Stadtrat beschließt ÖPNV-Harmonisierungskonzept umzusetzen

Memmingen: Stadtbuskonzept nimmt Formen an

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Der Zentrale Omnibus Bahnhof (ZOB) in der Bahnhofstraße ist der Hauptknotenpunkt beim Stadtbuskonzept.

Memmingen – Den Individualverkehr in der Stadt zu reduzieren, ist das erklärte Ziel aller Fraktionen im Stadtrat und deshalb wurde im Mai vergangenen Jahres ein Stadtbuskonzept erstellt. Das Berliner Planungsbüro für Verkehr PBV hat auf dieser Grundlage ein Harmonisierungskonzept erarbeitet und dem Stadtrat in jüngster Sitzung vorgestellt.

Ausgemachtes Ziel ist es, einen 30-Minuten-Takt an Wochentagen und einen 60-Minuten-Takt an den Wochenenden in alle Stadtteile zu realisieren. Dem Planungsbüro ist es dabei gelungen, den Regionalverkehr in das Stadtbuskonzept zu integrieren, um Ressourcen und Kosten einzusparen. Der Vorschlag der Verkehrsplaner sieht zehn Achsen vor, die alle am Zentralen Omnibus Bahnhof enden. Ausgangspunkte sind dabei Steinheim, Eisenburg, Kalkerfeld, Memmingerberg, Oberried, Allgäuer Straße, Dickenreishausen, Ferthofen, Berliner Freiheit und Buxach. Eine Erweiterung der Achse in Memmingerberg bis zum Airport ist von einer Zusage der Kostenbeteiligung durch den Landkreis Unterallgäu abhängig.

Die Verkehrsplaner kommen zu dem Ergebnis, dass man bei konsequenter Umsetzung für die Stadtverkehrsleistungen nur sieben Busse benötigen würde, fünf weniger als in der ursprünglichen Planung. Im Regionalverkehr dagegen wären keine zusätzlichen Fahrzeuge erforderlich. Aufgrund des zu erwartenden Fahrgastaufkommens sowie teilweiser schmaler Straßen wird der Einsatz von Kleinbussen besonders auf der Achse Dickenreishausen empfohlen. Beispielhaft sei von der Größenordnung der Mercedes-Benz Sprinter City mit einer Kapazität von 38 Fahrgästen, niedrigem Einstieg, Rollstuhlplatz/Mehrzweckbereich geeignet.

Die Mehrleistungen bei den Bussen bezeichnen die Planer mit jährlich insgesamt 325.251 Kilometern. Die Gesamtfahrplankilometer für die reinen Stadtverkehrslinien betragen insgesamt 454.030 Kilometerim Jahr, was 253.517 Kilometer mehr als bisher bedeutet. Die Leistungen im Regionalverkehr erhöhen sich gegenüber heute im Stadtgebiet Memmingen um 46.465 Kilometer/Jahr sowie im Landkreis Unterallgäu um 25.269 Kilometer/Jahr.

Infrastruktur kostet Geld

Eine große Frage war natürlich, welche zusätzlichen Kosten auf die Stadt zukommen. Hier konnten die Verkehrsplaner erfreulicherweise Entwarnung geben. Der jährliche Zuschussbedarf der Stadt für die Leistungen im Stadtgebiet Memmingen wird auf 1,2 bis 1,5 Millionen Euro geschätzt und liegt damit eine Million Euro unter dem Zuschussbetrag der ursprünglichen Planung. Für Anfang August ist nun ein Gespräch mit der Regierung von Schwaben und mit dem Verkehrsverbund Mittelschwaben über die rechtlichen Rahmenbedingungen geplant. Dabei geht es unter anderem auch um neu zu errichtende Haltestellen.

Oberbürgermeister Manfred Schilder bezeichnete das Konzept als wichtigen Schritt und auch Stadträtin Heike Eßmann (ÖDP) meinte, das Ergebnis könne sich sehen lassen. SPD/FDP-Fraktionschef Matthias Ressler forderte für die Bushaltestellen ein Informationssystem, damit man sehen könne, wann welcher Bus kommt und regte auch eine bessere Aufenthaltsqualität bei den Bushaltestellen an. Wenigstens eine Sitzgelegenheit sollte überall vorhanden sein.

Seine Fraktionskollegin Verena Gotzes ergänzte, dass sowohl bei Bussen, als auch bei den Haltestellen auf jeden Fall die gesetzliche Vorgabe der Barrierefreiheit erfüllt werden müsse. Stadtrat Stefan Gutermann (CSU) äußerte, die finanziellen Mittel seien da und plädierte für einen Fahrplanwechsel Ende diesen Jahres. Dem widersprach Stadtkämmerer Jürgen Hindemit vehement. Er habe nie gesagt, dass die zusätzlichen Mittel ohne Probleme in den Haushalt eingebaut werden können. (ew)

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