Hoher Besuch in der Memminger Tagesstätte "An der Kappel"

Ein Ort der Begegnung und Gemeinschaft

+
Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert (Mitte) und sein Stellvertreter Alfons Weber besuchten die Tagesstätte "An der Kappel". Inge Reichart vom Vorstand des Diakonischen Werkes informierte sie vor dem Gespräch mit Besuchern über Zahle und Fakten.

Memmingen - Die einmalige Gelegenheit, Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert und seinen Stellvertreter Alfons Weber persönlich kennenzulernen, nutzten kürzlich 14 Besucher der Tages­stätte des Sozialpsychiatrischen Zentrums "An der Kappel". In zwangloser Runde mit den beiden ehrenamtlichen Vertretern des Aufwandsträgers und Inge Reichart vom Vorstand des Diakonischen Werkes berichteten sie von ihren Erfahrungen mit den Angeboten vor Ort und trugen ihre Wünsche vor.

Im Rahmen der anstehenden Bezirkstagswahlen hatte Alfons Weber den Bezirkstagspräsidenten Jürgen Reichert eingeladen, ihn auf seiner "Tour Kultur" durch seinen Stimmkreis zu begleiten mit einem "Abstecher" in den Sozialbereich niederschwelliger Angebote, wie sie in der Tagesstätte des Diakonischen Werkes Memmingen unter der Leitung von Susanne Egg-Holler erfolgreich umgesetzt werden. Alfons Weber betonte seinen guten Kontakt zu den Vorstandsmitgliedern Stefan Guter­mann und Alexander von der Marwitz, der es ermöglicht, anstehende Fragen oder Probleme auf dem "kleinen Dienstweg" zu lösen. Er wie auch Jürgen Reichert wiesen auf die hervorragende Arbeit in den sozialpsychiatrischen Einrichtungen hin, die von der Beratung über eine Tagesstätte bis zum ambulant betreuten Wohnen Menschen mit psychischen Störungen eine Lebensperspektive bieten. Jürgen Reichert gab zu bedenken, dass eine solche Erkrankung "jeden treffen kann", wie beispielsweise plötzlich auftretende Depres­sionen. Vor 26 Jahren wurde in Augsburg die erste Tagesstätte von der Diakonie eröffnet, die neben der AWO und der Caritas ein "wichtiger und verlässlicher Partner" für den Bezirk Schwa­ben geworden ist. Inzwischen ist es gelungen, ein flächendeckendes System aufzubauen, wie Alfons Weber mit Stolz anmerkte. Eine Tagesstätte ist ein offener Ort der Begegnung für Menschen mit einer psychischen Erkran­kung. Sie bietet ihnen unter anderem die Möglichkeit, den Alltag sinnvoll zu strukturieren, eigene Stärken und Fähigkeiten zu entdecken, soziale Kontakte zu knüpfen und mit Bezugs­personen aus dem kompetenten Fachteam individuelle Gespräche zu führen. Kreativ- und Freitzeit­angebote stärken zusätzlich die Gemeinschaft. Vor allem ist aber "Arbeit ganz wichtig", betonte Susanne Egg-Holler und Inge Reichart fügte hinzu, dass alles versucht werde, die Menschen in Arbeit zu bringen – und sei es zunächst über Projekte oder Teilzeitstellen. Dabei leisten Unternehmen, die Auftragsar­beiten vergeben, wie die Firma Demmeler in Heimertingen und Lacher-Druck in Memmingen, unschätzbare Hilfe. Aber auch jemand, der nicht mehr ins Arbeitsleben zurückkehren kann, findet in der Tagesstätte seinen Platz und eine sinnvolle Be­schäftigung. Die Beratung des Sozialpsychiatrischen Dienstes in Memmingen haben im letzten Jahr 300 Menschen in Anspruch genommen, 45 werden derzeit im Bereich "Ambulant betreutes Wohnen" unterstützt und die Tagesstätte "An der Kappel" verzeichnete im letzten Monat 76 Besucher. Die Diskussion mit den anwesenden Teilnehmern eröffnete Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert mit der Würdigung für deren Mut, sich offen zu äußern. Die einzelnen Beiträge zeigten, wie unterschiedlich die Erwar­tungen und auch die Erfahrungen von Besuchern der Tagesstätte sind. Einer, der wegen seiner Erkrankung freigestellt wurde, sieht hier vor allem eine reale Möglichkeit, schrittweise in das Arbeitsleben zurückzukehren, eine lebhaft berichtende Besu­cherin freute sich über die Chan­ce, mit einem geregelten Tages­ablauf ihre Erkrankung in den Griff zu bekommen und bedauerte nur, dass sie nicht schon früher von diesem Angebot, das viel zu wenig bekannt sei, erfahren hat. Sehr hilfreich ist für die 15 Kilo­meter von Memmingen entfernt Wohnende, dass sie für die Hin- und Rückfahrt einen Taxi-Dienst nutzen kann, dessen Kosten vom Aufwandsträger übernommen werden. Alle Besucher, die sich an dem Gespräch beteiligten, lobten ausnahmslos die großartige Arbeit, die in der Tagesstätte geleistet wird und wünschten sich im übrigen, dass der allgemein beliebte derzeitige Praktikant in das Team übernommen werden kann. Auch die Gemeinschaft mit anderen Betroffenen und die Möglichkeit, Freunde zu gewinnen, wurde einstimmig hoch geschätzt. (ma)

Auch interessant

Meistgelesen

Jetzt mitmachen und Einkaufsgutscheine im Gesamtwert von 1200,- Euro gewinnen!
Jetzt mitmachen und Einkaufsgutscheine im Gesamtwert von 1200,- Euro gewinnen!
Erneute Vollsperrung der Gaswerkstraße
Erneute Vollsperrung der Gaswerkstraße
Heidrun Bauer erhält Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten
Heidrun Bauer erhält Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten
"Volk - Heimat - Dorf": Ausstellung beleuchtet NS-Zeit auf dem Land
"Volk - Heimat - Dorf": Ausstellung beleuchtet NS-Zeit auf dem Land

Kommentare