Kampf gegen weitere Ausbreitung des Riesen-Bärenklau an der Westlichen Günz

Ein gefährlicher Gigant

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Auch wenn die Blüten wunderschön sind, ist mit dem Riesenbärenklau nicht zu spaßen: Michael Zeiser vom Wasserwirtschaftsamt Kempten an der Westlichen Günz bei der Bekämpfung der ausufernden Bestände.

Ottobeuren/Westerheim - Seit mehreren Jahren breitet sich der Riesenbärenklau zwischen Ottobeuren und Westerheim unkontrolliert aus. Die Bestände hatten ein Ausmaß erreicht, das ein Betreten des Naturraums wegen der Gefährdung für den Menschen künftig nicht mehr erlauben würde. Bei Berührung können sich schwerste Verbrennungssymptome zeigen, schon das Einatmen der bei starker Sonne verdunstenden Pflanzensäfte kann zu Atemwegsproblemen führen.

Auf Anregung des Kreisvorsitzenden des Bund Naturschutz, Helmut Scharpf, hatte deshalb die untere Naturschutzbehörde des Landratsamtes mit dem Wasserwirtschaftsamt Kempten (WWA) Mitte Mai zu einer Musterbekämpfung geladen, an der Vertreter der Flussmeisterstellen, der Autobahndirektion und Straßenmeistereinen, von Bauhöfen und Ortsgruppen des Bund Naturschutz teilnahmen. Im Frühjahr lassen sich die Wurzeln - mindestens 15 Zentimeter tief - am einfachsten abstechen, während es letzte Woche an zwei Tagen darum ging, die etwa 1000 Pflanzen an den zuvor kartierten 15 Standorten zumindest am Aussamen zu hindern, da ein einzelnes Exemplar bis zu 50.000 Samen hervorbringt. Die abgeschnittenen Dolden dürfen nicht kompostiert, sondern müssen verbrannt werden. Auch unmittelbar am DB-Radweg hatten sich zwei Wuchsorte etabliert, an denen täglich viele Menschen vorbeikommen. Die Schwere der Verletzungen zeigte ein Beitrag von Rebekka Preuß vom Bayerischen Fernsehen letzten Mittwoch in der Abendschau am Beispiel zweier Kinder, die an der Günz mit den Stängeln gespielt hatten, danach ins Krankenhaus mussten und noch lange mit den Nachwirkungen zu kämpfen hatten. Armin Rieg vom WWA hatte im Vorfeld des Drehtermins die Situation in den anderen Flussmeisterstellen abgefragt und will die Aktivitäten auch bayerweit koordinieren. Über Flüsse können sich die schwimmfähigen Samen bestens verbreiten. Der Film ist ab sofort über die Mediathek des BR im Internet abrufbar. Wie das Indische Springkraut oder die Kanadische Goldrute handelt es sich beim Riesenbärenklau, wegen seiner enormen Größe von bis zu vier Metern auch Herkulesstaude genannt, um einen sogenannten „invasiven Neophyt“, um eine Einwandererpflanze, die große Bestände bildet und die heimische Vegetation komplett überwächst. Ursprünglich kam die Pflanze aus dem Kaukaus, zum Problem dürfte sie geworden sein, nachdem sie als dekorative Zierpflanze über Pflanzenabfälle von Hausgärten in die freie Natur gelangte. Im Biotopverbund der Westlichen Günz soll der Neophyt jetzt gezielt und koordiniert bekämpft werden. Die freiwilligen Helfer des Bund Naturschutz werden dabei von der Flussmeisterstelle und den Bauhöfen der drei betroffenen Gemeinden unterstützt. (MK)

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