Tag der offenen Tür beim Finanzamt Memmingen

"Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß"

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Oberbürgermeister Manfred Schilder griff selbst zum Minigolfschläger beim Tag der offenen Tür im Memminger Finanzamt.

Memmingen – Das Memminger Finanzamt veranstaltete einen Tag der offenen Tür mit vielen Informationen zum Steuerrecht, einer Kunstführung durch das Haus und der Vorstellung der elektronischen Steuererklärung Elster.

Riesige Stahlbögen in offener Architektur prägen das außergewöhnliche Gebäude in der Bodenseestraße.

Der Grund für diesen Tag der offenen Tür sei die gesetzliche Neuregelung, bei der nun fast jeder die Steuererklärung elektronisch abgeben muss, erläutert die Leiterin des Memminger Finanzamtes, Dr. Tanja Firgau, bei der Führung durch das Haus. Das Finanzamt verzichtet dabei erst einmal auf die Abgabe von Belegen und fordert diese nur an, wenn das System eine Prüfung verlangt. Das Ziel sei die vollelektronische Veranlagung. Gespeichert würden die Daten in einem hoch gesicherten Rechenzentrum in Nürnberg, so Firgau. Im Gegensatz zu früher sei die Abgabe der Steuererklärung heute browsergestützt und es gebe sogar eine App für Smartphones, um die Steuerdaten einzugeben, weiß die Finanzamtschefin. Dr. Firgau wies auch auf die geringe Personalfluktation in ihrem Hause hin. Die Verbeamtung sei dabei ein nicht zu unterschätzender Faktor.

Oberbürgermeister Manfred Schilder bestätigte in seinem Grußwort, dass man es auch in der Stadtverwaltung mit einer wachsenden Konkurrenz aus der Wirtschaft zu tun habe. „Wir erleben es, dass Mitarbeiter teilweise massiv von anderen Unternehmen abgeworben werden“, so der Rathauschef. Dies gelte vor allem beim Klinikum im Pflegebereich, wo andere Kliniken die Mitarbeiter mit bedeutend höheren Löhnen locken. Neben den Informationen über steuerliche Neuerungen wurde auch für die Unterhaltung der Besucher gesorgt. In verschiedenen Amtszimmern wurden Bürogolf-Parcours aufgestellt und auch Schilder ließ es sich nicht nehmen, einen Golfschläger in die Hand zu nehmen und lochte schon beim dritten Versuch ein.

Der stellvertretende Amtsleiter Erich Uhl ging auf die zahlreichen Kunstobjekte im Haus ein und erläuterte im Gespräch mit unserer Zeitung die Bedeutung der riesigen Bögen, die in und um das Haus installiert wurden. Ein Stahlbogen zeigt im Garten des Finanzamtes direkt zur nebenliegenden Villa und verdeutlicht, dass diese auch zum Finanzamt gehört, so Uhl. Ein weiterer Bogen reicht vom zweiten Untergeschoss bis unter das Dach und soll die Spannung des Gebäudes, welches auch abgerundet ist, zum Ausdruck bringen. 

Uhl berichtet im weiteren Verlauf des Gesprächs auch über die hohen Sicherheitsstandards und den Datenschutz im Haus. Es habe auch in Memmingen, nach dem Ankauf der Schweizer Steuer-CDs, Selbstanzeigen gegeben, aber nur sehr wenige Mitarbeiter wüssten, um welche Personen es sich dabei handelt. Es sei streng geregelt, welcher Mitarbeiter welche Daten einsehen darf und das sei auch gut so. „Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß“, so Uhl. (ew)

Finanzamt Memmingen/Mindelheim

278 Beschäftigte (108 Männer und 170 Frauen)
davon 30 Auszubildende (8 Männer und 22 Frauen)

Teilzeitquote: 50 Prozent

Steueraufkommen 2017:
· 1.141.964.358,51 Euro

55.400 Steuerpflichtige davon:
· 18.700 Arbeitnehmer
· 30.900 Einzelunternehmer
· 4.500 Gesellschaften
· 1.300 Vereine

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