Siebendächer feiert Richtfest an der alten Gärtnerei

58 neue Wohnungen in Memmingen

Mit dem Richtfest wurde ein wichtiges Etappenziel der Baustelle erreicht.
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Mit dem Richtfest wurde ein wichtiges Etappenziel der Baustelle erreicht.

Memmingen - Das Wohnbauprojekt der Memminger Siebendächer Baugenossenschaft eG an der alten Gärtnerei in der Augsburger Straße hat sein erstes Etappenziel erreicht. Am vergangenen Wochenende wurde dort das Richtfest gefeiert. Die endgültige Fertigstellung des 15 Millionen Euro teuren Bauwerkes soll allerdings noch bis etwa März 2021 dauern. Musikalisch umrahmt wurde die Feier vom Markt Rettenbacher Musikverein unter der Leitung von Thomas Kirmaier.

Das Wetter war winterlich, kalt und nass. Nichtsdestotrotz konnte Aufsichtsratsvorsitzender Josef Dietrich von der Siebendächer Baugenossenschaft viele interessierte Besucher, darunter zahlreiche Vertreter der am Bau beteiligten Firmen, zum Richtfest dieses „mutigen Bauvorhabens“ begrüßen. Siebendächer-Vorstand Markus Sonntag und Architekt Helmut Schedel gingen im Anschluss näher auf das Projekt ein.

Vor rund einem Jahr wurde mit dem Spatenstich der Bau eingeleitet. Es entstehen auf dem ehemaligen städtischen Pendlerparkplatz an der Augsburger Straße auf einer Gesamtfläche von 5.800 Quadratmetern 58 Wohnungen in vier Gebäuden, so Sonntag. Im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus werden 24 Wohnungen über die Regierung von Schwaben einkommensorientiert gefördert. Die Netto-Mieten für die geförderten Wohnungen liegen je nach Einkommensverhältnissen zwischen 5,40 und 6,40 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche zuzüglich Nebenkosten. In absolut stadtnaher Lage werde dadurch nun nachhaltiger, energieeffizienter und bezahlbarer Wohnraum entstehen, betonte Vorstand Sonntag. Dies sei ein weiterer Beitrag der Siebendächer zur attraktiven Stadtentwicklung im Memminger Osten.

Aufgrund der Nähe zur Bahnlinie, seien aufwändige Schall- und Erschütterungsschutzmaßnahmen berücksichtigt worden. Durch schlechten Baugrund bedingt, musste das Objekt auf 210 so genannten Plomben (Pfahlgründung) geplant werden. Aufgrund der Lage im Umfeld einer ehemaligen Schanze mit Stadtgraben zur Sicherung der mittelalterlichen Stadt wurden archäologische Grabungen vorgenommen. Die Erdaushubarbeiten wurden dabei engmaschig durch einen Kampfmittelräumdienst überwacht, da auf dem Grundstück im zweiten Weltkrieg Bomben niedergingen. Beim Aushub seien Bombentrichter zutage getreten. Ebenso gestalte sich die Entsorgung des Aushubs aufgrund von vielfältig verunreinigten Verfüllungen des ehemaligen Stadtgrabens sowie der Bombentrichter kompliziert.

All diese Maßnahmen verursachten Mehrkosten von rund einer Million Euro, erklärte Sonntag, bevor Architekt Helmut Schedel über die technischen Einzelheiten des Baus informierte. Demnach handelt es sich bei dem Bauwerk um ein KfW-Effizienzhaus 55. Die Energieerzeugung erfolge über Geothermie mit einer Grundwasserwärmepumpe. Der Bau sei zudem komplett Barrierefrei mit Aufzügen in allen Häusern. Eine Photovoltaikanlage regle den Betrieb der Wärmeversorgung und der Allgemeinstromanlagen für Aufzüge, Treppenhaus- und Tiefgaragenbeleuchtung. Errichtet würden 58 genossenschaftliche Mietwohnungen verteilt über vier Gebäude mit vier und fünf Vollgeschossen. 24 Wohnungen würden öffentlich gefördert. Es entstehen 42 Zwei-Zimmer-, sieben Drei-Zimmer- und neun Vier-Zimmer-Wohnungen sowie 56 Tiefgaragenstellplätze sowie 23 oberirdische PKW-Stellplätze. Die Wohnungsgrößen lägen zwischen 50 und 90 Quadratmetern Wohnfläche.

In seinem Grußwort sagte Oberbürgermeister Manfred Schilder: „Memmingen wächst, daher brauchen wir immer mehr Wohnraum. Ich bin stolz und dankbar für dieses Bauwerk, das wir heute mit dem Richtfest feiern können“. Mit dem Aufzug des Richtkranzes und dem traditionellen Richtspruch, vorgetragen von Polier Richard Zeiler, endete der offizielle Teil der Veranstaltung. (jw)

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