Staatsministerin Melanie Huml über Hospiz- und Palliativversorgung

Ausreichende Finanzierung sicherstellen

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Staatsministerin Melanie Huml mit dem Initiator der Veranstaltung MdB Stephan Stracke (links) und MdL Klaus Holetschek.

Ottobeuren - Zu einer Gesprächsrunde über das Thema Hospiz- und Palliativversorgung, trafen sich auf Initiative des Bundestagsabgeordneten und stellvertretenden Vorsitzenden sowie gesundheitspolitischen Sprechers der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag, Stephan Stracke, Ärzte, Vertreter der Hospiz-, Palliativ- sowie Pflegeeinrichtungen mit der Bayerischen Staatsministerin für Gesundheit und Pflege, Melanie Huml, im Seniorenheim „St. Josef“ in Ottobeuren.

Dr. Alexander Lahl, Geschäftsführer der „Liebenau Leben im Alter“, als Hausherr von „St. Josef“ erläuterte den Beginn der Hospiz- und Palliativ Bewegung. „1990 wurde das Thema noch sehr kontrovers diskutiert, insbesondere auch von den Kirchen“, so Dr. Lahl. 2015 schließlich wurde vom Bundestag das Gesetz zur Hospiz- und Palliativ-Bewegung verabschiedet. 

In drei kurzen Impulsreferaten wurden anschließend die betreffenden Themenbereiche vorgestellt. Zum Palliativberatungsdienst „Heim“ sprach Dr. Manfred Nuscheler. Über Palliativ Konsildienst Klinik – Mission impossible – informierte Franz Huber, Vorstand der Kreiskliniken Unterallgäu. Das neue Hospiz- und Palliativgesetz in der stationären Pflegeeinrichtung stellten Dr. Alexander Lahl und Bernd Reik, Regionalleiter Bayern, vor. Laut Dr. Nuscheler, Geschäftsführer des SAPV-Teams Pallium, ÄD Kreiskliniken Unterallgäu, ist bisher zwar viel passiert. Eine entscheidende Säule, beispielsweise wo Menschen nicht unter Palliativ-Bedingungen versterben, bleibe allerdings offen. Der Aufbau eines Palliativberatungsdienstes sei daher wichtig und werde weiter vorangetrieben. Doch bisher sei alles nur spendenbasiert. Ansprechpartner seien hier die Vereine. Hier wolle man als Berater tätig sein und auch Mitarbeiter ausbilden. 

Franz Huber, Vorstand der Kreiskliniken Unterallgäu, der die Palliativ-Versorgung in jedem Falle verbessern möchte, sagte: „Wir sind in unserem Krankenhaus nicht in der Lage einen Stundenpreis für eine patientennah erbrachte Zeit von rund 400 Euro zu tragen, bei einer Kassenvergütung von derzeit 126 Euro.“ Niemand sollte alleine versterben, wenn die Betroffenen eine Begleitung in seelsorgerischer oder psychologischer Art wünschen, sagte hingegen Regionalleiter Bernd Reik von der Altenhilfe der Stiftung Liebenau in seinem Vortrag zum neuen Hospiz- und Palliativgesetz in der stationären Pflegeeinrichtung. „Ich wünsche mir nach der gut funktionierenden Zusammenarbeit mit den Hospizdiensten auch eine Zusammenarbeit mit den Palliativen Diensten“. 

Laut Staatsministerin Huml ist in den letzten Jahren in allen Bereichen einiges getan worden. Bei der Finanzierung hätten wir uns allerdings mehr gewünscht, so die Ministerin. Die Hospiz-Bewegung profitiere derzeit von den vielen Ehrenamtlichen. Palliativ müsse insbesondere von den Krankenkassen aufgenommen werden. „Sterben muss in die Mitte der Gesellschaft gerückt werden“, appellierte MdL Klaus Holetschek. „Das Notwendige muss von der Politik finanziert werden“, forderte auch MdB Stephan Stracke. Einen Antrag auf ausreichende Finanzierung für palliativmedizinische Konsildienste wurde diesbezüglich von MdL Holetschek bei der Bayersischen Staatsregierung bereits eingereicht. Darin moniert der CSU-Politiker unter anderem: „Bisher scheinen Kostenträger dem ausdrücklichen politischen Willen nach einer flächendeckenden Verbesserung der palliativmedizinischen Versorgung, insbesondere in Bezug auf eine ausreichende Finanzierung, noch nicht in ausreichendem Maße nachzukommen“. (jw)

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