„Das kommt aus heiterem Himmel“

Stadträtin Sabine Rogg wechselt vom CRB zur CSU

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Sowohl für die CRB-Fraktion, der Sabine Rogg seit elf Jahren als Stadträtin angehört, wie auch für die CSU-Fraktion, zu der sie nun wechseln will, kam die Ankündigung der 51-Jährigen völig überraschend.

Memmingen - Stadträtin Sabine Rogg verlässt den Christlichen Rathausblock (CRB) und gibt ihren Wechsel zur CSU bekannt. Rogg will ihre Mitgliedschaft im (CRB) zum 1. März aufgeben und sich künftig der CSU anschließen.

Seit rund 15 Jahren war der Christliche Rathausblock ihre politische Heimat. Seit elf Jahren sitzt sie für ihn im Stadtrat und war zuletzt stellvertretende Fraktionsvorsitzende. Nun schließt sie dieses Kapitel ab und orientiert sich neu. „Ich werde mich auch weiterhin mit großer Leidenschaft für die Belange der Memminger Bürgerschaft einsetzen“, so die 51-jährige Stadträtin Rogg. 

„Der Wechsel kommt für uns aus absolut heiterem Himmel“, betonte CRB-Fraktionschef Wolfgang Courage auf Nachfrage. „Wir sind sprachlos! Erst vor wenigen Tagen haben wir davon erfahren. Es gab weder persönlichen Streit noch unüberbrückbare politische Differenzen. Auch wenn unter vorgehaltener Hand bei so aktuellen Themen wie Klinikenfusion oder Bäderfrage durchaus Unterschiede in der persönlichen Einschätzung erkennbar waren. Es ist für uns extrem schmerzlich und wirft einige Fragen auf, die zu klären sind“, so Fraktionschef Courage in einem Gespräch mit unserer Zeitung. 

„Es war ein schleichender Prozess der Entfremdung“, äußerte sich hingegen Sabine Rogg zu dem Vorgang. „Es ist mir sehr schwer gefallen, diesen Schritt zu gehen. Wir haben uns ganz einfach auseinandergelebt“, so die Stadträtin. „Auch lag es zunehmend am Politikstil, der mich in meinem Vorhaben bestärkte. Dabei sah ich für mich nur drei Optionen, unter denen eine Trennung einigermaßen möglich ist und ich mich entscheiden konnte: entweder stumm bleiben, ganz aufhören oder wechseln. Ich habe mich schließlich für den Wechsel entschieden, nachdem ich beim CRB für mich keine Perspektive mehr gesehen habe.“ Und zwar auch zum jetzigen Zeitpunkt, weil Rogg im Hinblick auf die nächste Kommunalwahl 2020 „einen sauberen Schnitt“ machen wollte. Bei der letzten Kommunalwahl hatte sie 5.000 Stimmen erhalten. 

Nach ihrem Weggang schrumpft die CRB-Fraktion im Stadtrat und hat nur noch fünf Sitze, während die CSU ihren Anteil auf 13 Sitze aufstocken kann. Auf die Frage, warum sie gerade ins CSU-Lager wechselt, sagte Rogg: „Ich war schon immer etwas CSU-affin eingestellt und will mich jetzt offen dazu bekennen.“ Die Vertreter der CSU zeigten sich über den anstehenden Wechsel der „profilierten Kollegin“ äußerst erfreut. Ein Fraktionswechsel sei politisch durchaus machbar und immer möglich, ziehe allerdings Veränderungen in den Senaten und Ausschüssen nach sich. Welche Themenfelder Rogg hier künftig besetzen wird, will die Stadtverwaltung in der März-Sitzung des Parlaments entscheiden. (jw)

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