Rodelhang muss auf städtischem Grund bleiben

Memmingen: Wettbewerb für Baugebiet Allgäuer Straße

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An diesem Hang westlich der Allgäuer Straße sollen 136 neue Wohnungen entstehen.

Memmingen – Das geplante Baugebiet an der Allgäuer Straße war das wichtigste Thema in der jüngsten Sitzung des Bausenats. Um das Gebiet effektiv zu umplanen, lobt die Stadt nun einen städtebaulichen Realisierungswettbewerb aus.

Der II. Senat hatte dem ursprünglich vom Stadtplanungsamt erarbeiteten Konzept nicht zugestimmt – und so werden für die 136 Wohnungen auf dem 4,7 Hektar großen Hanggelände zwischen der Allgäuer Straße und dem Dickenreiser Weg jetzt maximal 20 Planungsbüros ihre Vorschläge ausarbeiten, wobei ihnen gewisse Vorgaben auferlegt werden. Baureferatsleiter Fabian Damm stellte diese von der Verwaltung ausgearbeiteten Rahmenbedingungen den Senatsmitgliedern vor. Entlang der Allgäuer Straße, im unteren Bereich des Hangs, ist ein Mischgebiet mit Kleingewerbe, im sonstigen Plangebiet reine Wohnbebauung vorgesehen. Weiter sollen eine Kindertagesstätte und ein 3.500 Quadratmeter großer Spielplatz eingeplant werden. An welcher Stelle diese liegen sollen, steht den Planern frei. Das ist besonders interessant, weil die Stadt den Spielplatz ursprünglich am Hang neben den Wohnhäusern geplant hatte.

Stadtrat Herbert Müller (SPD) schlug indessen seinerzeit vor, den Spielplatz in den kleinen Bannwald östlich des Dickenreiser Weges zu verlegen, um mehr Platz für Wohnraum zu gewinnen. Dieser Bannwald sei allerdings geschützt und von daher ein barrierefreier Spielplatz dort nicht möglich, gab Oberbürgermeister Manfred Schilder zu bedenken. Stadträtin Verena Gotzes (SPD), zuständig für Barrierefreiheit, gab dazu an, damit könne man leben.

Eine weitere Vorgabe bezieht sich auf die Anzahl der Wohnungen. 136 Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen sollen auf der 15.000 Quadratmeter großen Bruttobaufläche entstehen. Die Aufteilung besteht aus 61 Zwei-Zimmer-Wohnungen bis zu einer Wohnfläche von 65 Quadratmetern, 41 Drei-Zimmer-Wohnungen bis 80 Quadratmeter und 34 Vier-Zimmer-Wohnungen bis 95 Quadratmeter. Auch der soziale Wohnungsbau muss laut Verwaltung berücksichtigt werden: Ein Drittel der Wohnungen müssen Sozialwohnungen sein.

Der Anschluss an den Straßenverkehr erfolgt größtenteils von der Allgäuer Straße, nur ein kleiner Teil des Areals soll vom Dickenreiser Weg zugänglich sein. Weiter ist an der Allgäuer Straße eine Bushaltestelle vorgesehen. Bezüglich des viel diskutierten Schlittenberges will die Stadtverwaltung im südlichen Teil des Baugebietes einen Streifen freihalten, um das Schlittenfahren weiterhin zu ermöglichen. Genau diesen Teil möchte die SPD/FDP-Fraktion aber ebenfalls bebauen. Einen Schlittenberg habe man laut Meinung der Genossen auch weiter südlich, hinter dem schmalen Baumgarten in Richtung Autobahn. Damm wiederum ist der Meinung, dass im nördlichen Teil durch den Schattenwurf des Gartens der Schnee länger liegen bleibe und Oberbürgermeister Manfred Schilder gab zu bedenken, dass der Hang weiter südlich nicht der Stadt gehöre und man nicht wisse, ob der Besitzer dieses Grundes das Schlittenfahren nicht irgendwann durch einen Zaun verhindere.

Stadtrat Fabian Nieder (SPD) stellte die Frage, wie viele Wohnungen auf dem Streifen des Schlittenhanges denn gebaut werden können. Das könne man nur grob schätzen, so Damm, der von etwa 40 Wohnungen ausgeht. Memmingens Zweite Bürgermeisterin Margareta Böckh (CSU) ergänzte zu diesem Thema: „Der Rodelhang muss auf städtischem Grund eingeplant werden, damit sichergestellt ist, dass er auch erhalten bleibt.“ Ein Vorschlag von Professor Dr. Josef Schwarz (CSU) zielt auch auf diese Frage ab und wurde in den Senatsbeschluss mit aufgenommen. Er schlägt vor, dass die Bewerber bei ihren Entwürfen den Schlittenhang bereits jetzt mit überplanen, ohne dass der Hang tatsächlich sofort bebaut wird. Schwarz denkt dabei an einen zweiten Bauabschnitt in der nahen Zukunft.
Von Elmar Würth

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