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Memminger SPD will Oberbürgermeister-Amt zurück

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Von: Tom Otto

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Mann in Anzug mit Bart und Brille steht neben SPD-Plakat
Jan Rohtenbacher soll als SPD-Kandidat für die Bürgermeisterwahlen am 5. März 2023 nominiert werden. © Tom Otto

Memmingen - Nachdem der amtierende Oberbürgermeister Manfred Schilder seine erneute Kandidatur für die kommenden OB-Wahlen am 5. März bereits im vergangenen Juni bekräftigt hatte, ziehen nun auch die Sozialdemokraten nach. Mit dem studierten Politik- und Verwaltungswissenschaftler Jan Rothenbacher hat der Ortsvereinsvorstand und die Fraktionsspitze der Memminger SPD nun einen Kandidaten gefunden. Bei einer Nominierungsversammlung am 17. September soll Rothenbacher von den Parteimitgliedern offiziell als Kandidat gewählt werden.

Die Genossinnen und Genossen setzen dabei offenbar auf die „jugendliche Frische“ ihres Kandidaten. Bei der Wahl Anfang März kommenden Jahres wird Jan Rothenbacher gerade 30 Jahre alt sein. Er ist 1992 in Illertissen geboren, in Balzheim aufgewachsen und lebt nach verschiedenen Stationen im In- und Ausland mit seiner Frau und seinen zwei Söhnen (2 und 4 Jahre alt) wieder dort. Beruflich ist er als Berater für die Unternehmensberatung PriceWaterhouseCooper (PWC) für Digitalisierung und IT-Management bei Bundesbehörden wie dem Innen- oder dem Verteidigungsministerium tätig, seit 2017 arbeitet er an der Verwaltungsdigitalisierung und -modernisierung im Bund.

Kompetenz als Bereicherung

SPD-Ortsvereinsvorsitzende Susanne Friederich-Scheuerl sieht in dieser beruflichen Kompetenz eine wertvolle Bereicherung für die Stadt, die sich dringend mit der Digitalisierung der Verwaltung beschäftigen müsse. Rothenbacher selber sieht neben diesem Schwerpunkt, die Verwaltung für die Zukunft solide aufzustellen, auch die Themen „Gestaltung des Wandels in der Stadt“ sowie „die frühkindliche Bildung und Betreuung“ als wichtige Tätigkeitsbereiche. Die geplante Digitalisierung der Verwaltung sei für ihn kein Selbstzweck, sie müsse vielmehr die Verwaltung entlasten und die Servicequalität für die Bürger erhöhen. An Entlassung werde dabei keineswegs gedacht.

Bei der Gestaltung des Wandels in der Stadt sieht er vor allem den Öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) und die klimataugliche Verbesserung der Innenstadt als vorrangig an. Die Innenstadt müsse künftig so gestaltet werden, dass auch ältere Menschen sich dort trotz Hitzeperioden aufhalten können.

„Der rote Faden fehlt“

Den Unterschied zum amtierenden OB Schilder sieht Rothenbacher in seiner altersbedingten Grundmotivation und darin, den roten Faden für die Zukunft, der dem jetzigen OB fehle, zu finden und diese zu gestalten.

Neben all dem beruflichen ist er in seiner Freizeit gerne mit seiner Familie unterwegs. Gleich ob mit seinen Jungs auf dem Spiel- oder Fußballplatz, mit seiner Frau auf einem Konzert oder mit seinem Vater beim Imkern. Im Falle seiner Wahl will er auch in die Stadt ziehen. Für den SPD-Fraktionschef im Memminger Stadtrat Matthias Ressler ist Rothenbacher der bestens geeignete Kandidat, „extrem kompetent und extrem einsatzbereit“. Die Fraktion werde alles tun, um den Wechsel herbeizuführen. Auch SPD-OV-Vorsitzende Susanne Friederich-Scheuerl zeigte sich zuversichtlich: „Helden müssen jünger werden“.

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