Programm zum Jubiläum des historischen Festspiels vorgestellt

»1630 - Wallenstein in Memmingen«

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Stilecht begleitet von den Trommlern und Pfeifern wurde das Programm zum Wallensteinfest 2016 vorgestellt.

Memmingen - Ein großes Ereignis wirft bereits seinen Schatten voraus: die Wallensteinspiele 2016. Am Mittwoch (4. November) präsentierte das Organisationsteam des Fischertagsvereins im Antonierhaus erstmals das Programm der einzigartigen Historienveranstaltung. Damit sich die Anwesenden bereits darauf einstellen konnten, gaben die Pikeniere einen kleinen Einblick in ihr Lagerleben und sorgten für die Verpflegung der Gäste.

Nach vierjähriger Pause ist es wieder soweit. Der Fischertagsverein Memmingen e.V. und die Memminger Bürger begeben sich vom 24. bis 31. Juli 2016 zum 10. Mal auf Zeitreise ins Jahr 1630. Über 5.000 Mitwirkende in originalgetreuen Gewändern, mit 300 Pferden, prunkvollen Kutschen und einer großen Anzahl an Fuhrwerken lassen in dieser Zeit ein bewegtes Stück Geschichte lebendig werden. »Beim Wallensteinfest wird nicht die schwere Zeit des Krieges romantisiert oder verharmlost, sondern die Memminger spielen ihre Geschichte nach«, betont der erste Vorsitzende des Fischertagsvereins, Michael Ruppert. »Es ist ein kultureller Bestandteil Memmingens.« Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger, seit Beginn des Wallensteinfestes im Jahr 1980 dabei und dessen Amtszeit nach dem Historienspektakel endet, prognostizierte auch der zehnten Auflage des Festes großen Erfolg, allein aufgrund der großen Anzahl an Mitwirkenden. Um sich schon auf das kommende Ereignis einzustimmen, gab es einen Rückblick auf die letzten neun Wallensteinfestspiele, wobei so mancher der Anwesenden lächelnd in Erinnerungen schwelgte. In einem kleinen Interview fragte Wallenstein-Neuling Lisa Kohl das Wallenstein-Urgestein Heinz Janda über die Veränderungen zu damals und heute. Vor allem die Anzahl der Mitwirkenden habe sich mehr als verdoppelt und es seien neue Gruppen dazugekommen, berichtete Janda. Ein besonderes Ereignis waren die Wallensteinfestspiele im Jahr 2000, denen die im gleichen Jahr stattfindende Landesgartenschau einen Besucherrekord bescherte. Im Anschluss stellte Organisationsleiter Jürgen Kohl - stilecht durch den Einzug der Trommler und Pfeifer angekündigt - das Programm vor. »Passend zum zehnjährigen Jubiläum haben wir dem Alten etwas Neues hinzugefügt. Wir möchten mehr Leben in die Woche bringen«, versprach Jürgen Kohl. Im Vorfeld und zur Einstimmung auf das Wallensteinfest 2016 sind zwei Fotoausstellungen geplant. Der Fischertagsverein stellt die Entwicklung von 1980 bis 2008 dar und das Stadtmuseum nimmt gemeinsam mit dem Fotoclub die neueren Jahre (2008 bis 2012) unter die Lupe. »Bestimmt ist dort das ein oder andere Bild dabei, wo man sich wiedererkennt«, sagte Kohl schmunzelnd. In der Zeit vom 24. bis 31. Juli erzählen 5.000 Akteure und Gastgruppen das Geschehen des 30-jährigen Krieges nach. Direkt nach dem Fischertag (23. Juli) startet das Wallensteinfest wieder mit einer Matinee. Mit der Verkündung, dass der katholische Oberbefehlshaber Wallenstein in der protestantischen Stadt Memmingen sein Lager aufzuschlagen gedachte, beginnt die Zeitreise in die Vergangenheit. Höhepunkt der achttägigen Veranstaltung sind an beiden Sonntagen (24. und 31. Juli) der Einzug Wallensteins mit seinem Heer. Was allerdings für die damalige Bevölkerung kein freudiges Ereignis darstellte, sondern einer Besetzung der Stadt gleich kam. Neu sind der historische Markt an drei Plätzen sowie ein mittelalterliches, rockiges Konzert der bekannten Gruppe »Faun«. Natürlich werden auch dieses Mal die beliebten Reiterspiele im Reichshain ausgetragen. Magyaren und Kürisser zeigen in einem mitreißenden Wettstreit ihre Geschicklichkeit. Waghalsige Reiter aus der Ukraine zeigen eine atemberaubende Reitkunst aus dem Fernosten. Realitätsnah und auf historischen Schilderungen basierend wird im Stadtpark »Neue Welt« (LGS-Gelände) in einer Gefechtsdarstellung nachgestellt, wie sich eine Kampfhandlung im Dreißigjährigen Krieg abgespielt hat. Natürlich sind auch die Lagerspiele auf der Grimmelschanze, der Tanz auf dem Kopfsteinplaster, das Theater auf dem Marktplatz und der Handwerkermarkt mit dabei. Ein buntes Treiben erleben die Besucher, wenn sie durch die Lager der Wallensteinschen Armee auf der Grimmelschanze und im Reichshain schlendern. Hier leben Soldaten, Musketiere, Pikeniere, Trosse und Kanoniere ihren Alltag - allerdings zum Wohle der heutigen Anwohner von 16 bis 23 Uhr. Da es während des »30-jährigen Krieges« sicherlich auch nicht gerade leise zu ging, hoffen die Veranstalter während der Dauer der Wallensteinfestspiele auf das Verständnis der Anwohner. Ansonsten bleiben immer noch ein paar Urlaubstage fernab des »Kriegsgeschehens«. Der Flyer mit dem ausführlichen Programm und den Preisen liegt bereits in der Geschäftsstelle des Fischertagsvereins, Am Einlass 5, aus. »Wer noch auf der Suche nach einem Weihnachtsgeschenk ist: Ab 20. November startet der Kartenvorverkauf für »1630 - Wallenstein in Memmingen«. (mb)

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