„Wegweisendes Zukunftsprojekt auf den Weg gebracht“

Memminger Stadtrat beschließt Klinik-Neubau

Illustration des Klinikneubaus in Memmingen
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Auf großen Schautafeln stellte die Architektengruppe ihre bisherigen Entwürfe zum Klinik-Neubau vor, mit denen sie den Bieterwettbewerb gewonnen hatten. Im Bild hier der voraussichtliche Blick von der Buxheimerstraße auf das spätere Hauptgebäude.

Memmingen - Nachdem bereits Ende März das bayerische Gesundheitsministerium und die Regierung von Schwaben grünes Licht für den Neubau des Memminger Klinikums gegeben hatten, hat nun auch der Memminger Stadtrat ein deutliches Zeichen gesetzt: In der Plenumssitzung vom Montag entschieden sich alle Fraktionen einstimmig für den Neubau anstelle einer Generalsanierung des Klinikums.

Das Ergebnis der Planungs- und Wirtschaftlichkeitsstudie zur Gegenüberstellung von Generalsanierung und Neubau war eindeutig. Demnach belaufen sich die Neubaukosten gemäß der Grobschätzung auf circa 360 Millionen Euro inklusive Nebenkosten. Die geprüften förderfähigen Kosten für den Neubau betragen etwa 260 Millionen Euro und für die Generalsanierung rund 285 Millionen Euro. Für notwendige Einrichtungen wie Krankenpflegeschule, MVZ, Infrastruktur inklusive Parkhaus kommen weitere Kosten hinzu.

Diese Zahlen benennen jedoch nicht den tatsächlichen Förderbetrag, dieser wird erst mit dem Förderbescheid endgültig festgelegt. Klinikums-Vorstand Maximilian Mai hob hervor, dass „damit eines der größten nicht-universitären Neubauvorhaben in Bayern“ anstehe.

Platz für 500 Betten

Auf dem so genannten „IKEA“-Gelände an der Europastraße, Ecke Buxheimerstraße, stehen für das Bauvorhaben insgesamt fünfzehn Hektar Fläche zur Verfügung. Nach dem Modell, das das planende Architekturbüro vorstellte, sollen davon etwa acht Hektar für das künftige Klinikum genutzt werden. Zum Vergleich: derzeit muss das Klinikum mit nur 4,5 Hektar Fläche zurecht kommen und „platzt aus allen Nähten“. Im Neubau soll dann Platz für etwa 480 bis 500 Krankenhausbetten geschaffen werden sowie 66 Betten und 20 Tagesplätze in der Psychiatrie entstehen. Weitere sieben Hektar stünden dann für Erweiterungsmöglichkeiten und Ansiedlungen von gesundheitsnahem Gewerbe zur Verfügung.

OB spricht von Meilenstein

Memmingens Oberbürgermeister Manfred Schilder sprach von einem „Meilenstein“ in der Entwicklung der Stadt und von einem „Mega-Projekt“ auch hinsichtlich der finanziellen Belastung. Wie hoch diese genau sein wird, ist heute noch nicht abzusehen. Mit der Stadtratsentscheidung wurde zunächst die Beauftragung des Generalplanungskonsortiums „Nickl Süss Horn und Horn“ beschlossen. Diese Planer und Architekten können bereits auf 40 Jahre Erfahrung und mehrere herausragende internationale Krankenhausneubauten zurückblicken. Dazu gehören auch große Häuser wie die Uni-Klinik in Frankfurt, das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf oder das Kaiser-Franz-Josef-Spital in Wien. Nach deren Plänen ist der Baubeginn für das Frühjahr 2025 vorgesehen und die Inbetriebnahme für das Jahr 2029 geplant. (Tom Otto)

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