„Unerträgliches Blabla“ im Stadtkabarett

Politischer Aschermittwoch der Freien Wähler

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FW-Stadtrat Hermann Zelt kritisierte beim politischen Aschermittwoch das Vorgehen der Bürgerinitiative zum Bahnhofsareal.

Memmingen - Die Freien Wähler Memmingen haben sich im Gasthof Schwanen zu ihrer gut besetzten Aschermittwochsveranstaltung getroffen. Dort hatten sie mit einigen deftigen und bissigen Kommentaren zur Stadtpolitik aufzuwarten.

Zur Einführung zeigte Vorstandmitglied Hans-Georg Bilgram unter dem Thema „Gaststätten und Brauereien in Memmingen“ Fotos vom Anfang des 20. Jahrhunderts, als es in Memmingen noch 28 Brauereien und 50 Wirtshäuser gab. Ein Stück Alt-Memmingen sei hier durch immer schärfere Vorschriften, aber auch durch das veränderte Freizeitverhalten der Bürger, verlorengegangen. Auch der Fischertag kam hier nicht zu kurz – die Fotos zeigten deutlich, dass damals viel weniger Fischer in den Bach gesprungen waren.

Anschließend ging es vonseiten der FW-Stadträte politisch deftig zur Sache: Den kürzesten Beitrag lieferte Christof Heuß, der als Mitglied des Dritten Senates nur ein leeres Blatt vorweisen konnte. In fünf Jahren seiner Mitgliedschaft in diesem Gremium sei rein gar nichts Wichtiges beschlossen worden und so stellte er generell dessen Sinnhaftigkeit in Frage.

Deutliche Worte fand auch der Fraktionsvorsitzende Helmut Börner aus seiner 22-jährigen Erfahrung im Stadtrat. Das unsachliche „Blabla“ einiger Stadtratskollegen insbesondere bei öffentlichen Sitzungen, bei denen die Presse anwesend ist, sei manchmal schlicht unerträglich. Er forderte, nur dann einen Redebeitrag zu liefern, wenn dieser auch wirklich der Sache dienlich sei. Außerdem bedauerte er die geringe Frauenquote im Stadtrat, wunderte sich aber gerade im Hinblick auf den aktuellen Fall, dass ausgerechnet immer die Frauen im Stadtrat zu den Fraktionswechslern gehörten und fragte „Woran liegt das eigentlich?“

Stadtrat Hermann Zelt zog gegen die Interessengemeinschaft Bürgerbegehren Bahnhofsareal vom Leder und bezichtigte die Initiatoren der Verbreitung von Unwahrheiten. Man müsse sich fragen, woher ein Kemptener Architekt, der „mit der Memminger Stadtgeschichte vermutlich so viel zu tun hat wie eine Kuh mit Baumhausbau oder Stadtentwicklung“ seine Informationen beziehe. Zelt betonte, dass das gesamte Vergabeverfahren rechtens und transparent sei und Memmingen kein Kemptner Loch und keine Verzögerung von fünf oder sechs Jahren brauche. Einige Behauptungen der Interessengemeinschaft seien eine „Frechheit und Unverschämtheit“.

Zum Abschluss trug Stadtrat Gottfried Voigt ein „Kurzes Kabarett zum Stadtkabarett…äh Stadtrat“ vor. In einer fiktiven Stadtratssitzung zum Aschermittwoch charakterisierte er die Eigenarten seiner Stadtratskollegen. Etwa, dass eine Fraktion immer in der ersten Reihe sitzen wolle, ein anderer Stadtratskollege immer zu spät komme und seinen Betrag ständig mit der Floskel „Danke fürs Wort“ beginne. (MK)

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