„Müllsünder“ müssen künftig mit Bußgeld rechnen

Stadt hält am Müllsystem fest

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„Müllsünder“ müssen künftig mit Bußgeld rechnen. Das hat der Memminger Stadtrat jetzt beschlossen.

Memmingen - Die Stadt will am bestehenden Müllentsorgungssystem auch weiterhin festhalten. Dies hat der Senat in seiner letzten Sitzung einstimmig nach kurzer Diskussion so beschlossen. Danach wird der Verpackungsmüll noch bis mindestens 2021 in der bisherigen Form mithilfe von Wertstoffinseln sowie im Wertstoff- und Problemmüllzentrum (WUP) gesammelt. Die Einführung der gelben Tonne oder des gelben Sack wurde abgelehnt.

Mit dem Müllthema musste sich jetzt das Senatsgremium befassen, weil ab dem 1. Januar 2019 das neue Verpackungsgesetz die bisherige Verordnung von 1991 ablöst. Laut Abfallwirtschaftsfachmann Dietmar Hörberg muss die Verwaltung ihrem privaten Entsorgungspartner rechtzeitig mitteilen, wie sie künftig verfahren will. Hörberg setzte sich in der Senatssitzung mit den Erfahrungen der Stadt mit dem bestehenden Sammelsystem intensiv auseinander und stellte die denkbaren Alternativen vor. Er berichtete, dass es im Stadtgebiet derzeit 51 Standorte gibt, an denen insgesamt rund 500 Wertstoffcontainer aufgestellt sind. „Es ist ein enormes Ärgernis, wie manche Bürger ihren Müll entsorgen“, bemerkte Oberbürgermeister Manfred Schilder. Das gelte übrigens nicht nur für die Wertstoff-Container. Beispielsweise habe kürzlich im Eisenburger Wald jemand seine komplette Küche entsorgt, sagte der Rathauschef. Hörberg ging ebenfalls auf die Sauberkeit an den Müllplätzen ein und sagte: „Wenn das auch manchmal unglaubwürdig klingt: Alle 51 Standorte werden mindestens einmal in der Woche gründlich gereinigt. Die sieben schlimmsten Plätze sogar täglich.“ Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 130.000 Euro pro Jahr. Nur 80.000 Euro bekomme die Stadt dafür von ihrem derzeitigen privaten Entsorgungspartner aus Köln als Ausgleich. Die Differenz von 50.000 Euro müsse die Stadt stemmen. Laut Hörberg werden die Verträge mit den Systembetreibern immer nur für drei Jahre geschlossen. In ganz Deutschland gebe es derzeit etwa zehn konkurrierende Unternehmen dieser Art. Wer von ihnen letztlich in einer Kommune zum Zuge komme, werde vom Dualen System ausgelost. Auch wenn das bestehende Müllsystem für die nächsten Jahre beibehalten werde, strebe die Stadt weitere Verbesserungen an. So soll die Leerung der Container weiter optimiert werden, um dem Ärgernis „überfüllte Container“ entgegenzuwirken. Gleichzeitig gebe es aber auch Überlegungen entsprechende „Müllsünder“ aktiver zu ermitteln und notfalls mit Bußgeldern zu belegen. „Denn wir sprechen hier nicht von Kavaliersdelikten“, betonte Hörberg. Nach seinen Angaben werden jährlich 190 Tonnen „wilde Müllablagerungen“ an den Containern registriert. Zudem sollen neue Standorte für Wertstoff-Container gesucht und bestehende nicht weiter aufgelöst werden. (jw)

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