Markus Schmidt will trotz Handicap nach Rom radeln

"Pilgerfahrt" mit dem Liegerad

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Seine letzte Tour führte Markus Schmidt einmal rund um den Bodensee (siehe Bild) - jetzt möchte er mit seinem Liegerad bis nach Rom fahren!

Memmingen - Der halbseitig gelähmte Markus Schmidt aus Memmingen machte im Sommer 2012 durch eine großartige Leistung von sich reden: Mit seinem eigens für ihn verkehrssicher ausgerüsteten Liegerad umrundete er in dreieinhalb Tagen den Bodensee (wir berichteten). Im Mai dieses Jahres will er sich einer noch bedeutend größeren Herausforderung stellen – einer "Radtour nach Rom" mit Besuch des Vatikans.

Etwa 1.300 Kilometer wird Markus Schmidt auf dieser ungewöhnlichen Pilgerfahrt zurücklegen, für die er drei bis fünf Wochen eingeplant hat. Die Route soll von Memmingen zunächst über Innsbruck und den alten Brennerpass nach Bozen und Trento sowie weiter nach Verona, Parma und Modena bis Florenz mit Abstecher nach Pisa führen. Für die beiden berühmten historischen Städte sind jeweils zwei Tage für Besichtigungen eingeplant.Weiter geht es dann rechts oder links der Autobahn bis Monterondo - danach sind es "nur noch" 160 Kilometer bis zur italienischen Hauptstadt Rom mit ihren zahlreichen kulturellen Sehenswürdigkeiten und dem Mittelpunkt der katholischen Kirche, dem Petersdom. Bei seiner Ankunft auf dem Petersplatz erhofft sich Markus Schmidt einen Empfang durch den Vatikan, mit dem er seit etwa vier Monaten per E-Mail in Kontakt steht, und als gläubiger Katholik eine Papst-Audienz. Die Rückreise nach Memmingen ist mit der Bahn vorgesehen, da für Markus Schmidt mit seinem Handicap die nochmalige Überwindung einer so großen Distanz nicht realisierbar ist. Schon eine gelungene Hinfahrt dürfte ein aufsehenerregendes Ereignis und eine herausragende Leistung eines Behinderten darstellen. Mit der Planung für sein großes Vorhaben hat Markus Schmidt bereits im September 2012 begonnen und sich durch regelmäßige Ergo- und Physiotherapien auch körperlich darauf vorbereitet. Sein Liegerad hat Sponsor Hermann Zelt inzwischen mit einem Elektromotor ausgestattet, der die Fahrt erleichtern und vor allem bei stärkeren Steigungen helfen wird. Ein Mitarbeiter des Sanitätshauses Zelt wird den "Pilgerfahrer" mit dem Mountainbike begleiten. Für Markus Schmidt, der nach seinem Schicksalsschlag nicht aufgegeben hat, sondern sich immer wieder ein neues sportliches Ziel setzt, bedeutet die größte Motivation neben seinem Glauben die Begeisterung seines neunjährigen Sohnes für das "voll coole" Vorhaben des Vaters. Doch ohne finanzielle Unterstützung wird das Unternehmen scheitern, das ist Markus Schmidt schnell klar geworden. Die Kosten für die Bahnfahrt und zirka 30 Übernachtungen übersteigen bei weiten seine finanziellen Möglichkeiten. Zwar haben einige Sponsoren der Bodensee-Tour ihre Hilfe wieder zugesagt, doch wird das mit Sicherheit nicht reichen. Alle, die den behinderten Sportler bei der Durchführung seines außergewöhnlichen Projektes unterstützen wollen, erreichen ihn unter der Mobilfunknummer 0173/9297068, der E-Mailadresse bm-schmidt@web.de oder schriftlich unter seiner Postanschrift: Markus Schmidt, Rheineckstraße 23, 87700 Memmingen. (ma)

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