1. kurierverlag-de
  2. Memmingen

Neues Löschsystem bei Akkubränden für FFW Memmingen

Erstellt:

Von: Rainer Becker

Kommentare

Zweiteiliges Löschsystem gegen Auto-Akkubrände
Das neue Löschsystem für Akkubrände in E-Autos besteht aus der Löscheinheit und der Steuerungseinheit. © Rainer Becker

Memmingen - Ein sehr modernes und umweltfreundliches Feuerlöschsystem gegen Akkubrände bei Elektrofahrzeugen wurde der Feuerwehr Memmingen von den Firmen Wilhelm Baumann GmbH und Baumann GmbH gespendet.

Obwohl Akku-Brände bei E-Fahrzeugen noch sehr selten sind, sind sie dennoch nicht ausgeschlossen und im Brandfall sehr aufwändig zu bekämpfen. So werden derzeit aufgrund des Brennverhaltens der Zellen viele tausend Liter Löschwasser verbraucht, wobei das Fahrzeug nach stundenlangem Löschen noch in ein Havariebecken verbracht werden muss. Abgesehen von der Gefährlichkeit ist diese Löschmethode weder ökologisch noch ökonomisch zielführend, weil auch viel Löschwasser kontaminiert wird.

Die Firma Rosenbauer hat in Zusammenarbeit unter anderem mit der Werkfeuerwehr Porsche ein Akkulöschsystem entwickelt. Nach Problemanalyse und Marktanalyse entstand bei der Freiwilligen Feuerwehr Memmingen die Idee, das Löschsystem der Firma Rosenbauer zu beschaffen, um für mögliche Brandfälle dieser Art gerüstet zu sein.

Das System besteht aus zwei Einheiten. Die erste Steuereinheit regelt den Einschuss des Bolzens und den Wasserdruck. Die zweite Einheit ist die Bolzenschusseinheit, die im Brandfall direkt unter das Fahrzeug unterhalb der Batterie geschoben wird. Dann wird die Löschlanze ferngesteuert mit etwa fünf bar durch den Boden des Fahrzeugs direkt in die Batterie eingeschossen. Durch den Sprühdorn wird das Löschwasser direkt in die Batterie gedrückt und stoppt innerhalb weniger Minuten den sogenannten „Thermal Runaway“. So wird der Brandprozess genannt, bei dem die brennenden Batteriezellen sich nacheinander gegenseitig in Brand stecken. Dieser Thermal Runaway dauert bei der herkömmlichen Löschmethode viele Stunden bis zur endgültigen Abkühlung. Mit dem neuen System geht es nicht nur wesentlich schneller, es wird der Löschwasserverbrauch auch auf 1.000 bis 4.000 Liter reduziert. Dies sind nur wenige Liter im Vergleich zur bisherigen Löschmethode.

Die kurzfristige Beschaffung des neuen Systems wurde durch die Spende der Firmen Wilhelm Baumann GmbH und Baumann GmbH, Teil der MedeleSchäfer Gruppe, in Memmingen ermöglicht. Der Vereinsvorsitzende Frank Greiner dankte den Firmen für ihr großzügiges Engagement für das Ehrenamt. „Wir sind in Memmingen und Umgebung in der glücklichen Situation, dass wir hier Arbeitgeber haben, die stets verständnisvoll sind, wenn es darum geht unsere Feuerwehrmitglieder zu Einsätzen freizustellen und uns durch Spenden unterstützen. Allerdings kommt es nicht allzu oft vor, dass wir von einem Unternehmen mit einer Spende in dieser Höhe bedacht werden.“ Daher wurde von Seiten der Feuerwehr Memmingen der Entschluss gefasst, solch überdurchschnittlich engagierte Unternehmen künftig entsprechend zu würdigen. Stadtbrandrat Niggl und Vereinsvorsitzender Greiner überreichten den anwesenden Vertretern der Spender, Johannes Medele und Sebastian Baumann, daher als ersten Unternehmen diese neu geschaffene Anerkennung in Form einer Urkunde und einer Plakette. Diese weisen darauf hin, dass die Unternehmen „Partner und Förderer der Freiwilligen Feuerwehr Memmingen“ sind.

„Auch wir haben die Philosophie, unsere zwölf Betriebe auf technisch neuestem Stand zu halten. Deshalb war es uns eine große Freude, die Freiwillige Feuerwehr Memmingen bei der Anschaffung dieses innovativen Gerätes zu unterstützen. Insbesondere, wenn wir dadurch einen Beitrag zum Umweltschutz leisten können. Wohl in der Hoffnung, dass es möglichst wenig gebraucht wird“, so die beiden Geschäftsführer Johannes Medele und Sebastian Baumann.

Auch interessant

Kommentare