„A bissel Fasnet goht alleweil”

Narrenzunft Aitrach bringt die Fasnet dieses Jahr nach Hause

Narrenzunft Aitrach beim Narrensprung
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Zunftmeisterempfang und Narrensprung: Diese zwei Aitracher Fasnethöhpunkte sind heuer wegen Corona gestrichen.

Aitrach - Geht da was in puncto Fasnet in Aitrach im Coronajahr? Diese Frage stellen sich viele Fasnet-Begeisterte in der Illertalgemeinde in Zeiten der Corona-Pandemie. Nachdem man die tollen Tage im vergangenen Jahr zum 50. Narrenzunftjubiläum der Narrenzunft gerade so über die Bühne brachte, stand nun schon seit einigen Wochen fest: Heuer gibt es keine närrischen Veranstaltungen mit Menschenansammlungen.

„Was tun?“, fragten sich die Verantwortlichen um den 1. Präsidenten Christian Zimmermann und Zunftmeisterin Susanne Lautenbacher bei der Auftakt-Veranstaltung am 11.11., bei der Zunftrat „Bruder Thure Kiefer” in einer Videobotschaft die Saison eröffnete. Mit seiner Aussage „A bissel was geht immer” verbreitete er ein bisschen Hoffnung auf die kommende Fasnet. Leider vergeblich, die aktuelle Lage hat nicht nur die Narrenzunft Aitrach eingeholt. Nach dem Ausfall der Fasnet im Jahr 1990 (Golfkrieg) ist dies das zweite Mal in der 50-jährigen Historie der NZ Aitrach, dass die Fasnet nicht wie üblich stattfinden kann.

Gleichwohl haben sich die Verantwortlichen für die heuer arg geschrumpfte Fasnetzeit einiges einfallen lassen. Ins Wasser fallen heuer die Veranstaltungen mit Publikum, wie die diversen Ballveranstaltungen, der Rathaussturm mit Narrenbaumaufstellen sowie der große Narrensprung. Gleichwohl will man mit einigen kreativen Ideen ein bisschen Fasnetflair verbreiten.

Die sozialen Medien sind gefragt, so kann man Bruder Thures Predigt und die Ansprache von Präsident Zimmermann als Video auf der TSV-Homepage, Instagram und Facebook anschauen. Real existiert der heuer neu gestaltete Narrenbaum in der Dorfmitte am alten Rathaus an der Hauptstraße – der wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit aufgerichtet – und als Hingucker sollen zudem ausgemusterte Christbäume zu Narrenbäumen umfunktioniert und in der Hauptwoche vor den Häusern aufgestellt werden, um damit die Fasnet im ganzen Dorf sichtbar zu machen. Die Kellaweible-Besen schmücken das Flößerdenkmal am Kreisverkehr. Auch über die bunte Straßenbeflaggung wurde im Vorfeld diskutiert, dies muss jedoch noch mit der Gemeindeverwaltung abgestimmt werden.

„Fasnet auf Bestellung“

Um die Verbundenheit zu den Zünften des Alemannischen Narrenringes und weiteren befreundeten Zünften auszudrücken, haben sich die Aitracher Narren noch zwei Aktionen einfallen lassen: „Fasnet in d’r Schachtel” und „Fasnet auf Bestellung”. Dafür ging bereits eine bunt dekorierte Schachtel auf Reisen zu 35 Zünften; diese kann dann mit etwas Typischem befüllt werden, wie zum Beispiel Miniatur-Masken, Buttons, Pins und einem aktuellen Foto für die sozialen Medien. Am Fasnetssamstag wird mit dem Inhalt der Schachtel eine Online-Aktion geplant.

Die Fasnet ins Haus holen kann man mit den eigens entworfenen „Aitracher Fasnet-Däschle”. Dieser Stoffbeutel wird von Aitracher Vereinen und Gruppen mit allem gefüllt, was man für einen zünftigen Fasnetsball „dahoim“ braucht, als kleiner Ersatz für fehlende Ballveranstaltungen und den Narrensprung. Bestellen kann man die gefüllte Tasche per E-Mail an bestellung-nz@tsv-aitrach.de oder telefonisch zu einem Richtpreis von 22 Euro. Ausgeliefert wird sie am gumpigen Donnerstag. Nähere Informationen findet man auf der TSV-Homepage sowie in den Amtsblättern.

Und wenn es den Mitgliedern in Coronazeiten zu langweilig wird, werden Miniatur-Gipsmasken zum Selbstbemalen verteilt, damit wenigstens daheim ein wenig Fasnet einzieht. (olas)

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