Bereitschaftsdienst und Hundestaffel:

Die vielen Aufgaben des Roten Kreuzes

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Der Rettungsdienst ist eine äußerst wichtige, aber bei weitem nicht die einzige Aufgabe des BRK.

Memmingen/Unterallgäu – Wohl jeder, der einen medizinischen Notfall erlebt oder in einen Verkehrsunfall verwickelt ist, ist erleichtert, wenn er einen Rettungswagen des Bayerischen Roten Kreuzes sieht. Jedoch ist der Rettungsdienst eine äußerst wichtige, aber bei weitem nicht die einzige Aufgabe des BRK. Was die Helfer zusätzlich noch alles leisten, erklärt Heinz Scheitzeneder, stellvertretender Kreisgeschäftsführer des BRK Unterallgäu.

Neben dem „klassischen“ Rettungsdienst verfügt das BRK zusätzlich über eine eigene Rettungshundestaffel. Die kommt zum Einsatz, wenn zum Beispiel ein Demenzkranker vermisst wird oder nach einem schweren Unglück Überlebende gesucht werden – auch bei der Explosion eines Wohnhauses in Rettenbach im Ostallgäu suchten Rettungshunde des BRK die Trümmer ab. Pro Jahr sind die Mitglieder der Staffel und deren Hunde rund 30 Mal im Einsatz, schätzt Scheitzender. In der Zwischenzeit machen sie aber keineswegs Pause: Zweimal die Woche wird trainiert und alle 18 Monate werden Hund und Helfer ausführlich in der Praxis geprüft. Hier investieren die Ehrenamtlichen laut Scheitzeneder „wahnsinnig viel Zeit“, um Menschen in Not zu helfen. Grundsätzlich viel Zeit wird in die Aus- und Weiterbildung gesteckt, sei es bei der Wasserwacht, in den Schnelleinsatzgruppen oder im Jugendrotkreuz.

Kriseninterventionsteam

Die Helfer, die sich wahrscheinlich am längsten mit einem Notfall befassen, sind die Mitglieder des Kriseninterventionsteams. Sie leisten Seelsorge und kümmern sich zum Beispiel um die Angehörigen von Unfallopfern oder um Zeugen, die Schlimmes mitangesehen haben. Das Kriseninterventionsteam nimmt sich die nötige Zeit, um mit den Betroffenen einen schweren Schicksalsschlag aufzuarbeiten – eine Aufgabe, die auch für die ehrenamtlichen Helfer nicht immer leicht ist und psychisch belasten kann. Ebenfalls nicht zu vergessen sind die vielen Bereitschaftsdienste, welche die Helfer des BRK über das Jahr hinweg auf großen Veranstaltungen übernehmen: Wallenstein, Fischertag, Ikarus-Festival oder Stadtfest: Die Sanitäter sind die ganze Zeit vor Ort, um im Notfall schnell helfen zu können.

Zeitung hören statt lesen

Zeitung zu lesen ist für viele Menschen eine Selbstverständlichkeit, sei es im Print oder online. Für Menschen mit einer Sehbehinderung ist das jedoch bei Weitem nicht so einfach. Deshalb produziert das Rote Kreuz im Unterallgäu eine Hörzeitung: Ein Pool aus ehrenamtlichen Sprechern sucht einmal die Woche wichtige und interessante Artikel und Meldungen aus der Lokalpresse aus und nimmt diese auf eine CD auf – inklusive Todesanzeigen. Diese Aufnahme geht dann per Post an blinde und sehbehinderte Menschen, die sich so jede Woche darüber informieren können, was in der Region gerade alles passiert.

Fünf Rot-Kreuz-Läden

In Babenhausen, Bad Wörishofen, Memmingen, Mindelheim und Ottobeuren gibt es insgesamt fünf Rot-Kreuz-Läden, die Kleidung sowie Kinderartikel und Spielsachen aus zweiter Hand anbieten. Nachweislich Bedürftige bekommen hier laut Scheitzeneder einen zusätzlichen Nachlass. Eine hauptamtliche Mitarbeiterin des BRK koordiniert den Ablauf, aber abgesehen davon werden die Läden komplett von Ehrenamtlichen betrieben. Hier sei das BRK übrigens immer auf der Suche nach Nachwuchs, der bereit wäre, in den Geschäften für ein paar Stunden die Woche mitzuhelfen, sagt Scheitzeneder. Es gibt immer wieder Fälle, in denen Menschen für einen erwachsenen Angehörigen die Betreuung übernehmen, sei es aufgrund einer psychischen Erkrankung oder schlechter körperlicher Verfassung. Der Betreuungsverein berät und unterstützt diejenigen, die eine solche Aufgabe übernehmen, oder bietet die Betreuung durch einen Mitarbeiter des Vereins an. All das und mehr leisten Ehrenamtliche in Memmingen und dem Unterallgäu jeden Tag – einfach, weil sie ihren Mitmenschen helfen möchten. (am)

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