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Memminger Ortsteil Steinheim zeigt auf wie Nahwärme geht

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Viele Leute im Saal hören Vortrag zu
Auf großes Interesse ist die Infoveranstaltung zur regenerativen Energieversorgung mittels Nahwärme in Steinheim gestoßen. © Privat

Memmingen/Steinheim - Warum sollte sich eine Gemeinde für ein eigenes Nahwärmenetz entscheiden? Welchen Nutzen hat das für die Einwohnerinnen und Einwohner? Und wie wird aus dem Plan ein funktionierender Wärmebetrieb? Fragen wie diese wurden im Dorfgemeinschaftshaus Steinheim beantwortet.

Als Partner für die Energiewende hatte die e-con aus Memmingen gemeinsam mit dem Energieteam Steinheim, bestehend aus Peter Hieber, Stefan Kaiser, Klaus Kern, Franz Neukamm, Matthias Rehklau, Sibille Schneider und Wilhelm Wekwart, eingeladen. Viele Interessierte Bürgerinnen und Bürger waren gekommen, um das Projekt näher kennenzulernen.

Im Zuge der Erschließung eines Gewerbekunden in Steinheim besteht die Möglichkeit, alle 900 Haushalte auf eine klimafreundliche und nachhaltige Nahwärme umzustellen und Teil eines ressourcenschonenden Wärmenetzes zu werden. Dadurch können rechnerisch mehr als 4.600 Tonnen CO2 eingespart und rund 1,75 Millionen Liter Heizöl im Jahr substituiert werden.

Die e-con, die gemeinsam mit engagierten Bürgerinnen und Bürger das zukunftsfähige und klimafreundliche Projekt ins Leben gerufen hat, übernimmt neben der Investition die Wartung, die Instandhaltung und auch den Betrieb der Heizzentrale sowie des Verteilernetzes. „Mit diesem Projekt wird Steinheim unabhängiger von fossilen Energieträgern und leistet einen enormen Beitrag zum Klimaschutz. Das Konzept einer regionalen Wertschöpfung zu bezahlbarem Preis geht an dieser Stelle voll auf – nachhaltig, wirtschaftlich und versorgungssicher,“ so Thilo Bär, Projektleiter der e-con.

Für die Steinheimer, die sich an das Nahwärmenetz anschließen lassen, liegen die Vorteile klar auf der Hand: Die Anschlussnehmer müssen sich über die Brennstoffbeschaffung, Kesselwartung, Schornsteinreinigung oder Umweltschutzauflagen keine Gedanken mehr machen. Der Einbau einer eigenen Heizungsanlage wird überflüssig. Die Vorfinanzierung von Brennstoffen entfällt und Nahwärme ist preisbeständig. Die Erfahrung habe gezeigt: Schwankungen am Energiemarkt wirken sich nur geringfügig aus.

„Mit dem Nahwärmenetz schaffen wir eine gute Möglichkeit den Wärmebezug umzustellen. Nahwärme ist nachhaltig und bietet große Kostenvorteile. Es ist meist sinnvoller, so ein Projekt als gesamte Gemeinde anzugehen, als dass jeder Haushalt einzeln in eine neue Technik investieren muss“, verdeutlicht Klaus Kern als Mitglied des Energieteams vor Ort.

Auch sei es möglich, im ersten Schritt nur einen Teilanschluss bis ins Gebäude verlegen zu lassen, so dass ein Hausanschluss zu einem späteren Zeitpunkt problemlos aktiviert werden kann. Zu empfehlen sei das nicht nur Besitzern einer fossilen Heizungsanlage, sondern auch denjenigen, die in Zukunft flexibel bleiben möchten. Zu guter Letzt bliebe neben allen praktischen Aspekten immer das gute Gefühl, mit klimafreundlichem Heizen etwas für die Umwelt und damit für die nächsten Generationen zu tun.

Als nächstes werden die Erhebungsbögen (Bestandbau und Neubau) von den Bürgerinnen und Bürgern, die Interesse am Umstieg auf erneuerbare Wärme haben erfasst und mit den konkreten Planungen begonnen. (MK)

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