Offener Brief an Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger

Ärger über Fußgängerzone

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Eine Memminger Bürgerin hat jetzt ihrem Unmut über die Zustände im Rahmen der Sanierung der Fußgängerzone in einem Schreiben an OB Dr. Holzinger Luft gemacht und Verbesserungen gefordert.

Memmingen - In einem offenen Brief an Memmingens Oberbürgermeister hat sich eine Bürgerin Memmingens ihrem Ärger über die Sanierung der Fußgängerzone Luft gemacht. Tanya Röhrl findet die Einschränkungen, die Bürgerinnen und Bürger derzeit durch die Sanierung der Fußgängerzone hinnehmen müssen unerträglich.

Diese gingen weit über das zumutbare Maß hinaus. "Wie sollen Mütter mit Kinderwagen oder Menschen mit Handicap, die auf einen Rollstuhl oder eine Gehhilfe angewiesen sind, durch die Fußgängerzone kommen? Viele Geschäfte sind nach Niederschlägen überhaupt nicht oder nur eingeschränkt erreichbar. Pfützen großen Ausmaßes behindern das Vorwärtskommen", so Röhrl. "Die Fußgängerzone die eine "Relaxzone" und ein Erlebnisort sein soll, ist derzeit eher ein Parcours mit Hindernissen und Stolperfallen. Darüber kann auch der rote Teppich nicht hinwegtäuschen. Dieser wird ohnehin am Vormittag von Lieferanten als Parkzone genutzt. Fußgänger dürfen sich dafür durch enge Stellen schlängeln und in Bodenunebenheiten bis Drecklöcher ausweichen. Auch ragen nicht auffällig genug gekennzeichnete Stangen aus dem Boden, die eine Verletzungsgefahr darstellen." Statt des roten Teppichs wäre ein hölzener Steg, der Unebenheiten, Dreck und Wasserlöcher überwindet, sicherer und angenehmer zu gehen, so Röhrl. "Ich rege an, dies zu prüfen und noch rechtzeitig umzusetzen, bevor jemand zu Schaden kommt. Ich bin mir sicher, dass auch die Geschäfte in der Fußgängerzone von einem solchen Steg profitieren würden." Momentan würden die Kunden die Geschäfte eher meiden. Wer dennoch komme, bringe Dreck und kaum Kaufkraft mit. Dabei würden sich die Anlieger mit erheblichen Beträgen am Ausbau/der Sanierung beteiligen müssen. "Mir ist klar, dass derlei Sanierungen und Baustellen Einschränkungen mit sich bringen. Dennoch sollte man seitens der Stadt und der ausführenden Unternehmen alles daran setzen, die Beeinträchtigungen bauseits so gering wie möglich und zeitlich so kurz wie möglich zu halten", so Röhrl. Die Sanierung der Fußgängerzone sollte sich, so Tanya Röhrl, nicht in Negativbeispiele der letzten Jahre einreihen. Sie nennt dabei den Bau eines Kinos ohne Fahrstuhl für Rollstuhlfahrer, erschwerte Behördenzugänge für Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte oder große Defizite beim Öffentlichen Personennahverkehr. (MK)

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