Mitarbeiterschulung der Diakonie

Von Pflegestufen zu Modulen

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45 Mitarbeiter aus den Diakonie-Regionen Kempten Allgäu, Memmingen und Ulm nahmen an dem Pflege-Workshop mit dem Pflegeexperten und Rechtsanwalt Professor Ronald Richter im evangelischen Gemeindehaus Kempten teil.

Kempten - Professor Ronald Richter aus Hamburg gilt bundesweit als einer der Experten für das neue PSG II und III – das Pflegestärkungsgesetz, das zum Jahreswechsel in Kraft trat. Das Diakoniewerk Kempten Allgäu holte den Rechtsanwalt aus dem hohen Norden jetzt für eine Mitarbeiterschulung nach Kempten. 45 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Diakonie-Regionen Kempten Allgäu, Memmingen und Neu-Ulm nahmen an dem Pflege-Workshop im evangelischen Gemeindehaus teil.

Richter nannte das neue PSG schmunzelnd eine „wissenschaftliche Schönheit“, wies aber auch darauf hin, dass mit dem neuen Gesetz der Fokus auf den ganzen Menschen und seine Lebensbereiche gesetzt werde – somatisch, physisch, psychisch. Es gehe auch um die Ressourcen, die ein Mensch noch habe – was kann er selbständig, überwiegend selbständig, kaum selbständig, gar nicht selbständig umsetzen. Zunächst einmal: Für die bereits 2,86 Millionen Pflegebedürftigen in Deutschland ändert sich nur so viel, dass sie automatisch in die neuen Pflegegrade hinübergeleitet werden. Dabei darf niemand schlechter als vorher gestellt werden. Das ist der sogenannte Bestandschutz. Das ist für die Angehörigen und die Betroffenen selbst wichtig. Ab diesem Jahr ist zudem der Eigenanteil von Pflegegrad 2 bis 5 für die pflegerische Versorgung in allen vollstationären Einrichtungen gleich. Mehr als 500 Probefälle hat Ronald Richter bereits durchgespielt, im vergangenen Jahr hat er bundesweit mehr als 80 Vorträge gehalten. „Achten Sie auf den Wechsel der Begrifflichkeiten“, erinnerte er die Teilnehmer im evangelischen Gemeindehaus. „Hier heißt es nun umbetten, nicht zu Bett gehen oder aufstehen.“ Sechs unterschiedliche Module gibt es. Ein Tipp des Experten: „Das Modul 6 ist eine Art Zusammenfassung; wenn Sie hier in 2 und 3 keine Werte haben, lohnt sich eine Überprüfung.“ Für Indra Baier-Müller war es besonders wichtig, dass ihre Mitarbeiter und die Kollegen aus Ulm und Memmingen ein Gespür für das neue Pflegemanagement bekommen. „Sie sollten wissen, wie einzelne Kriterien zu bewerten sind.“ Beide, Baier-Müller und Richter, waren sich einig, dass das neue PSG auch Interpretationsmöglichkeiten lässt: „Gegebenenfalls muss man mit dem Medizinischen Dienst auch etwas ausdiskutieren“, so Baier-Müller. Und Richter ist sich sicher: „In den kommenden Jahren wird die Umsetzung des PSG sicherlich viele Sozialgerichte beschäftigen – auch wenn es wissenschaftlich zehn Jahre lang entwickelt wurde.“ Neben den fachlichen Informationen vonseiten Richters nutzten die Mitarbeiter der drei Diakonien auch die Gelegenheit, den Experten mit Fragen zu bombardieren. Unter anderem war dabei die Schnelleinstufung sowie die Kurzzeitpflege ein Thema. Indra Baier-Müller will auch künftig solche Vorträge und Schulungen für die Mitarbeiter veranstalten. Das habe auch etwas mit der Unternehmenskultur und Mitarbeiter-Wertschätzung zu tun, meinte sie. (mori)

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