„Wir müssen den Staat neu denken“

Ortshauptversammlung des CSU-Ortsverbands Erkheim

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Die Geehrten von links: Franz Xaver Lutz, Wolfgang Welge, Bgm. Christian Seeberger und Sigfried Föst, gemeinsam mit dem Vorsitzenden Otmar Hoffmann (ganz links). Nicht auf dem Foto: Dagmar Fritz-Kramer, Werner Huith und Josef Veh. 

Erkheim – Mitglieder und Freunde des CSU Ortsverbandes Erkheim trafen sich zur Jahreshauptversammlung im Erkheimer Bistro „Akut“. Neben Tätigkeitsberichten der Funktionsträger, Ehrungen und Neuwahlen zum Vorstand standen aktuelle politische Entwicklungen auf kommunaler und landesweiter Ebene im Fokus der Veranstaltung.

Nach allgemeiner Begrüßung und Eröffnung der Versammlung durch den Ortsvorsitzenden, Otmar Hoffmann, dankte CSU-Bürgerbeauftragter und Landtagsabgeordneter Klaus Holetschek zunächst für die bisher im Ehrenamt erbrachte Leistung der Mitglieder und Funktionsträger. Beim Thema Straßenausbaubeiträge und Erschließungskosten stellte Holetschek fest: „Wenn in 25 Jahren kein endgültiger Ausbau der Straßen erfolgt ist, ist das schon ein nachvollziehbares Versäumnis der Kommunen, das beim Bürger auf Unverständnis stößt.“ Handlungsbedarf sieht der Landespolitiker auch bei der viel diskutierten Klinikfusion und bezeichnete die Auswirkungen des Brexit als große Unbekannte, die auch der deutschen Wirtschaft enormen Schaden zufügen werde.

Daneben müsse man sich für mehr bezahlbaren Wohnraum, die Aufrechterhaltung der Sicherheit und für mehr Pflegekräfte in der Altenbetreuung einsetzen. Doch der Staat sei in manchen Dingen zu langsam und zu träge. „Wir müssen den Staat neu denken“, forderte Holetschek. „Wir müssen die Gegenwart gestalten und die Weichen für die Zukunft stellen“, sagte auch Bürgermeister Christian Seeberger in seinem Grußwort. Erkheim gehe es zwar gut. Die aktuelle Einwohnerzahl habe sich kontinuierlich nach oben entwickelt und liege derzeit bei 3.200 Personen. Und: „Erkheim ist schuldenfrei“, berichtete der Rathauschef nicht ohne Stolz.

Ein Meilenstein für Erkheim war laut Seeberger der Beitritt zum Zweckverband Hochwasserschutzgebiet Günztal. Ein innerörtliches Bauprojekt mit integrierter Tagespflege wurde angestoßen und in Schlegelsberg wurde ein Wohnprojekt mit neun Wohneinheiten errichtet. „Für die weitere Entwicklung suchen wir zur Ausweisung neuer Baugebiete dringend Baugrund“, so Seeberger. Auch für die Gewerbeansiedlung werden freie Grundstücke gesucht. Im Fokus stünde jetzt der Ausbau von Straßen und Brücken, so Seeberger weiter. Neben dem Neubau des Feuerwehrhauses sei außerdem sehr erfreulich, dass der Maschinenring seinen Standort neu nach Erkheim verlege. In nächster Zeit stünden jedoch Planungen für die anstehende Europawahl sowie die kommende Kommunalwahl im nächsten Jahr ganz oben auf der Agenda.

„Hat Europa eine Zukunft“ lautete indes eine der Fragen, die der Ortsvorsitzende Otmar Hoffman in seinem Rückblick in den Mittelpunkt stellte, in dem er unter anderem über die Schleierfahndung in Bayern mit rund 12.500 Aufgriffen, den Länderfinanzausgleich und die Bayerische Grenzpolizei berichtete. Hoffmann sieht in der Aufstockung der Polizei „Augenwischerei“: 811 neu ausgebildeten Polizeikräftenstünden 541 gegenüber, die in den Ruhestand gehen.

Wahlen und Ehrungen

Das komplette Vorstandsgremium stellte sich zur Wiederwahl und wurde unter der Wahlleitung von ABM Ignaz Heinle einstimmig in ihren Ämtern bestätigt.Vorsitzender bleibt somit: Otmar Hoffmann, Stellvertreter: Christian Seeberger und Tobias Sattelmair. Kassier: Martin Christa. Schriftführer: Tobias Sattelmair. Ortsteilreferenten: Stefan Bögle (Frickenhausen), Gerad Hörburger (Schlegelsberg), Georg Huber (Daxberg), und Georg Sommer (Lauben). Delegierte für die Kreisversammlung: Christian Seeberger, Otmar Hoffmann, Tobias Sattelmair, Gerad Hörburger und Peter Baumgartl. Ersatzdelegierte: Wolfgang Philipp, Gottfried Seeberger, Stefan Bögle, Georg Heinle und Hannes Huber.

Geehrt für langjährige Mitgliedschaft mit Urkunde und Ehrennadel wurden: Dagmar Fritz-Kramer (10), Werner Huith (15), Christian Seeberger (20), Wolfgang Welge (30), Franz Xaver Lutz (35), Josef Veh (50) und Siegfried Föst ebenfalls 50 Jahre. (jw)

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