Mau, Mau, Mau, ´s wird scho gau

Rathaussturm in Memmingen

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Nicht allzu viel Widerstand leistete OB Manfred Schilder, als die Narren das Rathaus stürmten...

Memmingen – Wie jedes Jahr erstürmten am 11. 11. um 11:11 Uhr die Narren das Rathaus und zwangen Oberbürgermeister Manfred Schilder zur Herausgabe des Rathausschlüssels. Bis zum Aschermittwoch übernehmen der 11er-Rat und die Prinzengarde des TV Memmingen in der Maustadt die Regentschaft.

Zu Anfang regnete es noch etwas, aber das hinderte die Stadtbachhexen nicht, die lange Leiter ans Rathaus zu legen und das Zimmer des Oberbürgermeisters zu stürmen. Dieser hatte die weiße Flagge schon zur Hand und gab der Übermacht der Narren unter Führung von Prinzessin Ramona I., nach. Schilder scherzte, er möchte sich, nachdem er sein Amt nun los sei, die nächsten drei Monate „in die Karibik verziehen“. 

Neben Lob gab es auch kritische Fragen und Anschuldigungen zur Stadtpolitik, denen sich der Rathauschef aber souverän stellte. Man habe das Maximilian-Kolbe-Haus quasi zurückerobert und der 11er-Rat hofft, dass mit der Sanierung des Gebäudes alles gut geht. Die MEWO werde das Haus kaufen und die Stadt werde den Saal betreiben, versprach darauf Schilder. Auch auf sein ehemaliges Engagement als Kapitän der Memminger Wasserballer wurde das Stadtoberhaupt hingewiesen. Er solle doch wieder ins Training kommen, um „seine Figur etwas aufzufrischen“, wogegen auch seine Frau sicher nichts einzuwenden habe. 

Die „grausamen Zustände“ in denen sich die Memminger Bäder befinden, war damit der erste Kritikpunkt des 11er-Rats. Seit vielen Jahren sei unklar, was hier nun passieren soll und Schilder wurde nach der Zukunft der beiden Bäder befragt. Es gebe eine breite Stimmung im Stadtrat, die in Richtung Neubau geht, so der OB. Eine überarbeitete Planung müsse allerdings noch in den Gremien diskutiert werden. 

Eine weitere Frage war, wie man mit dem Rückzieher von IKEA umgehen soll und ob man das im Griff hat. Schilder meinte, man könne einen schwedischen Elch nicht im Griff haben und die Stadt sei auf dem linken Fuß erwischt worden, als IKEA verkündete, seine Vertriebsstrukturen neu zu überdenken. Das benötige eine gewisse Zeit, aber Schilder zeigte sich zuversichtlich, bis März eine Entscheidung des Unternehmens zu bekommen, über die der Stadtrat dann neu zu entscheiden habe. 

Ein weiteres Anliegen der Narren war die Nutzung der Turnhallen in den Ferien. Einige Hallen seien schon jetzt in den Ferien zum Training geöffnet, entgegnete Schilder. Allerdings gebe es auch organisatorische Probleme, über die man reden müsse und verwies in diesem Zusammenhang auf das Sportforum. 

Auch die Wohnungsnot sprach der 11er-Rat, dessen Mitglieder teilweise sogar in den „Slums in Eisenburg“ wohnen, an. Man beschäftige sich mit dem Thema und habe zwei leistungsfähige Baugenossenschaften, die dazu einen großen Beitrag leisten. Man könne sich jedoch einer konjunkturellen Preiserhöhung im Bauwesen nicht entgegenstellen. Die Preise gehen aufgrund voller Auftragsbücher durch die Decke und daher sei es schwierig, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, so Schilder. Man habe lange Listen mit Wohnungssuchenden, aber auf die Schnelle sei dieses Problem nicht zu bewältigen. (ew)

Fotostrecke

Die Narren stürmen das Memminger Rathaus

 © Würth
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