Junge Union Memmingen fordert familienfreundlicheren ÖPNV

"Busverkehr für alle Generationen"

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Franz Josef Pschierer, Staatssekretär im bayerischen Ministerium der Finanzen (rechts), war der Einladung von JU-Kreisvorsitzendem Christian Schubert gefolgt.

Memmingen - Zur Veranstaltung der Jungen Union "Zukunft ÖPNV – ist uns der Nahverkehr zu teuer?" hatte Kreisvorsitzender Christian Schubert den Staatssekretär des bayerischen Finanzministeriums Franz Josef Pschierer zu einer Stellungnahme eingeladen. In der anschließenden Diskussion äußerte sich außerdem auch der Landtagsabgeordnete und Stadtrat Josef Miller zu dem aktuellen Thema.

Laut einer Statistik des bayerischen Ministeriums für Wirtschaft, Infrastruktur und Technologie beansprucht die Schülerbeförderung im Durchschnitt 83 Prozent des Memminger Nahverkehrs ohne die eigens eingerichtete Linie 955 von Memmingen nach Ottobeuren. "Es kann nicht sein, dass die Schülerbeförderung bis zu 100 Prozent der eingesetzten Busse ausmacht und keine Rücksicht auf alle anderen Generationen genommen wird", bemängelt Christian Schubert. "Deshalb fordern wir eine Verbesserung des Nahverkehrsplanes und eine Verbesserung der Taktung durch den Einsatz zusätzlicher Busse", fügt der JU-Kreisvorsitzende hinzu. Aktuell weisen die Abfahrtszeiten zum Teil sehr große Lücken auf und der Fahrgast ist im Vergleich zu anderen Verkehrsmitteln um ein Vielfaches länger unterwegs. Als Beispiel wird angeführt, dass es außerhalb des Schülerverkehrs nicht möglich sei, von Eisenburg in einer angemessenen Zeit mit dem Bus nach Heimertingen zu gelangen. Für diese Strecke, die mit dem Auto eine Viertelstunde erfordert, benötige man dann gute eineinhalb Stunden. Mit einem besseren Fahrplan und zusätzlichen nächtlichen Busverbindungen sei es auch möglich, mehr Menschen in das wirtschaftliche und kulturelle Oberzentrum Memmingen zu befördern, argumentiert die Junge Union. Damit würde nicht nur mehr Kaufkraft in die Stadt gebracht, sondern auch eine umweltfreundlichere Alternative zum Zweitwagen geboten. Dazu teilte Josef Miller mit, dass im Stadtrat derzeit der Einsatz von Elektrobussen diskutiert wird. Die Frage des CSU-Kreisvorsitzenden Christoph Baur nach einem "Topf für neue Projekte" wie etwa einen Fahrdienst mit Kleinbussen konnte Staatssekretär Franz Pschierer grundsätzlich bejahen. In seinem Statement machte er die Verteilungskriterien der Fördermittel deutlich, bei denen der höhere Bedarf von kreisfreien Städten berücksichtigt werde. "Je mehr Leistungen eine Kommune erbringt, desto höher ist die Zuwendung des Staates", betonte Franz Pschierer. Im laufenden Jahr 2013 wird der Freistaat 305 Millionen Euro an Fördermitteln für den Schülernahverkehr aufbringen und 51 Millionen Euro für den ÖPNV. Memmingen habe nach einer Verkehrsanalyse von 2010/11 mit dem Landkreis Unterallgäu konsequent das Ziel verfolgt, den Linienverkehr anzupassen und die Fahrtzeiten zu verbessern. Durch überdurchschnittliche Aufwendungen der Stadt im vergangenen Jahr sei ein höherer Bedarf einzuplanen, damit weitere Verbesserungen erreicht werden können. Dabei müsse ein besonderes Augenmerk auf die Anbindung des ländlichen Raumes und vor allem die demografische Entwicklung gelegt werden. Ältere Menschen, die ihren Lebensabend gern in ihrem Heimatdorf verbringen, müssten die Möglichkeit haben, auch ohne Auto am Leben in der Stadt teilzuhaben. Aber auch junge Familien, denen der Zweitwagen zunehmend zu teuer wird, sollten einen dem Bedarf angepassten ÖPNV nutzen können. Voraussetzung für bessere Angebote sei eine gute Kooperation von Stadt und Landkreis. Die beiden CSU-Landtagsabgeordneten werden sich weiterhin in der Sache engagieren. Wie Franz Pschierer bestätigte, beabsichtigt die Staatsregierung zumindest keine Kürzung der Fördermittel. (ma)

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