Stadtrat beschließt Umsetzung des „Altenburg-Entwurfs“

Memmingen bekommt ein neues Kombibad!

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Einen wegweisenden Entschluss fasste der Memminger Stadtrat am Mittwoch: Die Stadt baut ein neues Kombibad. Damit sind vor allem die Tage des alten Hallenbades (im Bild) gezählt. Das neue Bad soll am Standort des heutigen Freibades entstehen.

Memmingen – Nun ist es also beschlossen. Memmingen bekommt kein teures Erlebnisbad, sondern ein Kombibad ohne Saunabetrieb, welches ganzjährig genutzt werden kann und die Grundbedürfnisse der Besucher bedient. Auch Memmingens „Finanzminister“, Stadtkämmerer Jürgen Hindemit, hat mit dem Altenburg-Entwurf, der dem Plenum schon vergangene Woche ausführlich vorgestellt wurde (wir berichteten), „keine Bauchschmerzen mehr“.

Der Beschluss des Stadtrates umfasst vier Punkte: Zum einen wird auf der Basis des Kapazitäts- und Betriebskonzeptes der Firma Altenburg Unternehmensberatung vom November 2019 der Neubau eines Kombibades auf dem Gelände des bisherigen Freibades an der Stadtbadallee beschlossen. Zweitens werden die bisherigen Planungen zur Sanierung der beiden bestehenden Bäder eingestellt. Zum dritten wird die Verwaltung beauftragt, die weiteren Schritte zur zügigen Umsetzung des Konzeptes einzuleiten. Dabei wird angestrebt, die Zusammenarbeit mit den bisherigen Planern fortzusetzen. Und schließlich werden in einem partizipativen, also unter Beteiligung der Betroffenen, Planungsprozess die Details des Raumgefüges final festgelegt (Gemeint sind Schwimmbecken und Geräte. Anm. d. Red.).

 Dietmar Altenburg zeigte seine Planung nochmals kurz zusammengefasst auf und betonte erneut, dass man mit den Wasserflächen weit über den Erfordernissen liege und sprach in diesem Zusammenhang die bisherige Nutzung der Bäder an. So habe das Freibad selbst in den heißesten Sommern nur an 15 Tagen mehr als 1.000 Besucher. Auch die Anzahl der Bahnschwimmer im Hallenbad liege weit unter dem Durchschnitt anderer Bäder. 

"Sind wir den Bürgern schuldig"

Oberbürgermeister Manfred Schilder mahnte an, dass man es den Bürgern schuldig sei, nach jahrzehntelangen Diskussionen jetzt eine Entscheidung zu treffen. Die erste Planung mit Kosten von über 41 Millionen Euro sei die Kür gewesen, die Altenburg-Lösung für 31 Millionen dagegen die Pflicht. Schilder betonte, er wolle kein Freizeitbad, sondern ein Bad, in dem man sich sportlich betätigen und in dem man schwimmen lernen kann.

Sauna unnötig

 Der SPD/FDP-Fraktionschef Matthias Ressler stimmte der Altenburg-Lösung ohne Einschränkungen zu. Das Bad biete eine gute Grundversorgung, wozu eine Sauna auch nicht gehöre. Um Saunabesucher anzulocken müsste man klotzen und nicht kleckern, so Ressler weiter. Man wolle im Rahmen bleiben und die Wunschliste einschränken. Das eingesparte Geld sei an anderen wichtigen Stellen, wie Klinikum oder beim ÖPNV, besser angelegt. 

Zügig vorangehen

Auch wenn er vom ursprünglichen Beschluss abweiche, begrüßt der CSU-Fraktionsvoritzende Horst Holas das Altenburg-Konzept eines Bades mit Grundversorgung. Für die CSU stehen Familienfreundlichkeit und die Belange des Sports im Vordergrund. Holas möchte nun zügig vorangehen und sprach sich für eine Weiterarbeit mit den bisherigen Architekten des Erlebnisbades aus. Helmut Börner, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler meinte, man hätte dieses Gutachten schon viel früher einholen sollen. Er stimmte dem Beschluss zu, mahnte aber an, die Finanzierung nicht außer acht zu lassen. 

ÖDP: Das ist ein "Sparbad"

Michael Hartge, ÖDP-Fraktionschef, bezeichnete die Pläne Altenburgs als „Sparbad“. Er will auf keinen Fall auf die Sauna verzichten. Dies sei ein „weicher Standortfaktor“. Hartge sprach sich auch für mehr Attraktionen im Außenbereich, wie beispielsweise eine Rutsche, aus. Prof. Dr. Dieter Buchberger von den Grünen begrüßte wie die meisten den Altenburg-Entwurf und hob besonders die Wichtigkeit des Bewegungsbades hervor. Die große Liegewiese sei ein Memminger Alleinstellungsmerkmal und bleibe dabei erhalten. Buchberger plädierte wie in der vorhergehenden Sitzung für bessere Öffnungszeiten und auch für eine Wärmepumpe als Energiequelle, um auf fossile Brennstoffe zu verzichten. 

Michael Hartge beantragte über die vier Punkte des Beschlusses einzeln abzustimmen, was das Plenum jedoch ablehnte. Der Stadtrat beschloss dann den Neubau des Kombibades nach dem Altenburg-Konzept mit vier Gegenstimmen der ÖDP.
Von Elmar Würth

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