„Ein Vorbild für die Kirche”

Seelsorgeeinheit Rot-Iller verabschiedet Pater Albert Kannaen

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Bürgermeister Walther Puza überreicht Pater Albert Kannaen ein Foto, auf dem die Berkheimer Pfarrkircheund das Pfarrhaus zu sehen sind, in dem Pater Albert wohnte. Sitzend die Konzelebranten: Pater Xaver Berchtold, Pater Johannes-Baptist Schmid, Dekan Sigmund Schänzle und Pfarrer Josef Ziesel.

Berkheim – Acht Jahre lang hat der aus Indien stammende Pater Albert Kannaen in der Gemeinde Berkheim, dem Dekanat und der Seelsorgeeinheit Rot-Iller gewirkt. Vor kurzem verabschiedeten die Gläubigen in der Berkheimer Pfarrkirche den Seelsorger auf die Ostalb.

Die Seelsorgeeinheit Härtsfeld-Kochertal an den Ausläufern der Schwäbischen Alb wird ab Oktober Pater Alberts neue Wirkungsstätte. Der Abschiedsgottesdienst mit zwei Chören - Kirchenchor und Chor Cantemus - zeigte, wie sehr sich die Gläubigen dort auf ihren neuen Priester freuen dürfen, denn der Abschied aus Oberschwaben fällt nicht leicht. 

Melancholisch zeigte sich der zweite Vorsitzende des Katholischen Kirchengemeinderates, Martin Schmid: „Ein außerordentlich beliebter Priester verlässt unsere Seelsorgeeinheit. Das ist für viele schwer nachvollziehbar.“ Doch, so Dekan Sigmund Schänzle, habe Pater Albert im Berkheimer Ortsheiligen Willebold ein Vorbild: „Er war ein Patron des Weges. Er ist nicht irgendwo stecken geblieben, sondern hat sich immer wieder aufgemacht.“ 

Wir Geistlichen seien es gewohnt, dort eingesetzt zu werden, wo Gott und die Kirche uns brauchen, tröstete auch Pfarrerin Ulrike Ebisch von der Evangelischen Kirche. Gleichwohl werde sie ihren Kollegen vermissen. Selbst manche Evangelische hätten die Petition für den Verbleib von Pater Albert unterschrieben. Sie dankte für das ausgeschlossene ökumenische Miteinander und schenkte Pater Albert Sonnenblumen: „Wie die Sonnenblume strahlt, fällt mir auch das zuerst an Ihnen auf.“ 

„Mit seiner herzlichen, freundlichen, bescheidenen und zurückhaltenden Art ist Pater Albert ein Vorbild für die Kirche, für die Gesellschaft, für jeden Einzelnen“, so Bürgermeister Walther Puza, der auch für seine Kolleginnen und Kollegen aus den Nachbargemeinden sprach: „In unserer stressigen, aufgeregten und egoistischen Zeit hat Pater Albert uns gezeigt, wie erfüllend es sein kann, ein Leben in Nächstenliebe zu führen.“ 

Jürgen Göppel, Vorstand des Musikvereins Berkheim wünschte dem Scheidenden: „Bleiben Sie der einzigartige, offenherzige und fröhliche Mensch!“ Nicht nur die kirchlichen Feste habe man gemeinsam gestaltet, Pater Albert habe sogar bei Konzerten des Musikvereins mitgewirkt. Diese Tradition soll auch weiterleben und Göppel kündigte einen Besuch des Musikvereins mit Gestaltung eines Gottesdienstes an der neuen Wirkungsstätte für kommendes Jahr an. 

Pater Albert selbst dankte allen, die ihn so liebevoll begleitet, getragen unterstützt und sogar als Teil ihrer Familie angenommen hätten. In seiner Predigt zum Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung hatte er zuvor gemahnt, sich nie in die erste Reihe zu stellen, nie auf den besten Platz zu setzen. Aktuell würde in der Welt eine Generation oben am Tisch sitzend alle Ressourcen verbrauchen und den unten sitzenden Nachkommen nichts mehr übrig lassen. „Klimaschutz bedeutet aber: Lebe so bescheiden, dass kommende Generationen auch noch von der Schöpfung Gottes leben können.“ Er sei sich sicher, dass hier viele kleine Schritte vieler kleiner Leute auch viel bewirken werden. (MK)

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