Stadtarchivar veröffentlicht Heft "Siegreiche Helden"

Glasfenster im Memminger Rathaus: „Oft bewundert, aber selten verstanden“

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Oberbürgermeister Manfred Schilder (rechts) freute sich über das neue Heft „‚Siegreiche Helden‘. Das ‚Kriegswahrzeichen‘ im Memminger Rathaus“ von Stadtarchivar Christoph Engelhard, das viel Wissenswertes zur Entstehung des Glasbildes im Treppenhaus des Rathaus zusammenfasst.

Memmingen - Stadtarchivar Christoph Engelhard stellte Oberbürgermeister Manfred Schilder das neue Heft „‚Siegreiche Helden‘. Das ‚Kriegswahrzeichen‘ im Memminger Rathaus“ vor. Das Heft gehört der Reihe B „Materialien zur Memminger Stadtgeschichte“ an, die Forschungsergebnisse vermittelt und für die Öffentlichkeit aufbereitet.

Der Rathauschef dankte dem Stadtarchivar für seine gelungene Arbeit und die vielen Informationen zu dem Glasbild im Treppenhaus des Rathauses, „das es wirklich wert ist, dass darüber berichtet wird“. 100 Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkrieges (1914 – 1918) erhält in diesem Heft dieses bemerkenswerte Kunstwerk im Memminger Rathaus eine kurze historische Würdigung seines Entstehens. Im Mai 1918 wurde, wie an anderen Orten des Deutschen Reiches und der Österreichisch-Ungarischen Monarchie auch, in Memmingen das sogenannte Nagelungszeichen eingeweiht, um Geld für Kriegsgeschädigte und die Witwen gefallener Soldaten zu sammeln. 

Die Gestaltung des Glasbildes geht auf seinen Stifter, Magistratsrat Rudolf Neunhoeffer, zurück. Der künstlerische Entwurf stammt von Kunstmaler Ludwig Eckl, einem Angehörigen des Ersatzbataillons des Dritten Reserve-Infanterie-Regiments. Abgebildet ist ein berittener Offizier des Regiments, umringt von zahlreichen seiner ihm unterstellten Soldaten. Im Hintergrund steht das gerade durchschrittene Ulmer Tor. Auf beiden Seiten der Straße wehen deutsche und bayerische Fahnen. Damit sticht das Memminger „Kriegswahrzeichen“ aus den vielen in Deutschland und Österreich erhaltenen Denkmälern heraus, wird dort doch die siegreiche Rückkehr des in Memmingen stationierten königlich-bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments Nr. 3 dargestellt. 

Die Geschichte des Weltkrieges nahm jedoch einen anderen Verlauf. Nach Revolution und Waffenstillstand kehrte am 1. Dezember 1918 ein Regiment ohne den erwarteten Sieg, aber gezeichnet von den starken Verlusten der letzten Kriegsmonate, nach Memmingen zurück. „Die Enttäuschung darüber, dass der abgebildete Sieg nicht eintrat, war groß, auch wenn die Freude über die Rückkehr der verbliebenen Soldaten schier grenzenlos war. Bis heute weiß man aber nicht genau, wie man über das Bild sprechen soll“, erläuterte Engelhard. „Es wird oft bewundert, aber selten verstanden.“ Um diesem Umstand Abhilfe zu leisten, trug der Stadtarchivar aus verschiedensten Quellen die Informationen zusammen, um das Bild und dessen Entstehung für die Bürgerinnen und Bürger verständlich zu machen. Das Heft liegt im Stadtarchiv gratis zur Mitnahme bereit.(MK)

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