Stadtrat beschließt „Interessenbekundung“

Memmingen will wieder eine Landesgartenschau

Blühender Garten mit Haus im Hintergrund
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Viele werden sich noch an die erfolgreiche Landesgartenschau im Jahr 2000 in Memmingen erinnern (unser Archivfoto). Jetzt hat die Stadt ihr Interesse bekundet, erneut eine LGS auszurichten.

Memmingen - Nachdem die Stadt Memmingen im Jahr 2000 eine sehr erfolgreiche Landesgartenschau (LGS) durchgeführt hat, schlug die Verwaltung vor, sich erneut um eine entsprechende Ausrichtung zu bemühen. Ende Juni läuft die Frist für die Bewerbungsphase zur Durchführung der Bayerischen Landesgartenschauen in den Jahren 2028 bis 2032 ab.

Der Stadtpark Neue Welt, der damals für die Landesgartenschau hergerichtet wurde, profitiere auch nach zwei Jahrzehnten noch immer von dieser LGS im Jahr 2000 erheblich. Die Stadtverwaltung hat daher in Gesprächen mit der Bayerischen Landesgartenschau GmbH geprüft, ob nicht eine erneute Bewerbung Sinn mache und die Stadt eventuell ähnlich wie damals profitieren könne. Fabian Damm, Leiter des Baureferats, stellte dem Stadtratsplenum die ersten Entwürfe und Überlegungen dazu vor.

Wallgraben im Gespräch

Demnach soll der Memminger Wallgraben als die zentrale Grünfläche der Memminger Innenstadt eine der beiden Hauptflächen für die LGS genutzt werden. Neben bereits heute attraktiven Grünflächen wie der Grimmelschanze und dem Reichshain gibt es nach Damms Ansicht in diesem Bereich ein nicht unerhebliches Entwicklungspotenzial. Wünschenswert wäre aus Sicht der Stadtverwaltung, die vorhandenen Einschnitte soweit wie möglich zu beseitigen und den Wallgraben als zusammenhängende innerstädtische Grünfläche als Haupt-Landesgartenschaugelände zu entwickeln. Zusätzlich solle ein grüner Lückenschluss im Bereich der Bahnhofstraße angestrebt werden.

Grüngürtel im Westen?

Der Wallgraben stelle sich als alleiniges Landesgartenschaugelände allerdings als zu klein dar. Ein zusätzliches Projekt im Rahmen der LGS könnte sein, einen Grüngürtel insbesondere für den diesbezüglich eher unterversorgten Memminger Westen zu schaffen. Dieser Grüngürtel solle dann einen grünen Bogen schlagen von der Buxacher Straße über die Bodenseestraße bis zum Stadtwald westlich der Römerstraße, über den Pulvermühlplatz, wo eventuell ein experimentelles Wohnviertel vorstellbar wäre, weiter bis zum Wallgraben.

Die Überlegungen hatte die Stadtverwaltung dem Geschäftsführer der Bayerischen Landesgartenschau GmbH in Gesprächen und einer Stadtbegehung vorgestellt. Nach einer ersten Einschätzung zu einer Bewerbung hat die Gesellschaft zu der Bewerbung geraten. Das Potential und die Voraussetzungen seien nach dem Urteil des Geschäftsführers vorhanden.

Potential vorhanden

Landesgartenschauen seien ein wichtiges Instrument für eine nachhaltige, umwelt- und naturfreundliche Stadtentwicklung, so Fabian Damm. Die Gartenschauen förderten die städtische Identität, machen eine Stadt nach außen hin attraktiv und seien auch ein Motor für die Wirtschaftskraft und den Tourismus vor Ort. All das sei im Jahr 2000 mit der damaligen Landesgartenschau in Memmingen gelungen. Immerhin 1,3 Millionen Besucher konnte die Stadt damals zählen und die Befürchtungen, dass eine LGS ein großes Loch in die Stadtkassen reiße, hatten sich nicht erfüllt. Aufgrund des großen Besucherzustroms habe die Stadt damals sogar schwarze Zahlen geschrieben.

Initiative sinnvoll

Oberbürgermeister Manfred Schilder begrüßte die Initiative als sinnvoll und zielführend und sprach sich dafür aus, „den Hut in den Ring zu werfen“. In dieser ersten Phase, in der die Stadt ihr Interesse an der Durchführung einer Landesgartenschau bei der Bayerischen Landesgartenschau GmbH bekundet, fielen auch keine zusätzlichen externen Kosten an. Sofern auf der Grundlage der Interessenbekundung und der dazu gehörigen groben Ideenskizze von der Bayerischen Landesgartenschau GmbH die Bewerbungschancen als viel versprechend bewertet werden, erfolgt mit der Phase 2 die Abgabe einer Bewerbung bis spätestens April 2022. Erst mit der Phase 2 ist die Ausarbeitung eines konkreten Bewerbungskonzeptes notwendig. Hierfür werde dann die Beauftragung eines Landschaftsarchitekten erforderlich, erläuterte Baureferatsleiter Fabian Damm.

Aus allen Stadtratsfraktionen kam Zustimmung zu dem Vorschlag, das Interesse der Stadt an einer der Gartenschauen im Zeitraum 2028 bis 2032 zu bekunden, der Beschluss wurde einstimmig gefasst. (Tom Otto)

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