Fünf Angeklagte sollen rund 60 Geschäfte bestohlen haben

Mutmaßliche Diebesbande in Memmingen vor Gericht

Einer lenkt das Personal ab, der andere greift in die Kasse: So sollen die Angeklagten eine ganze Reihe an Geschäften bestohlen haben
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Einer lenkt das Personal ab, der andere greift in die Kasse: So sollen die Angeklagten eine ganze Reihe an Geschäften bestohlen haben.

Memmingen – Drei Männer und zwei Frauen müssen sich seit dieser Woche vor der 1. Strafkammer des Memminger Landgerichts verantworten. Sie sollen in einer ganzen Reihe von Läden und Geschäften auf Diebestour gegangen sein.

Im Zeitraum von 2017 bis 2019 sollen die fünf Angeklagten, von denen vier die tschechische Staatsbürgerschaft besitzen und einer die estnische, in 61 Geschäften Geld aus der Kasse gestohlen oder dies versucht haben. Der Gesamtschaden beläuft sich auf rund 41.000 Euro. Unter anderem sollen sie dabei auch in Memmingen, Thannhausen und Marktoberdorf unterwegs gewesen sein.

Die Staatsanwaltschaft ist der Ansicht, dass sich die Angeklagten dazu verabredet haben, Diebstähle im europäischen Ausland zu begehen, vornehmlich in Deutschland. Ziel seien dabei vor allem Geschäfte „ohne nennenswerte Sicherheitstechnik und mit wenig Verkaufspersonal“ gewesen. Dabei waren die mutmaßlichen Täter laut Anklage jeweils zu zweit unterwegs. Einer habe das Verkaufspersonal abgelenkt, was der andere genutzt habe, um in die Kasse zu greifen. In einem Juweliergeschäft sollen sie außerdem Schmuck im Wert von rund 8.000 Euro aus der Auslage gestohlen haben.

Die beiden Frauen sollen von Tschechien aus übers Internet für ihre Komplizen Mietwagen und Unterkünfte in Deutschland gebucht und sie außerdem mit Handys und SIM-Karten versorgt haben. Die Aufgabe einer der beiden sei es auch gewesen, die Beute unter den mutmaßlichen Bandenmitgliedern zu verteilen.

Vier der fünf Angeklagten sitzen in Untersuchungshaft, zum Teil wurden sie von den tschechischen Behörden nach Deutschland ausgeliefert. Gelegenheit, sich zu den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft zu äußern, bekommen sie am nächsten Prozesstag Ende Juni. Insgesamt sind vorerst vier Fortsetzungstermine angesetzt – ein Urteil soll voraussichtlich im Juli fallen. (am)

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