Gemeinsamer Weg bei Zuschauerzahlen?

Oberbürgermeister lädt FC Memmingen und ECDC Memmingen zu Gesprächen

Tribüne des Memminger Fußballstadions
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Wie viele Zuschauer dürfen künftig ins Memminger Stadion (Foto) beziehungsweise in die Eishalle? Darüber diskutierten Vertreter der Stadt und der Vereine bei einem runden Tisch im Rathaus.

Memmingen - „Die aufgrund der politischen Vorgaben limitierten Zuschauerzahlen bei den ersten Spielen des FC Memmingen sorgten in den vergangenen Wochen für Diskussionen und emotionale Beiträge vor allem in den Sozialen Medien“, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt Memmingen. Daher kamen auf Einladung von Oberbürgermeister Manfred Schilder nun die Vorsitzenden des FC Memmingen und ECDC Memmingen mit Entscheidungsträgern der Stadtverwaltung zu einem Runden Tisch in Sachen Zuschauerzahlen zusammen.

„Es geht darum, gemeinsam einen Weg zu finden und um die Frage, wie wir zukünftig miteinander umgehen wollen“, betonte Oberbürgermeister Schilder. In einer zweistündigen Diskussion im Rathaus einigte man sich auf ein gemeinsames Vorgehen, heißt es in der Mitteilung der Stadt.

Demzufolge habe sich der FC Memmingen im Laufe des Gesprächs bereit erklärt, ein ausreichendes Hygiene- und Schutzkonzept zu erstellen und darin festzulegen, wie die Einhaltung von Abstandsgebot und Maskenpflicht geregelt werde und die Kontaktnachverfolgung sichergestellt werden könne. Auf der Basis dieses Konzepts habe sich die Stadt bereit erklärt, bei der Regierung von Schwaben nach einer Ausnahmegenehmigung anzufragen, die maximale Zuschauerzahl im Stadion zu erhöhen. Dabei soll auf die aktuell günstigen Rahmenbedingungen (Inzidenz von Null, keine Corona-Patienten im Klinikum) verwiesen, die 3-G-Regelung angewendet (geimpft, genesen oder getestet) und zudem angeführt werden, dass nach dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit der aktuellen Regelungen ein Testlauf für mehrere Spiele gestartet werden könne. „Wir geben das gerne an die Regierung und das Gesundheitsministerium“, betonte der Pressemitteilung zufolge Oberbürgermeister Schilder. Das Stadion an der Bodenseestraße bietet normalerweise 1000 Sitzplätze und 4000 Stehplätze. Aktuell sind aufgrund der Abstandsregelungen 425 Sitzplätze zugelassen und 200 Stehplätze, wie es die 13. Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung für Sportveranstaltungen im Außenbereich ermöglicht.

Stehplätze zu Sitzplätzen wandeln

Bereits vor einigen Wochen hätte das Ordnungsamt dem Vereinsvorstand einen Vorschlag unterbreitet, Stehplätze durch einfache Markierungen auf den Betonstufen der Stehplatztribünen in Sitzplätze umzuwandeln, wodurch die Zuschauerzahl im Rahmen der bestehenden Möglichkeiten erhöht werden könne. Dieser Vorschlag wurde jedoch abgelehnt mit dem Hinweis, dass Sitzplätze ohne Überdachung bei Regen nicht zumutbar seien. Der Verein hat für diese Saison 425 Dauerkarten verkauft.

Stellungnahme des FCM-Präsidenten

Der erste Vorsitzende des FC Memmingen,Armin Buchmann, kommentiert die Pressemitteilung der Stadt wie folgt: „Wir haben für uns entschieden, über die zweistündige Diskussion im Rathaus keine öffentliche Stellungnahme abgeben zu wollen. Auch das Thema Zuschauerbegrenzung und erweiterte Sitzplatzbelegung wollen wir im direkten Austausch mit der Stadt Memmingen in Angriff nehmen. Die Erfolgsaussichten bleiben aber anhand der aktuellen Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung für Sportveranstaltungen sehr begrenzt. Deshalb ist es für alle Beteiligten umso wichtiger jegliche Emotionen außen vor zu lassen“, so Buchmann.

Weiter sagt der FCM-Vorsitzende: „Dass in Deutschland und speziell in Bayern kein Veranstalter ohne klares Hygienekonzept eine Veranstaltungszulassung erhält, dürfte denke ich jedem klar sein. Auch der FC Memmingen hat hier keine Sonderfreigabe erhalten, ohne fundierte Hygienekonzepte für alle Bereiche des Erwachsenen- und Jugendspielbetriebes Heimspiele durchführen zu dürfen. Dass hier in der städtischen Pressemitteilung der Eindruck entstehen kann, dass wir ohne bisherige Hygienekonzepte unseren Vereinsspielbetrieb durchführen, ist natürlich sehr unglücklich.“ Buchmann weist darauf hin, dass der FCM „mit Sicherheit zu den bayerischen Vereinen gehört, die mitunter bereits das aufwändigste Hygienekonzept für den Trainings- und Spielbetrieb seit Ausbruch der Corona-Pandemie betreiben, dies auch anderen Vereinen zur Verfügung gestellt haben und von diesen übernommen wurde.“

ECDC ohne Dauerkarten

Weiter heißt es in der städtischen Pressemitteilung, der ECDC habe für die kommende Saison auf den Verkauf von Dauerkarten bewusst verzichtet. „Es weiß keiner, was im Oktober ist“, wird der 1. Vorstand Helge Pramschüfer zitiert. Das bestehende Hygienekonzept aus dem Vorjahr werde für einen Betrieb mit Zuschauern aktualisiert. „Für uns sind die Abstände in den Kabinen das größere Problem“, betonte Pramschüfer. Dazu finde nun zeitnah eine Begehung statt.

Aufgrund von „coronabedingten Lieferengpässen“ verzögere sich laut Stadt auch die laufende Sanierung der Steuerung für die Kälteerzeugung. Dies bedeutet, dass das Eis im allergünstigsten Fall erst ab dem 10. September genutzt werden (siehe eigener Bericht).

Am Runden Tisch haben teilgenommen: Oberbürgermeister Manfred Schilder, Bürgermeisterin Margareta Böckh, Armin Buchmann, 1. Vorsitzender des FC Memmingen, Prof. Dr. Kai-Uwe Marten, 3. Vorsitzender des FC Memmingen, Helge Pramschüfer, 1. Vorstand des ECDC Memmingen, Thomas Butzke, 2. Vorstand des ECDC Memmingen, Michael Foit, Leiter des Ordnungsamts, Andrea Fischer, Leiterin Hallen und Veranstaltungsstätten, Hauptamtsleiter Michael Birk, persönlicher Referent des Oberbürgermeisters, Sportamtsleiter Jürgen Schäle, Rechtsamtsleiter Martin Mittenhuber sowie Pressesprecherin Alexandra Wehr. (MK/es)

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