„Nach nur knapp 30 Jahren Bedenkzeit“

Neues Feuerwehrhaus in Amendingen eingeweiht

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Oberbürgermeister Manfred Schilder übergab den symbolischen Schlüssel an den Kommandanten der Amendinger Feuerwehr, Florian Roese.
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Die Amendinger Musikkapelle begleitete den Umzug der Freiwilligen Feuerwehr Amendingen in die neue Halle.
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Die Amendinger Musikkapelle begleitete den Umzug der Freiwilligen Feuerwehr Amendingen in die neue Halle.
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Die komplette Mannschaft der Freiwilligen Feuerwehr Amendingen postierte sich vor der neuen Fahrzeughalle.
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Zahlreiche Personen aus Feuerwehr und Politik besuchten die Eröffnungsfeierlichkeiten in der neuen Amendinger Feuerwache.
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Dekan Ludwig Waldmüller und Pfarrer Severin Brodersen schenkten der Feuerwehr zum Einzug einen Satz Handtücher.
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Stadtbrandrat Raphael Niggl beglückwünscht die Amendinger Wehr zum neuen Feuerwehrhaus.

MM-Amendingen – Nach „nur 30 Jahren Bedenkzeit“ sind Planung und Bau der neuen Feuerwache in Amendingen nun endlich realisiert und die Floriansjünger konnten das neue Gebäude an der Donaustraße 111 beziehen. Bei einer groß angelegen Einweihungsfeier wurden nicht nur Dankesworte gesprochen, auch aus der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Amendingen gab es einiges zu erzählen.

Oberbürgermeister Manfred Schilder berichtete von jahrzehntelangen Gesprächen um ein neues Feuerwehrhaus in Amendingen. Den ersten Einsatz aus dem neuen Feuerwehrhaus heraus habe man schon vor der Einweihung hinter sich gebracht, als im Memminger Klinikum Formaldehyd freigesetzt wurde, berichtet Schilder. Der Standort an der Donaustraße 111 sei optimal, auch wenn die Hausnummer 112 nett gewesen wäre. Es sei viel Platz vorhanden und das Industriegebiet Memmingen-Nord sei besonders schnell zu erreichen, so der Rathauschef weiter. Knapp vier Millionen Euro habe das neue Gebäude gekostet, wobei die Regierung von Schwaben 400.000 Euro bezuschusste. Schilder lies die Gelegenheit nicht verstreichen und mahnte in seiner Rede auch den Umgang mit Rettungskräften in der Öffentlichkeit an. Es könne nicht angehen, dass Feuerwehrleute, wie vergangene Woche in Passau, während eines Rettungseinsatzes massiv beleidigt werden. „In was für einer Welt leben wir, wenn sich andere beim recyceln ihres Mülls durch die Rettung von Menschenleben gestört fühlen, fragt der Rathauschef.

Schilder berichtete auch aus der Geschichte der Amendinger Feuerwehr. So habe ein Großbrand 1866 den Ausschlag für die Gründung der Amendinger Wehr im Jahre 1888 gegeben. 15 Häuser gingen damals in Flammen auf und elf Familien wurden obdachlos. In der Chronik sei weiter zu lesen, dass 19 Feuerwehren mit über 500 Feuerwehrmännern den Großbrand in Amendingen bekämpft haben.

„Wir haben fertig“, mit diesem Zitat eines Fußballtrainers begann der ausführende Architekt, Prof. Dr. Josef Schwarz, seine kurze Vorstellung des Bauvorhabens. Die Fahrzeughalle habe Platz für sechs Feuerwehrfahrzeuge, es gebe einen Verwaltungsbereich mit Schulungs-, Aufenthalts-, Bereitschafts- und Sozialräumen sowie einen eigenen Jugendraum. Großzügig dimensionierte Werkstatt- und Lagerflächen sowie eine Freifläche mit getrennter Zu- und Abfahrt, ein Übungshof und ausreichend Parkplätze runden den Bau ab. Die Nutzfläche beträgt 1.100 Quadratmeter und es wurden 750 Tonnen Beton und 90 Tonnen Stahl verbaut. Schwarz wies besonders auf die installierte S/W-Schleuse hin. Um eine Schadstoffverschleppung nach dem Einsatz zu vermeiden, müssen die Einsatzkräfte erst durch diese Schwarz/Weiß-Schleuse, wo die Arbeitskleidung vor dem Duschen abgelegt wird. Sie müssen sich dann nicht mehr wie früher mit verschmutzter oder kontaminierter Kleidung in die Umkleideräume begeben, so der Architekt.

Schon einige Kommandanten hätten seit Jahrzehnten versucht, zumindest einen Anbau oder eine Erweiterung der Feuerwache zu erreichen, wusste der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Amendingen, Florian Roese, zu berichten. Seit 1990 sei von Platzmangel die Rede gewesen und er habe eine Kostenaufstellung für einen Anbau mit Schulungsraum und Nassräumen aus dem Jahr 1993 gefunden, mit Baukosten in Höhe von 330.000 D-Mark. Mit knapp vier Millionen Euro liege man nun nur geringfügig darüber, konstatierte Roese mit einem Grinsen.

Von großem Applaus begleitet, gratulierte der Kommandant seinem Vorgänger, Wolfgang Fackler, ohne den dieses Projekt nie zustande gekommen wäre. Endlich gebe es genug Platz, die Fahrzeugtüren schlagen beim Öffnen nicht mehr gegen den Spind und auch Hustenanfälle beim Umziehen gehören der Vergangenheit an. Das alles sei sehr motivierend und nun könne man auch wieder Neumitglieder aufnehmen. Roese dankte Alt-OB Dr. Ivo Holzinger, Oberbürgermeister Manfred Schilder und dem Stadtrat für „nur knapp 30 Jahre Bedenkzeit“, bis man sich für den Neubau entschlossen habe.

Den kirchlichen Segen für das Gebäude gab es von Dekan Ludwig Waldmüller und dem evangelischen Pfarrer Severin Brodersen. Für die musikalische Unterhaltung sorgte die Amendinger Musikkapelle unter der Leitung von Susanne Böckeler. (ew)

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