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Memminger ÖPNV im neuen Jahr mit deutlichen Verbesserungen

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Von: Tom Otto

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Busse am ZOB Memmingen
Mit insgesamt sechs Linien und einem erweiterten Streckennetz wird der innerstädtische Busverkehr in Memmingen ab Januar nicht nur im Wesentlichen einen 30-Minuten Takt von Montag bis Freitag erhalten, sondern auch Teil des Verkehrsverbundes Mittelschwaben VVM. © Tom Otto

Memmingen - Nach jahrelangen Vorarbeiten im Verkehrsausschuss der Stadt soll ab 1. Januar 2023 die dritte Betriebsstufe für den Busverkehr in der Stadt beginnen. Das bedeutet für die Kernstadt im Wesentlichen einen 30-Minuten Takt von Montag bis Freitag von 6 bis 20 Uhr. 

Dem ging eine europaweite Ausschreibung mit dem Ergebnis eines neuen Busunternehmens als Partner voraus. Zum Jahresbeginn wird die BBS Brandner Mittelschwaben KG den öffentlichen Nahverkehr in Memmingen bewerkstelligen. Der bisherige Betreiber Angele Reisen ging in der Ausschreibung leer aus und klagt nun gegen das Auswahlergebnis.

Mit insgesamt sechs Linien und einem erweiterten Streckennetz wird der innerstädtische Busverkehr dann Teil des Verkehrsverbundes Mittelschwaben VVM. Damit wird das vor drei Jahren schon beschlossene „Harmonisierungskonzept Stadtbus-Regionalbus Memmingen-Unterallgäu“ nun umgesetzt. Die so genannten Fahrplankilometer werden ab dem neuen Jahr um 38 Prozent gegenüber dem Versorgungsnetz in 2020 auf dann 827.000 Kilometer steigen . Das so genannte digitale Fahrgastinformationssystem DFI wird an 25 Haltestellen im Stadtgebiet eingesetzt. Zusätzlich werden 28 neue Haltestellen eingerichtet, um das ÖPNV-Netz in den Stadtteilen besser zu erschließen. Auch die Barrierefreiheit soll noch in 2022 deutlich verbessert werden: An 18 Haltestellen wird dafür entsprechend umgebaut.

„Move me MM!“

Mit dem ins Englische gesetzte Slogan „Move me MM“ – deutsch: „Beweg mich, Memmingen!“ soll künftig für den neue ÖPNV geworben werden, um noch mehr Menschen vom Auto in den öffentlichen Nahverkehr zu bringen. Am Samstag, 24. September, der auch als bundesweiter Autofreier Aktionstag beworben wird, soll die Marketingstrategie mit einem Infostand auf dem Weinmarkt beginnen. Dort wird dann auch auf Faltblättern das neue Streckennetz vorgestellt. Nach Weihnachten soll dann der zweite Teil der PR-Kampagne die Bürger für das neue Konzept begeistern.

Bei den Stadträten gab es am vergangenen Montag überwiegend Zustimmung zu den Neuerungen. Allerdings wurde auch vereinzelt Kritik laut: So wurde der nach wie vor „unzeitgemäße“ Wochenendtakt bemängelt. Die 30-Minuten Taktung gilt am Wochenende nicht, dann fahren die Busse nur im 60-Minutentakt, und zwar Samstag nur bis 20 Uhr und sonntags nur bis 17 Uhr. Ebenso wurde angemahnt, die Behindertenfreundlichkeit nicht nur an 18 Haltestellen, sondern durchgängig zu gewährleisten. Dass auf dem Weinmarkt, der ja als autofreie Zone gestaltet werden soll, nun alle halbe Stunde neun Buslinien passieren gefiel nicht allen Stadträten.

Projekt Regio-S-Bahn

Der Stadtrat beschloss auf seiner Sitzung einstimmig auch die Fortsetzung des Regio-S-Bahn Konzepts. Für die Fortführung werden pro Jahr anteilig für die Stadt 18.000 Euro im Haushalt bis 2024 eingestellt. Die Auswirkungen für die Stadt seien bereits deutlich positiv spürbar mit sechs neuen Haltpunkte für die beiden S-Bahn-Linien im Stundentakt nach Ulm, Kempten und Landsberg. Memmingen profitiere auch von der zentralen Lage in dem S-Bahnnetz; so kommen die Züge alle jeweils kurz vor der vollen Stunde am Hauptbahnhof an und das neue Busliniennetz versorgt die Reisenden jeweils kurz nach der vollen Stunde mit einer Anschlussverbindung in die Stadt und die Stadtteile und die Umgebung.

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