In Einzelfällen wird geholfen

Stadt Memmingen: Kein pauschaler Verzicht auf Nutzungsgebühren für Vereine

Schild „Vereinsheim wegen Corona bis auf weiteres geschlossen“
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Nach Ansicht von OB Schilder stellt der eklatante Mitgliederschwund in den Vereinen das weitaus größere Problem darstellt als die Finanzen. Deshalb wurde jetzt beschlossen, nicht pauschal auf Gebühren für Vereine zu verzichten.

Memmingen - Im Sommer vergangenen Jahres hatte die CSU-Fraktion im Stadtrat beantragt, Nutzungsgebühren der Sportvereine für städtische Einrichtungen pauschal zu erlassen. Damit sollten finanzielle Härten für die pandemiebedingten Einschränkungen der Vereinstätigkeiten abgefedert werden.

Nach internen Beratungen wurde der Antrag auf alle Memminger Vereine ausgeweitet. Der Finanz- und Hautausschuss des Stadtrates hat in seiner zurückliegenden Sitzung nun jedoch einstimmig beschlossen, keinen pauschalen Erlass anzuwenden, sondern die gesetzlichen Möglichkeiten wohlwollend anzuwenden.

Stadtkämmerer Gunther Füßle erläuterte, dass es seitens der Memminger Vereine bisher keinen Antrag auf eine solche Hilfe gegeben habe. Er betonte, dass die derzeitigen gesetzlichen Regelungen ausreichend Möglichkeiten böten, in Einzelfällen bedürftigen Vereinen entgegenzukommen. Dass es bisher keinen Härtefall-Antrag gegeben habe, erklärte der Kämmerer damit, dass zum einen der bayerische Staat die Vereinspauschale sowohl im vergangenen als auch im laufenden Jahr verdoppelt habe und die Vereine wegen ausgefallener Aktivitäten auch geringere Kosten hätten. Die Vereinspauschale ist eine finanzielle Zuwendung vom Freistaat Bayern zur Förderung des Sportbetriebs. Sie soll den Vereinen Unterstützung in der Bewältigung ihrer vielfältigen Aufgaben einerseits im personellen Bereich, wie zum Beispiel Beschäftigung von Übungsleitern, andererseits im sachlichen Bereich der Bewirtschaftung einschließlich Anmietung notwendiger Räume und Flächen oder Ausstattung mit Sport- und Pflegegeräten gewähren. Für die beiden Jahre 2020 und 2021 wurde die Summe von 200.000 auf 400.000 Euro bayernweit erhöht, so der Stadtkämmerer. Unabhängig davon habe die Stadt bereits auf die Rechnungsstellung der Hälfte der entstandenen Hygienekosten in der Eissporthalle verzichtet.

Oberbürgermeister Manfred Schilder erläuterte, dass „der eklatante Mitgliederschwund in den Vereinen das weitaus größere Problem darstellt als die Finanzen“ und deshalb auch kein pauschaler Erlass beschlossen werden müsse.

Tom Otto

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