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Regionalität soll im Unterallgäu größere Rolle spielen

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Traktor mit Hänger fährt um Feld
Nach den Vorstellungen der Arbeitsgemeinschaft Pro-Landwirtschaft Unterallgäu sollte die Regionalität künftig eine größere Rolle spielen. © Martin Lampel

Unterallgäu - Wie können Landwirte ihre Produkte direkt vermarkten? Wie können sie bei den Verbrauchern ein Bewusstsein für ihre Arbeit schaffen? Was passiert aktuell in der Öko-Modellregion Günztal und könnte diese auch Vorbild für andere Regionen im Landkreis sein? Mit diesen Themen hat sich die Arbeitsgemeinschaft Pro-Landwirtschaft Unterallgäu in ihrer dritten Sitzung befasst.

Kritik gab es an den Förderbedingungen in Öko-Modellregionen. Die Arbeitsgemeinschaft (AG) bat Landrat Alex Eder, sich hier für Änderungen einzusetzen. Die Öko-Modellregionen seien ein gutes Beispiel für die Stärkung regionaler Strukturen, aber zu stark auf den Öko-Landbau fokussiert, hieß es aus dem Gremium. Vertreter der Arbeitsgemeinschaft wünschten sich, dass konventionell arbeitende Landwirte, die ihre Produkte regional erzeugen und vermarkten, bei den Förderungen ebenfalls beziehungsweise stärker berücksichtigt werden können. Mit diesem Wunsch trat Eder nach dem Treffen an Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber heran und bat sie in einem Schreiben, das Förderprogramm künftig anzupassen. Die Regionalität müsse hier eine größere Rolle spielen und die Öko-Modellregionen sollten im Sinne von generellen landwirtschaftlichen Modellregionen weiterentwickelt werden, so Eder. Mit einer solchen Neuerung könne auch eine möglichst breite Akzeptanz in der Landwirtschaft gewährleistet werden.

Über die Öko-Modellregion Günztal informierte bei dem Treffen der AG Projektmanagerin Miriam Marihart. Sie stellte die Modellregion vor und berichtete über aktuelle Projekte im Günztal. Ziel der Öko-Modellregionen ist es, bis 2030 in Bayern 30 Prozent ökologisch bewirtschaftete Fläche zu schaffen. Welche Möglichkeiten es gibt, Lebensmittel direkt zu vermarkten - vom Hofladen bis hin zum Haustür-Service - erklärte Bernadette Brem vom Verein ProNah. Abnehmer von landwirtschaftlich erzeugten Lebensmitteln können auch Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen, Kindertagesstätten oder Seniorenheime sein. Wie solche Einrichtungen und Landwirte zusammenfinden, darüber sprach Alexandra Hiebl vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Augsburg.

Über das Thema Biodiversität informierte Fabienne Finkenzeller von der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt. Als Biodiversitätsberaterin berät sie Landwirte rund um das Thema Naturschutz, geeignete Maßnahmen und Fördermöglichkeiten.

Darüber hinaus befasste sich die Arbeitsgemeinschaft Pro-Landwirtschaft mit dem Thema Öffentlichkeitsarbeit. Ziel ist es, in der Bevölkerung ein besseres Bewusstsein für die Landwirtschaft zu schaffen. Ob hierzu eine eigene Imagekampagne gestartet werden soll, soll eine eigene kleine Arbeitsgruppe klären.

Bei der Arbeitsgemeinschaft Pro-Landwirtschaft handelt es sich um eine verbändeübergreifende Gruppe, in der sämtliche landwirtschaftlichen Organisationen vertreten sind - sowohl aus dem ökologischen als auch aus dem konventionellen Bereich. (MK)

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