Mobilität und Nahversorgung im Landkreis

Ein Problem für viele Senioren

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Der Dorfladen in Niederrieden ist für die Mitglieder des Arbeitskreises „Mobilität und Nahversorgung“ ein Vorzeigeprojekt.

Niederrieden – Senioren haben gerade auf dem Land oft Schwierigkeiten: Sie können oftmals nicht mehr Auto fahren, der öffentliche Nahverkehr ist häufig nicht ausreichend vorhanden oder flexibel genug. In vielen Orten gibt es keine oder nur mehr eingeschränkte Einkaufsmöglichkeiten.

Der Arbeitskreis „Mobilität und Nahversorgung“ beschäftigt sich mit diesem Thema seit gut zwei Jahren. Er ist einer von acht Arbeitskreisen im „Netzwerk Altenhilfe und seelische Gesundheit“. Die Kooperationspartner des Netzwerks sind der Landkreis Unterallgäu, die Stadt Memmingen, der Bezirk Schwaben und der Gerontopsychiatrische Verbund Memmingen-Unterallgäu. Das Netzwerk entstand aus den Seniorenkonzepten des Landkreises Unterallgäu und der Stadt Memmingen. 

Ziel des Netzwerks ist es, die Situation von älteren Menschen gemeinsam in den Fokus zu nehmen, um die Lebensbedingungen im Alter kontinuierlich zu verbessern. Auf Einladung von Marianne Hummel, Seniorenbeauftragte in Niederrieden, fand ein Treffen des Arbeitskreises im Dorfladen Niederrieden statt. Das Konzept des Dorfladens ist für ältere Mitbürger, aber auch für Mütter mit Kinderwagen ideal: Der Laden liegt zentral, der Zugang ist barrierefrei, die Gänge sind breit, der Laden ist hell ausgeleuchtet, die Waren in den Regalen gut erreichbar und auch eine Toilette ist vorhanden. 

Zudem gibt es einen persönlichen Service und Hilfe durch die Angestellten. Bei Bedarf kann auch ein Lieferservice in Anspruch genommen werden: Nach Anmeldung werden alle gewünschten Waren kostenlos nach Hause geliefert. Wichtig ist laut Geschäftsführerin Monika Riedmüller, dass viele Bürger am Dorfladen beteiligt sind und hinter dem Projekt stehen. Bei der anschließenden Sitzung des Arbeitskreises wurde diskutiert, wie Gemeinden dazu motiviert werden können, ein Angebot wie das in Niederrieden aufzubauen. Wichtig sei, dass dieses Vorhaben unbedingt von den Bürgerinnen und Bürgern des Ortes unterstützt werden müsse. Denn auch ein Dorfladen sei wirtschaftlichen Zwängen ausgesetzt und könne nur funktionieren, wenn die Menschen dort auch einkaufen.

 Für die Nahversorgung nicht mobiler Menschen wurde durch den Arbeitskreis eine Liste mit Lieferdiensten für die Dinge des täglichen Bedarfs für den Landkreis Unterallgäu und die Stadt Memmingen erstellt. Eine zweimalige Abfrage aller Gemeinden ergab, dass es in zahlreichen Orten bereits Lieferdienste gibt. Viele Orte sind nur über einige wenige landkreisweite Lieferdienste versorgt. Die Liste kann wie viele andere Informationen für Senioren auf der Homepage des „Netzwerks Altenhilfe und seelische Gesundheit“ eingesehen werden. 

Zur Verbesserung der Mobilität gibt es schon in mehreren Gemeinden Fahrdienste. Diese werden oft im Rahmen von organisierten Nachbarschaftshilfen angeboten. Als zusätzliches Angebot wurde die geplante Einführung des Flexibusses von den Mitgliedern des Arbeitskreises sehr positiv aufgenommen. Der Flexibus fährt unabhängig von einem Fahrplan und kann bis zu 30 Minuten vor einer Fahrt angefordert werden. Er bedient ein engmaschiges Netz an Haltepunkten, sodass der Fahrgast nahezu von Tür zu Tür fahren kann. 

Weitere Informationen zum Thema Mobilität und Nahversorgung gibt es unter www.netzwerk-altenhilfe.de oder beim Sprecher des Arbeitskreises, Dr. Wolfgang Wohlleb,unter Telefon 08335/207. (MK)

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