Landesamt für Denkmalpflege aktualisiert seine Liste

„Neue“ Baudenkmäler in der Memminger Altstadt

Denkmalgeschütztes Gebäude in der Herrenstraße 2/Ecke Rossmarkt in Memmingen.
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Die Errichtung des Wohn- und Geschäftshauses Herrenstraße 2 Ecke Rossmarkt wurde vom Bayerische Landesamt für Denkmalpflege auf das 14. beziehungsweise 15 Jahrhundert datiert und gilt damit als eines der ältesten noch bewohnten Memminger Häuser.

Memmingen - 15 Jahre hat es gedauert, bis das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege (BLfD) in München seine Liste der Baudenkmäler in Memmingen aktualisiert hat. Die „neuen“ wertvollen historischen Gebäude wurden in der vorigen Woche im Bauausschuss der Stadt vorgestellt. Insgesamt neun Baudenkmäler aus der Innenstadt, die vom 14. bis zum 18. Jahrhundert errichtet wurden, konnten jetzt in die Liste der Memminger Baudenkmäler aufgenommen werden.

Im Einzelnen sind dies ein Wohnhaus in der Heidengasse 11 aus dem 16. Jahrhundert. In der Kalchstraße wurden gleich mehrere Häuser unter Denkmalschutz gestellt, hier die Nummern 3, 5, 7, 9 sowie 35a und 35 b, alle aus dem 17., 18. und 19. Jahrhundert. Auch der ehemalige Gasthof „Zum Weißen Ochsen“ in der Kramerstraße 18 aus dem 17. Jahrhundert und das Wohnhaus in der Kuttelgasse 10 aus dem 15. Jahrhundert gelten jetzt als Baudenkmal. Weiter westlich in der Altstadt wurden das Wohn- und Geschäftshaus in der Herrenstraße 2, Ecke Rossmarkt aus dem 14./15. Jahrhundert, das Wohnhaus Untere Bachgasse 9 ½ (16./17. Jahrhundert) unter anderem wegen barocker Tür und liegenden Ovalfenstern im Erdgeschoss, das Wohn-und Geschäftshaus Zangmeisterstraße 1 (ebenfalls16./17. Jahrhundert) sowie die ehemalige Schöllhornsche Kattunfabrik mit der Rokokofassade mit Rocaillestuck in der Zwinggasse 3 und 5 aus dem Jahr 1797 in die Liste der Baudenkmäler aufgenommen.

Das leer stehende Wohnhaus in der Kuttelgasse 10 stammt mit seiner Fachwerkkonstruktion im Kern aus dem 15. Jahrhundert. Es handelt sich dabei um einen dreigeschossigen Traufseitbau mit Satteldach, mit vorkragendem zweiten Obergeschoss und einem rückseitigen Laubengang, der 1599 aufgestockt wurde. Im Bild ist auch von außen die bereits vorgenommene Notsicherung der Bausubstanz zu erkennen.

Die Stadt Memmingen kann damit auf insgesamt 277 Baudenkmäler stolz sein, die mehrheitlich „eher mittelalterlich und weniger barock geprägt sind“, so der Leiter des Memminger Stadtplanungsamtes Uwe Weißfloch. Allerdings wurden bei der jetzt durch das Landesamt für Denkmalpflege vorgenommenen Aktualisierung auch neunzehn Baudenkmäler gestrichen. Das lag zum Teil daran, dass einzelne Bauwerke in der Regel durch bereits durchgeführte starke bauliche Veränderungen ihren Status als Baudenkmal verloren haben oder bedingt durch „altersschwachen“ Substanzverlust dem Abbruch zum Opfer fielen. Seit dem jetzigen Abschluss der „Nachqualifizierung“ sind die Bau- und Bodendenkmäler nun auch für jedermann im Bayerischen Denkmal-Atlas öffentlich einsehbar (https://www.blfd.bayern.de bzw. http://www.denkmal.bayern.de).

Für die Eigentümer der denkmalgeschützten Gebäude heißt das vor allem, dass sämtliche Veränderungen sowohl an der Fassade als auch im Gebäudeinneren vorher beim Denkmalamt angemeldet und genehmigt werden müssen. Die Eigentümer der neu aufgenommenen Baudenkmäler werden demnächst von der Behörde darüber und über mögliche finanzielle Unterstützung benachrichtigt. Im Wesentlichen sind das jedoch günstige Abschreibungsmöglichkeiten nach Paragraf 7b des Einkommenssteuergesetzes, der vor allem einkommensstarke Eigentümer begünstigt. Dass der Erhalt und die Restaurierung von Baudenkmälern einen finanziellen Kraftakt bedeuten, weiß auch Oberbürgermeister Manfred Schilder und bedankte sich daher bei den Eigentümern für die bisher geleistete Substanzerhaltung und Sanierung der betreffenden Gebäude.

(Tom Otto)

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