Projekt ‚Agile Iller‘ soll die Iller stärken

70 Millionen Euro für 60 Maßnahmen

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Das grenzüberschreitende Projekt „Agile Iller“ soll mittelfristig den Fluss als naturnahes Bindeglied stärken. Im Bild das Stauwerk in Ferthofen.

Memmingen/Wangen-Illertal - Bayern und Baden-Württemberg wollen die Iller in den kommenden Jahren als verbindende Lebensader zwischen den Ländern ökologisch weiter stärken. Dies gaben die Umweltministerien in Stuttgart und München am Wochenende bekannt. In der Region stößt das auf positives Echo.

„Bei uns in Schwaben und Oberschwaben bildet die Iller zwar zum Teil die uralte Landesgrenze. Dennoch verbindet der Fluss uns viel mehr, als dass er uns trennen würde“, so Raimund Haser (CDU) und Klaus Holetschek (CSU). „Deshalb freuen wir uns sehr darüber, dass sich die Umweltministerien beider Länder über einen Zeitraum von zehn Jahren zum Projekt „Agile Iller“ verpflichtet haben. Die 60 Maßnahmen werden der Iller gut tun“, sagen die beiden Landtagsabgeordneten aus dem Wahlkreis Wangen-Illertal und dem Stimmkreis Memmingen, die auch in anderen Bereichen wie Gesundheit, Infrastruktur oder Bildung über die Landesgrenze hinweg eng zusammenarbeiten. 

Insgesamt umfasst das Programm rund 60 Maßnahmen entlang der Iller von Aitrach bis Wiblingen. Geplant sind beispielsweise die verstärkte Gewässer- und Auenentwicklung für den Natur- und Hochwasserschutz. Außerdem sollen bestehende Seitengewässer besser angebunden sowie die Gewässerstruktur und Durchgängigkeit weiter verbessert werden. Auch neue Seitenarme als Lebensraum für Fische und andere Gewässerlebewesen sind geplant. Durch Deichrückverlegungen soll die Iller wieder mehr Raum bekommen und stärker erlebbar werden. 

Mit dem Projekt ‚Agile Iller‘ setze man nicht nur die Anforderungen der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie um, sondern fördere auch die naturnahe Entwicklung der Iller und ihrer Auen. Diese verringerten die Hochwassergefahr und seien zugleich wichtige Rückzugsorte für die Natur, heißt es vonseiten der Umweltministerien. 

Geleitet wird das auf zehn Jahre angelegte, rund 70 Millionen Euro schwere Projekt gemeinsam vom Wasserwirtschaftsamt Kempten und dem Regierungspräsidium Tübingen. Die Kosten des Gemeinschaftsprojektes tragen Bayern und Baden-Württemberg jeweils zur Hälfte. Bei den Maßnahmenumsetzungen werden Bürger, Interessensvertreter und Träger öffentlicher Belange im Rahmen einer offenen Planung intensiv eingebunden. „Uns ist es wichtig, dass dieser Prozess in enger Abstimmung mit den Gemeinden und anderen vor Ort Verantwortlichen sowie mit den Fischereiverbänden, den Landwirten und den Wasserkraftbetreibern vonstatten geht“, so Raimund Haser. „Konflikte gibt es entlang der Iller schon genug, wir sollten aus der Vergangenheit lernen.“ 

Für ihn stehe wie auch für seinen CSU-Kollegen Klaus Holetschek  außer Frage, dass die Lebensader Iller durch dieses Projekt gestärkt wird: „Die Iller ist für unsere gesamte Region enorm wichtig. Ihre naturschutzfachliche Aufwertung nutzt nicht nur dem Fluss an sich, sondern auch den anliegenden Gemeinden und Städten.“ (MK)

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