Recup-Pfandsystem startet in Memmingen und dem Landkreis Unterallgäu

Eine coole Sache: Mehrwegbecher gegen Coffee to go-Müllberge

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Genossen den ersten Coffee to go im neuen Allgäu-Becher: (v.l.) Hermann Häussler, Oberbürgermeister Manfred Schilder und Zweite Bürgermeisterin Margareta Böckh.
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In Memmingen gibt’s den Kaffee zum Mitnehmen ab sofort auch im Mehrwegbecher.
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Das neue Recup-Pfandsystem wurde im Naschhaus Häussler am Schrannenplatz vorgestellt: (v.l.) Hermann Häussler, Barbara Merten (Förderverein FOS/BOS), OB Manfred Schilder, Andreas Brommler, Karl Albrecht (stellv. Schulleiter FOS/BOS) und Lisa Henze (Key Account Managerin Recup).
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Eine tolle Idee, das finden auch Memmingens Wirtschaftsförderer Michael Haider, Andreas Brommler und Abfallwirtschaftsfachmann Dietmar Hörberg.
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Memmingen/Unterallgäu – Mal schnell auf dem Weg einen Kaffee zum Mitnehmen. Eine praktische Sache, doch das kurzweilige Vergnügen produziert jede Menge Müll: allein im Unterallgäu werden dafür jährlich rund fünf Millionen Einwegbecher verwendet. Das verbraucht unnötig Ressourcen und produziert Tonnen an Abfall. Was eignet sich da besser als ein Pfandsystem, um dem Einhalt zu gebieten. Am vergangenen Dienstag fiel in Memmingen - neben Mindelheim und Kempten - der Startschuss für die Einführung des Recup-Mehrwegbechers.

Der Koffeinliebhaber kann nun auch in der Maustadt sein Heißgetränk zum Mitnehmen im recyclebaren Coffee to go-Becher genießen. Mit seiner Anregung, das Projekt ebenfalls in Memmingen anzubieten, sei Stadtrat Stefan Gutermann offene Türen eingesprungen, berichtete Oberbürgermeister Manfred Schilder beim offiziellen Start des Recup-Bechers im Naschhaus Häussler am Schrannenplatz. „Wir freuen uns, dass mit dem Backhaus Häussler und der Bäckerei/Konditorei Brommler gleich zwei filialstarke Unternehmen dabei sind”, hob der Memminger Rathauschef hervor. Er sei froh gewesen, als die Anregung von politischer Seite kam, da Regionalität und Umweltschutz immer schon ein großes Thema in seinem Unternehmen gewesen seien, erklärte Geschäftsführer Hermann Markus Häussler. „Wir sind gerne Systempartner von Recup geworden, denn die Ziele passen sehr gut zu unserer Firmenphilosophie.” Eine Ansicht, die Andreas Brommler gerne teilt. Vom Schrannenplatz ging es weiter zur Filiale der Konditorei Brommler am Weinmarkt: Dort wurden die leeren Becher wieder abgegeben. Ein tolles System, das fanden auch Bürgermeisterin Margareta Böckh sowie Amtsleiter Dietmar Hörberg (Technischer Umweltschutz Stadt Memmingen) und Michael Haider (Wirtschaftsförderer Stadt Memmingen) bei der Einführung des Systems. Deutschlandweit gibt es laut der Rosenheimer Firma Recup mehr als 500 Standorte, die den Mehrwegbecher ausgeben und zurücknehmen. Wer seinen Kaffee künftig aus dem Mehrwegbecher trinken möchte, erhält diesen bei den am System beteiligten Betrieben gegen einen Euro Pfand. Für das Allgäu wurde extra ein Becher mit regionalen Wahrzeichen - wie das Memminger Rathaus - entworfen. Laut Hersteller kann er 500 Mal verwendet werden und ist vollständig recyclebar. Das Pool-System ist flexibel, umweltbewusst und vor allem einfach: Kaffee im Mehrwegbecher für einen Euro Pfandgebühr „kaufen”, genießen und bei einem der teilnehmenden Unternehmen abgeben – ungespült und deutschlandweit. Allerdings sei der Deckel noch ein Riesenthema und ein Mehrwegdeckel befinde sich derzeit in der Planungsphase, meinte Lisa Henze, Key Accont Managerin bei Recup. In Memmingen kam während der Vorstellung des Allgäu-Bechers gleich ein neuer Standort dazu: Uwe Rohrbeck vom gleichnamigen Restaurant-Hotel Rohrbeck’s am Schrannenplatz kam spontan vorbei und gab seine Teilnahme bekannt. Bei dem Mehrweg-Pfandsystem machen - neben Backhaus Häussler und Konditorei/Bäckerei Brommler mit ihren Filialen - aktuell in unserer Region mit:

Bei dem Mehrweg-Pfandsystem machen - neben Backhaus Häussler und Konditorei/Bäckerei Brommler mit ihren Filialen - aktuell in unserer Region mit:

  • Bäckerei Böhm in Sontheim
  • Bäckerei Fäßler in Mindelheim
  • Bäckerei Kaiser in Bad Wörishofen
  • Konditorei Gerle in Ottobeuren
  • Marino’s Coffee in Mindelheim
  • Schützenbäck in Erkheim
  • FOS/BOS Memmingen

In Kürze soll Sonthofen (Oberallgäu) folgen, auch die Städte Kaufbeuren und Füssen haben bereits ihr Interesse am Pfandsystem bekundet.

Eine Übersicht der teilnehmenden Betriebe findet man im Internet unter www.recup.de  oder in der Recup-App. Weitere Teilnehmer sind jederzeit willkommen. Anmelden kann sich jede Verkaufsstelle für Coffee to go – egal ob Café, Kantine, Restaurant, Schule, Tankstelle oder Bäckerei. Informationen gibt’s bei der Abfallwirtschaftsberatung der Stadt Memmingen und dem Landkreis Unterallgäu sowie auf der Landkreis-Homepage unter www.unterallgaeu.de/coffeetogo.

von Michaela Breuninger

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