Zuschuss bei Neuanschaffung bis zu 20 Prozent

Stadt Memmingen fördert Lasten-Fahrräder

Weißes Lastenfahrrad vor einer Steinmauer
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Die Förderung von Lastenfahrrädern in der Stadt soll noch mehr Verkehr weg vom Kraftfahrzeug hin zum Fahrrad verlagern. Die Förderung kann auch für geeignete Anhänger beantragt werden.

Memmingen - Die Stadt will den innerstädtischen Anteil des Fahrradverkehrs weiter ausbauen und auch den Lastenverkehr, dort wo es möglich ist, auf das Fahrrad verlagern. Klimamanager Mario Hönisch stellte in der jüngsten Sitzung des Finanz- und Hauptausschusses dazu ein Förderkonzept für Lastenräder mit mindestens 40 Kilogramm zulässigem Ladegewicht vor. Bürger, Firmen und Vereine können danach ab 1. Juli einen Antrag auf Förderung der Neuanschaffungskosten stellen.

Voraussetzung dafür ist, dass der Antrag vor der Anschaffung gestellt wird. Die Zuschusshöhe ist je nach Fahrzeugart unterschiedlich geregelt: Ein Elektro-Lastenrad kann bis zu 500 Euro Förderung bringen, ein muskelbetriebenes Lastenrad bis zu 250 Euro und Kinder- oder Lastenanhänger bis zu 100 Euro. Der Zuschuss ist auf maximal 20 Prozent der Anschaffungskosten begrenzt und wird nur gewährt, wenn der Kauf erst nach dem Förderbescheid getätigt wird. Dennoch gilt es dabei schnell zu handeln: Die für das zweite Halbjahr zur Verfügung gestellte Fördergesamtsumme von 10.000 Euro wird nach dem so genannten „Windhund-Prinzip“ vergeben. Wer den Förderantrag zuerst stellt, wird zuerst berücksichtigt. Eine Doppelförderung aus möglichen Bundes- oder Landesmittel ist unzulässig. Die Förderung von Elektro-Lastenrädern wird noch um weitere 50 Euro aufgestockt, wenn der Fahrradkäufer seinen Haushaltsstrom aus einem 100-prozentigen Ökostromvertrag bezieht oder eine eigene Photovoltaikanlage nachweisen kann.

Antrag vor Anschaffung stellen

Wer den Zuschuss bekommt, verpflichtet sich auch, das Lastenfahrrad mindestens 36 Monate lang nicht zu weiter verkaufen und in dieser Zeit seinen Hauptwohnsitz in Memmingen zu belassen. Wer früher verkauft oder wegzieht, muss den Zuschuss anteilig zurückzahlen. Zusätzlich verpflichten sich die Geförderten, ebenfalls drei Jahre lang einen Aufkleber mit der Aufschrift „Gefördert durch die Stadt Memmingen“ gut sichtbar am Lastenfahrrad anzubringen und gegebenenfalls ein Foto davon für Marketingzwecke der Stadt zur Verfügung zu stellen.

Die Förderung wird nur gezahlt, wenn das Lastenrad bei einem Händler aus Memmingen oder den angrenzenden Landkreisen gekauft wird. Ein schriftliches Angebot, das den gleichen Preis wie die spätere Rechnung ausweist ist ebenso nötig. Ein Kauf bei einem Internethändler wird nicht bezuschusst. Je Haushalt kann nur ein Lastenrad gefördert werden. Der Förderantrag muss beim Klimaschutzbeauftragten Mario Hönisch, Stadtverwaltung, Schlossergasse 1, Memmingen gestellt werden. Die Förderung ist abhängig von der Verfügbarkeit der städtischen Mittel und eine freiwillige Leistung der Stadt, die nicht einklagbar ist. Das Konzept gilt zunächst für dieses Jahr und soll, falls es gute Ergenisse hervorbringt, im kommenden Jahr fortgesetzt werden.

Weiterer Beitrag zur Fahrradfreundlichkeit

Das nun vom Ausschuss beschlossene Förderkonzept geht auf einen Antrag der ödp aus dem Jahre 2019 zurück. Damals wurde der der Plan zurückgestellt, bis der neue Klimaschutzbeauftragte bestellt wurde. Die Stadt hatte bereits Anfang Februar diesen Jahres von der „Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen“ (AGFK) in Bayern die Auszeichnung als „fahrradfreundliche Stadt“ bekommen. Sie gehört damit zu den Städten, denen ein besonders großes Engagement fürs Thema Radfahren und die dazu gehörige Infrastruktur attestiert wird. Bisher liegt der Radverkehrsanteil am Straßenverkehr in Memmingen bei etwa 25 Prozent, das liegt deutlich über dem bayerischen Durchschnitt.

Eine Fachkommission des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC) Bayern hatte die Fahhrrad-Lage und die Infrastruktur in Memmingen überprüft und für gut befunden. Dazu gehören unter anderem die vielen auffällig rot markierten Radfahrwege, das neue Fahrrad-Parkhaus am Bahnhof und auch der in Memmingen entwickelte fahrradfreundliche Spezial-Randstein. Die Auszeichnung als „fahrradfreundliche Stadt’“ gilt jetzt bis 2027 und muss dann erneut zertifiziert werden. (to)

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