Mitgliederversammlung der Allgäuer Linken in Memmingen

„Mehr Erfolg als man sich hätte träumen lassen“

+
Der Vorsitzende des Kreisverbandes Allgäu, Xaver Merk überreichte der neuen Bundestagsabgeordneten der Linken, Susanne Ferschl einen Blumenstrauß und beglückwünschte sie zur ihrem neuen Mandat.

Memmingen – Eine ungewöhnlich hohe Beteiligung gab es bei der Mitgliederversammlung der Linken, Kreisverband Allgäu, im Gasthof Schwanen in Memmingen. Vorstand Xaver Merk begrüßte insbesondere die vielen jungen Neumitglieder und freute sich über das große Interesse der Jugend an der Partei.

Bei der Analyse der Bundestagswahl stellte Merk fest, dass man in Bayern mehr Erfolg hatte als man sich hätte träumen lassen. Man sei konstant über fünf Prozent und „Die Linke“ sei auch in den Medien recht gut weggekommen. Im Vergleich zu den letzten Wahlen habe man allgäuweit zugelegt und liege bei über sechs Prozent. Zum Thema AfD meinte der Vorsitzende, man solle deren Wähler nicht generell ausgrenzen. Man müsse deren Ängste ernst nehmen und sie nicht pauschal als Nazis abstempeln. Bei der Plakatierung habe es insbesondere in Lindau Probleme gegeben. Man habe an den Lichtmasten keine zwei Plakate übereinander hängen dürfen, weil laut Verwaltung dadurch die Standfestigkeit der Masten gefährdet sein würde. Der bayerische Landesvorsitze Ates Gürpinar betonte, wie wichtig die Wahlkampfarbeit der Leute vor Ort sei: Die Ziele, 3.000 Mitglieder und fünf Prozent in Bayern habe man erreicht. Es sei auch außergewöhnlich, dass in Bayern so viele Menschen eine Partei links der SPD wählen. Hierzulande habe es die größten Zugewinne bundesweit gegeben. Für die nächsten Jahre sei es aber nun wichtig, sich um die Menschen zu kümmern, die die Hoffnung aufgegeben haben und sich daher den Populisten zuwenden. Diesen „Abgehängten“ müsse man sagen: „Die AfD wird euch nicht helfen und sie wird auch eure Probleme nicht lösen“, so Gürpinar. Soziale Verwerfungen fänden immer weiter statt und hätten nichts mit den Flüchtlingen zu tun. Viele Menschen seien auch politisch viel zu wenig gebildet, weil sie einfach bei bis zu vier Jobs keine Zeit dafür hätten. Für die anstehenden Wahlen mahnte der Landesvorsitzende große Anstrengungen an. Man werde in den Landtag einziehen gab er sich überzeugt, aber das sei eine riesige Aufgabe. Man brauche Kandidaten für die Landtags- und Bezirkstagswahlen im nächsten Jahr und auch für die Kommunalwahlen 2020. Gesamtpolitisch betrachtet sieht er links der Mitte die SPD „in weiten Teilen Bayerns leider unfassbar schwach“ und die Grünen gingen auf Bundesebene mit der Union ins Bett, was sich auch auf die bayerischen Grünen auswirken werde. Diese Umstände müsse man nutzen um den Menschen zu zeigen, dass es ein wirklich soziales Bayern gebe. Die frisch gebackene Käufbeurer Bundestagsabgeordnete Susanne Ferschl erstattete zum Abschluss einen kurzen Bericht über ihre ersten Wochen in Berlin. Diese seien vor allem von Organisation geprägt gewesen. Man müsse sich erst einmal im Haus zurechtfinden und das Platzproblem mit zu wenigen Büros sei nicht einfach zu handhaben gewesen. Bei der ersten Fraktionssitzung habe man ein wenig gefeiert und die vielen neuen Abgeordneten kennengelernt. In der Fraktion habe sie sich für die Bereiche Arbeit und Soziales beworben. Dies sei als Betriebsrätin ihre Hauptkompetenz und da wolle sie sich einbringen, auch wenn dies einer der begehrtesten Ausschüsse sei. Bei der zweiten Fraktionssitzung habe man sich inhaltlich beschäftigen können. Hier stellte sich die Frage, wie man mit der AfD umgehe, die mit Sicherheit ähnliche Anträge wie die Linken einbringen werde. (ew)

Auch interessant

Meistgelesen

Feenzauber im Stadttheater Memmingen
Feenzauber im Stadttheater Memmingen
Beton, Stahl und Silber
Beton, Stahl und Silber
Bahnübergänge sollen umgebaut werden
Bahnübergänge sollen umgebaut werden
Alltagstaugliche Elektromobilität
Alltagstaugliche Elektromobilität

Kommentare