierungsbeitrag zu leisten. Auch für das laufende Jahr sei das LTS mit seiner Produktion „Ein deutsches Mädchen“ bereits zum Festival des jungen Theaters „Südwind“ eingeladen worden.

Neue Sparte soll jüngere Zielgruppen fürs Theater begeistern

Die Gründung der neuen Sparte „Junges Theater“ sei auch mittel- und langfristig sinnvoll, so Vize-Intendant und Oberspielleiter Peter Kesten, da der Bedarf an Theaterangeboten für Kinder und Jugendliche ständig ansteige. Mit der neuen Reihe sei auch der Grundstein für die Zukunftssicherung des Landestheaters gelegt, da hier auch neue, jüngere Zielgruppen als künftige Theaterbesucher angesprochen werden.

Die Entscheidung für die neue Sparte soll die Bindung an das junge Publikum der Region intensivieren und partizipative Angebote ermöglichen. Es wird ein Repertoire für alle Altersstufen geben, ein ausgebautes theaterpädagogisches Begleitprogramm unter der Leitung von Theaterpädagogin Claudia Hoyer sowie ein Fortbildungsprogramm für Lehrer und Erzieher. Mit anderen Jugendkulturinstitutionen im Regierungsbezirk ist eine Vernetzung und Kooperation angestrebt.

Tom Otto

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