SPD zeigt beim Dreikönigsfrühschoppen Aufgaben für das kommende Jahr auf

„Ich möchte eine Hochschule in Memmingen“

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Der Memminger SPD-Ortsvorsitzende David Yeow fordert eine Hochschule für Memmingen.

Memmingen – Beim diesjährigen Dreikönigsfrühschoppen der Memminger SPD im Kaminwerk ging es vor allem um die anstehenden Bezirks- und Landtagswahlen in Bayern. So waren denn auch die Kandidaten Petra Beer (Bezirkstag) und David Yeow (Landtag) die Hauptredner.

Nach der Begrüßung durch den stellvertretenden Vorsitzenden Willi Seitz freute sich Bezirksrätin Petra Beer über die jüngsten Erfolge im Bezirk Schwaben. So konnte für das Bauernhofmuseum in Illerbeuren ein wichtiges Grundstück erworben werden, das Hospiz in Kempten werde neu gebaut und die Gelder für den Behindertenfahrdienst seien im vergangenen Jahr glücklicherweise erhöht worden. Beim Thema Landestheater beklagte Beer die mangelnde Bereitschaft der bayerischen Staatsregierung, die zugesicherten freiwilligen Leistungen auch auszubezahlen. Es sei jedes Jahr ein Kampf, diese absolut notwendigen Gelder von der CSU zu bekommen. Kritisch sieht die Rätin auch die neuen Änderungen beim Bundesteilhabegesetz, bei dem sehr viele psychisch kranke Menschen durch das Raster fallen würden. Der SPD-Kandidat für die Landtagswahlen und Memminger Ortsvorsitzende David Yeow bezeichnete das Jahr 2017 bundespolitisch als nicht einfach. Die Bundestagswahl habe der SPD ihre Grenzen aufgezeigt und er forderte mehr Bewegung in der Partei. Man müsse mehr das Gespräch suchen und den Menschen auch mehr zuhören, auch denen, die nicht unserer Meinung sind, so Yeow. Der Generationswechsel im Ortsverein sei vertrauensvoll von statten gegangen, auch wenn er geprägt von dem tragischen Ableben von Oberbürgermeister Markus Kennerknecht und Bürgermeister Werner Häring gewesen sei, so Yeow weiter. 2018 werde ein anstrengendes und forderndes Jahr werden. Die große Herausforderungen seien die Bezirkstags- und Landtagswahlen. Er werde all seine Energie einsetzen um dort erfolgreich zu sein und sein Ziel, den Einzug in den Landtag, zu erreichen. Er sei sich der Schwierigkeit seiner Aufgabe bewusst, aber er wolle Verantwortung für unsere Region übernehmen. Gerade beim Thema „bezahlbarer Wohnraum“ müsse man Gas geben und auch der noch im Schneckentempo laufende Breitbandausbau/Internet sei ein wichtiger Faktor, um Unternehmen wettbewerbsfähig zu halten. Als überaus wichtig erachtet Yeow auch das Thema Fachkräftemangel. „Ich möchte in Memmingen eine Hochschule“, erklärt der Ortsvorsitzende und verweist auf die unzähligen Vorteile einer solchen Einrichtung, nicht zuletzt für die heimische Wirtschaft. Auch die Stärkung des ländlichen Raums sei ihm wichtig, da die Kommunen das alleine nicht schaffen. Besorgt sieht Yeow den voraussichtlichen Einzug der AfD in den bayerischen Landtag. Es handle sich dabei um eine Partei die Ängste schürt anstatt Probleme zu lösen. Weiter bezeichnen sie die Altparteien als überflüssig. Aber soziale Gerechtigkeit ist nie überflüssig, so Yeow. Auch der Vorsitzende der SPD/FDP Stadtratsfraktion Matthias Ressler begann seine Rede mit einem Rückblick auf das vergangene Jahr, welches vor allem durch den Tod von Markus Kennerknecht, mit den daraus resultierenden verlorenen Neuwahlen und dem Tod von Bürgermeister Werner Häring geprägt gewesen sei. Gerade mit Häring habe die Memminger SPD einen überaus fähigen Kommunalpolitiker und vor allem einen guten Freund verloren. „Sein Umgang mit seiner Krankheit und sein Einsatz bis zuletzt werden für mich immer Vorbild sein“, so der Fraktionschef. Auch Ressler bedankte sich für das Vertrauen beim Generationswechsel innerhalb der Memminger SPD. Es sei nicht üblich, dass man nach drei Jahren im Stadtrat zum Fraktionsvorsitzenden aufsteigt. An den Themen im Stadtrat werde sich im nächsten Jahr nicht viel ändern. IKEA, Bäderfrage, Weinmarkt, ÖPNV, Schulsanierungen und soziale Stadt Ost stünden im Mittelpunkt. Bei diesen spannenden Themen habe die SPD/FDP Fraktion bewiesen, dass von ihr eine verlässliche Stadtpolitik zu erwarten sei. Zusätzlich in den Fokus rücken werde in 2018 die Zusammenarbeit mit den Kliniken im Unterallgäu und die Neugestaltung des Bahnhofsareals. Vor allem das konsequente Ja der Fraktion zu IKEA, trotz zum Teil persönlicher Angriffe von Gegnern, habe gezeigt, dass die Fraktion geschlossen hinter ihren Entscheidungen steht, was andere Fraktionen nicht geschafft hätten. Beim Thema Bahnhofsareal forderte Ressler Kompromissbereitschaft und einen ständigen Dialog mit den Bürgern. Beim Zusammenschluss der Unterallgäuer Kliniken sei es wichtig, egal welche Art der Zusammenarbeit gefunden werde, es dürfe auf keinen Fall zu Lasten der Patienten oder der Beschäftigten gehen. „Kosten sparen unter Aufgabe wichtiger Aspekte der Versorgung oder auf dem Rücken der Arbeitnehmer wird es mit uns nicht geben“, so Ressler. Bei der Vorausschau auf die Kommunalwahlen 2020 geht der Fraktionsvorsitzende davon aus, es mit einem neuen Gegner, der AfD, zu tun zu haben. Dieser Herausforderung, die für alle demokratischen Kräfte gelte, müsse man sich mit Fleiß, Arbeit und klugen Entscheidungen stellen. Es müsse ein gemeinsames Ziel sein, rechtes Gedankengut, Hetze und Hass nicht ins Rathaus zu lassen. Dies gelänge aber nicht, indem man mit dem Finger auf die AfD zeigt, sondern indem man mit den Menschen redet und politische Lösungen anbietet. Altoberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger wies zum Abschluss der Veranstaltung auf die Grundsätze der Sozialdemokratie hin. Seit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert kümmere sich die SPD um die Sorgen und Nöte der abhängig arbeitenden Bevölkerung. Gerade Memmingen sei nach dem Krieg nicht zuletzt wegen der jahrzehntelangen SPD-Führung mit den Oberbürgermeistern Lorenz Riedmiller, Rudolf Machnig, Johannes Bauer und ihm zum produktiven Zentrum des Allgäus geworden. (ew)

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