Schlittenberg soll erhalten bleiben

Bauausschuss diskutiert über 135 neue Wohnungen

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Der Hang zwischen der Allgäuer Straße und dem Dickenreiser Weg soll bebaut werden.

Memmingen - 135 Wohnungen, mehrere Gebäude für kleinteiliges Gewerbe und Büroflächen, eine Kindertagesstätte und ein großer Spielplatz sollen an der Hangfläche zwischen der Allgäuer Straße und dem Dickenreiser Weg entstehen. Sarah Hartmann vom Planungsamt stellte das Vorhaben in der jüngsten Sitzung des Bausenats vor.

Das gesamte Gebiet wird in dabei in drei Bereiche eingeteilt. Um dem Lärmschutz gerecht zu werden, sieht der Plan eine Riegelbebauung mit mehreren vierstöckigen Gebäuden direkt an der Allgäuer Straße vor. Im Erdgeschoss sollen Gewerbe und Büroeinheiten entstehen, in den oberen Geschossen Eigentums- und Mietwohnungen. Direkt dahinter im zweiten Bereich sind dreigeschossige Punkthäuser geplant. Noch weiter westlich und oberhalb der neuen Erschließungsstraße ist eine Reihenhausstruktur vorgesehen. 

Um sparsam mit Grund und Boden umzugehen, befinden sich die privaten Garagen in Form von Sammelcarports direkt an der neuen Erschließungsstraße. Laut Planungsamt stellen die Reihenhäuser mit unterschiedlichen Grundstücksgrößen besonders für junge Familien eine angemessene und zentral gelegene Alternative zum teuren Einfamilienhaus dar. Richtung Süden soll ein schmaler Streifen unbebaut bleiben, um weiterhin das Schlittenfahren zu ermöglichen. 

Hochattraktives Gebiet

In gleicher Sitzung wurde auch ein Antrag der SPD/FDP-Fraktion behandelt, der für diesen Bereich ein Maximum an Wohnraum, kombiniert mit innovativen energetischen Konzepten, wie beispielsweise Holzbau, fordert. SPD-Stadtrat Herbert Müller war mit den Vorschlägen der Verwaltung nicht ganz einverstanden und sprach sich für eine intensivere Nutzung des Baugebietes aus. Müller möchte auch den Grünstreifen bebaut sehen. Er will hochwertigen Grund nicht verschwenden und kritisierte, dass man neben einer großen Wiese keinen zusätzlichen Grünstreifen brauche. Viele Generationen in den zurückliegenden Jahren hätten bewiesen, dass man auch dort Schlittenfahren kann. Auch der Kinderspielplatz dürfe keinem Baugrund zum Opfer fallen und könne durchaus auch am Hang zum Dickenreiser Weg entstehen. Müller plädierte insbesondere dafür, an diesem Einfallstor zur Stadt nur Mietwohnungen und keine Eigentumswohnungen zu erstellen. 

Auch CSU-Stadtrat Stefan Gutermann will das Baugebiet mehr verdichten und schlug zur Realisierung einen städtebaulichen Wettbewerb, an dem sich mehrere Planungsbüros beteiligen sollen, vor. Gutermann will damit eine möglichst hohe Qualität der Bebauung erreichen. 

Ganz anders sieht das ÖDP-Fraktionschef Michael Hartge. Man müsse nicht intensiv bauen, denn die Stadt verfüge über genügend Flächen und habe keine Not. Hartge freute sich auch darüber, dass der Schlittenberg erhalten bleibt. 

Die Räte beschlossen am Schluss einstimmig, dass die Stadtverwaltung beauftragt wird, einen städtebaulichen Wettbewerb zu planen. (ew)

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