Bayerischer Staatsminister zeigt großes Interesse an Kleinkunst

Heubisch besucht PiK

+
Staatsminister Wolfgang Heubisch (2. von links) besuchte mit Stephan Tomae MdB das Parterretheater im Künerhaus. Links im Bild Bürgermeisterin Margareta Böckh, ganz rechts Lothar Fritsche.

Memmingen - Dr. Wolfgang Heubisch, bayerischer Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst, hat anlässlich seiner Wahlkampftour durch das Allgäu das Parterretheater im Künerhaus. besucht. Begleitet wurde er von Stephan Tomae, Bundestagsabgeordneter und FDP-Bezirksvorsitzender Schwaben, der Kreisvorsitzenden Heike Schalk und dem FDP-Landtagskandidaten Dr. Franz Josf Neumayer.

An dem inoffiziellen Treffen mit der 1. Vorsitzenden des Vereins "alternative kleinkunst e.V.", Karin Keller, ihrem Stellvertreter Lothar Fritsche und Vorstandsmitglied Lilo Nägele nahmen Bürgermeisterin Margareta Böckh in Vertretung von Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger, FDP-Stadtrat Günther Bischoff sowie Barbara von Rom von der "Kulturwerkstatt Memmingen e.V." teil. Minister Heubisch, der sich entschlossen hatte, statt des staatlich geförderten Landestheaters Schwaben die kleinen, "im Verborgenen blühenden" kulturellen Einrichtungen zu besuchen, zeigte großes Interesse an der Geschichte und dem Programm der Kleinkunstbühne, die in diesem Jahr ihr 35. Bestehen feiert, und gratulierte dem ehrenamtlichen Team für seine erfolgreiche Arbeit. Karin Keller und Lilo Nägele informierten über die Gründung durch Helmut Wolfseher, der 1978 mit Gleichgesinnten zunächst im Wirtshaus "Zum Mohren" mit musikalischer Unterhaltung und einem lokal-politischen Hauskabarett begann. Bereits ein Jahr später konnte der Verein in das sogenannte Künerhaus einziehen, das die Stadt bis heute mietfrei zur Verfügung stellt und zusätzlich die Strom- und Heizkosten übernimmt. Zur Eröffnung wurden seinerzeit erstmals professionelle Künstler engagiert. Auch nach dem Ausscheiden des Ehepaares Wolfseher im Jahr 1998 bietet das Vorstandsteam bis heute ein breit gefächertes Programm aus literarisch-musikalisch-politischem Kabarett mit bekannten Künstlern, aber auch jungen Nachwuchstalenten, denen hier ein Podium für den Start ihrer Karriere zur Verfügung gestellt wird. Bei den inzwischen traditionellen monatlichen Folk- und Jazz-Sessions treffen sich engagierte Amateure zum Musizieren und Singen unter Leitung von kompetenten PiK-Mitgliedern bei kostenlosem Eintritt für die Besucher. Das ausschließlich ehrenamtlich tätige PiK-Team aus zirka 30 aktiven Mitgliedern sorgt in wechselndem Einsatz bei den Vorstellungen für Bewirtung, Technik und Betreuung der Künstler. Auch Umbau- und Sanierungsmaßnahmen wie die Erweiterung des Zuschauerraumes und Einrichtung eines Foyers mit Theke im Jahr 2002 waren nur mit engagierten Helfern in monatelanger Eigenleistung möglich. Durch die seit 1998 alle zwei Jahre stattfindenden Kabarett-Tage mit renommierten Künstlern und der Vergabe eines Geldpreises von 2.000 Euro stößt der Verein - auch wegen steigender Gagen - immer mehr an seine finanziellen Grenzen, auch wenn der Ehrenpreis, das "Memminger Maul", von der hiesigen Sparkasse gesponsert wird. Weitere Geldgeber zu finden, erweist sich als schier unmöglich, wie Lilo Nägele beklagte. Auch fehlt es der Kleinkunstbühne an jugendlichem Publikum, das nur über Facebook-Seiten der Künstler erreicht wird; das PiK verzichtet jedoch bewusst auf oberflächliche Comedy. Der von der Leistung des Vereins "alternative kleinkunst" sichtlich beeindruckte bayerische Minister besuchte spontan auch noch die "Kulturwerkstatt Memmingen", ein von Barbara von Rom 2011 gegründeter gemeinnütziger Verein, der die Räume der ehemaligen Studio-Bühne des Landestheaters Schwaben am Schweizerberg gemietet hat. Die Initiatorin bietet hier mit professioneller Hilfe Kulturveranstaltungen aller Art in den Bereichen Theater, Tanz, Literatur, Programmkino und Musik mit Schwerpunkt auf Kinder- und Jugendtheater, außerdem Kurse, Workshops und Projekte wie "Die andere Lehrstellenbörse" für Jugendliche ohne Schulabschluss, die von der Agentur für Arbeit unterstützt wurde. Staatliche oder städtische Fördermittel erhält der Verein jedoch nicht. (ma)

Auch interessant

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Memmingen
Babys der Woche im Klinikum Memmingen
Memminger Freiheitspreis 2021 geht an Journalist Heribert Prantl
Memminger Freiheitspreis 2021 geht an Journalist Heribert Prantl
Digitalisierung, Pflegestützpunkt und Grundstückspolitik: Stadtrat beschließt Neuerungen für Memmingen
Digitalisierung, Pflegestützpunkt und Grundstückspolitik: Stadtrat beschließt Neuerungen für Memmingen
Memmingen: Wiedereröffnung des Cineplex-Kinos verschoben
Memmingen: Wiedereröffnung des Cineplex-Kinos verschoben

Kommentare