Prozess am Landgericht Memmingen

Vergewaltigung: Angeklagter gesteht

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Memmingen – Wegen der Vergewaltigung einer jungen Frau in Memmingerberg steht ein 23-Jähriger vor Gericht. Der Asylbewerber aus Gambia hat über seinen Verteidiger alle Vorwürfe eingeräumt.

Die heute 22-jährige Flugbegleiterin war im Juli 2018 gegen fünf Uhr morgens mit dem Fahrrad auf dem Weg zu ihrer Arbeitsstelle am Flughafen. Der Angeklagte war ebenfalls mit dem Rad unterwegs, überholte die junge Frau, hielt sie auf und vergewaltigte sie. Spuren an der Frau und ihrer Kleidung stimmten laut einem Gutachten mit der DNA des Mannes überein.

Die 22-Jährige erzählte unter Tränen, dass sie zunächst versucht habe, ihren Angreifer abzuwehren. Unter Todesangst sah sie aber keine Chance gegen den deutlich kräftigeren Mann – und so früh am Morgen war niemand in der Nähe, der ihr hätte helfen können. Nur ein Auto sei vorbeigefahren, hätte aber nicht angehalten, wie sie vor Gericht erzählte.

Die junge Frau leidet seit diesem Tag unter Panikattacken und Albträumen; abends traut sie sich nicht mehr außer Haus. Auch ihre berufliche Zukunft wurde durch die Tat beeinträchtigt: Momentan arbeitet sie in Portugal, soll laut eigenen Angaben aber demnächst wieder nach Memmingerberg versetzt werden – dorthin zurückzukehren, halte sie aber psychisch nicht aus.

Am Tag vor dieser Tat ist der Angeklagte in Memmingerberg bereits auffällig geworden. Eine Frau berichtete, wie er in ihren Garten gelaufen kam und gestikulierend auf ihre Tochter zulief. Als die Zeugin sich mit ihren Kindern im Haus verbarrikadierte, habe der 23-Jährige geschrien und an die Terrassentür getrommelt. Bevor die Polizei eintreffen konnte, war der Mann schon wieder verschwunden.

Auf einem anderen Grundstück in Memmingerberg beschädigte er laut Zeugenaussagen ein im Hof geparktes Auto. Als ihn das Ehepaar, dem der Wagen gehörte, zur Rede stellen wollte, habe er der Frau an den Oberschenkel gefasst und sei mit der Hand nach oben gefahren. Die Polizei nahm ihn fest und brachte ihn in Sicherheitsgewahrsam.

Auch diese Vorwürfe räumte der Angeklagte zu Beginn der Verhandlung ein. Ein Urteil soll voraussichtlich Anfang Februar fallen. (am)

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