Neujahrsempfang des THW mit zahlreichen Ehrungen

Behördenstruktur ist mit sich selbst beschäftigt

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Für 20 Jahre THW wurden (von links) Thomas Zoller, Carsten Oldewurtel, Manuel Dehn, Christoph Buhlheller und Matthias Bergmanis von der Leiterin der Regionalstelle Kempten, Brigitte Müller, geehrt.

Memmingen – Inmitten zahlreicher Schneeeinsätze hielt der THW-Ortsverband Memmingen seinen Neujahrsempfang ab. Ortsbeauftragter Klaus Liepert begrüßte die Gäste aus Politik, Wirtschaft, Feuerwehren und auch die engagierten Helfer des THW.

In seiner Rede blickte der Ortsbeauftragte auf ein unspektakuläres Jahr zurück. „Die großen Einsätze sind uns erspart geblieben“, und gefühlt sei es dem THW noch nie besser gegangen, führte Liepert aus. Man haben seit Jahren genügend finanzielle Mittel und der Ortsbeauftragte dankte in diesem Zusammenhang insbesondere dem Bundestagsabgeordneten Stefan Stracke für seinen Einsatz. Auch die Gefahrenabwehr sei in Bayern, dank guter Verbindungen mit den Trägern wie Feuerwehren und dem Katastrophenschutz, besser geworden. 

Trotzdem stellte Liepert eine gewisse Unzufriedenheit fest. Die Behördenstruktur der Bundesanstalt THW sei derzeit in großen Teilen mit sich selbst beschäftigt und gehe notwendige Projekte nicht mit der nötigen Entschiedenheit an. An vielen Stellen bewege sich noch viel zu wenig und die Leute im Bundesministerium, in der THW-Leitung sowie im Landesverband würden die zahlreichen Ideen nicht umsetzen, klagte Liepert.

Spezialisten sind gefragt

Acht neue Helferinnen und Helfer hätten vergangenes Jahr ihre Grundausbildung abgeschlossen und konnten in den Einsatzdienst übernommen werden. Aber es seien in den letzten Jahren auch immer mehr Spezialisten gefragt, so Liepert weiter. Gründe dafür sind die neuen Einsatzmittel wie beispielsweise die Drohne oder die Handy-Ortung. Gerade die Hilfe der Drohne sei ein Schwerpunkt geworden. Mit diesem neuen Werkzeug könne man Einsatzstellen aus der Luft beobachten und der Einsatzleitung aktuelle Luftbilder zur Verfügung stellen. Mit ihrer Wärmebildkamera könne sie auch bei der Suche nach vermissten Personen effektiv eingesetzt werden, was bei insgesamt acht Einsätzen erfolgt sei. Das THW-Fachberater-Konzept habe sich bewährt und auch die Ausstattung konnte verbessert werden. Liepert bedauert aber, dass kein einziges neues Fahrzeug nach Memmingen ausgeliefert worden sei. Das Problem mit den Fahrzeugen gebe es bundesweit, weil angeblich die Anträge mangels Personal nicht abgearbeitet werden können.

119 Ehrenamtliche

Bei den Zahlen und Fakten freute sich Liepert über 17.598 Dienststunden, welche die 119 Ehrenamtlichen 2018 abgeleistet haben. Das THW lebe vom Engagement der ehrenamtlichen Einsatzkräfte, „und da schaut es bei uns ganz prima aus“, so Liepert. Die Fachberater seien insgesamt 45 Mal alarmiert worden, bei 17 davon seien weitere Helferinnen und Helfer des Ortsverbandes eingesetzt worden. Sie leisteten dabei knapp 700 Stunden technische Hilfe. Liepert dankte in diesem Zusammenhang den Feuerwehren, den Rettungsdiensten und der Polizei für die gute Zusammenarbeit, aber auch ganz besonders den Arbeitgebern für die großzügige Freistellung der Einsatzkräfte. Der Bundestagsabgeordnete Stephan Stracke und Memmingens Oberbürgermeister Manfred Schilder dankten ebenfalls den vielen Helfern für ihr ehrenamtliches Engagement. Schilder überreichte dabei als Geschenk eine gelbe Ortstafel der Stadt Memmingen, die künftig bei den Jugendlagern der THW-Jugend das Zelt der Memminger schmücken soll. Brigitte Müller, Leiterin der THW Regionalstelle in Kempten, würdigte im Anschluss die langjährige Unterstützung der Jugendgruppe durch Tobias Brüstle und verlieh ihm das Helferzeichen in Gold. Lothar Wollmann wurde für 50 Jahre THW-Mitgliedschaft ausgezeichnet. Er habe als Ausbildungsbeauftragter über 30 Jahre lang die Grundausbildung geleitet und in dieser Zeit über 150 Helfer ausgebildet. Weiter geehrt wurden Wolfgang Zettler, ehemaliger Ortsbeauftragter und Vorsitzender des Fördervereins für 45 Jahre, Josef Auerbacher für 35 Jahre, Matthias Bergmanis, Christoph Buhlheller, Manuel Dehn, Carsten Oldewurtel und Thomas Zoller für jeweils 20 Jahre und Kevin Hatzelmann, Thomas Heiland, Florian Kispert und Joachim Linse für jeweils zehn Jahre. (ew)

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