Stadtrat beschließt Lichtmasterplan

Memminger Altstadt soll in neuem Licht erstrahlen

Mit dem nun beschlossenen Lichtmasterplan soll die Memminger Altstadt bald in neuem Licht erstrahlen.
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Mit dem nun beschlossenen Lichtmasterplan soll die Memminger Altstadt bald in neuem Licht erstrahlen.

Memmingen - Eine einheitliche Leuchtenfamilie, erhebliche Einsparungen sowie die Reduktion von CO2-Emissionen: In der Plenumssitzung vom 25. Mai beschloss der Stadtrat einstimmig die Umsetzung des erarbeiteten Lichtmasterplans.

Seit März 2019 hat das Büro licht | raum | stadt planung aus Wuppertal, in Kooperation mit dem Stadtplanungsamt und dem Tiefbauamt, den Lichtmasterplan ausgearbeitet. Im Rahmen der Untersuchungen fanden mit einem Nachtspaziergang (11. April 2019), einer Bürgerwerkstatt (9. Oktober 2019) und mit dem „Memminger Altstadt Leuchten“ (11. Oktober 2019) verschiedene Formate der Bürgerbeteiligung statt. Die Anregungen und Wünsche der Bürgerschaft wurden in der Planung berücksichtigt.

Optisches Zusammenspiel

Dipl.-Ing. Uwe Knappschneider von licht | raum | stadt planung stellte am vergangenen Montag in der zum Sitzungssaal umfunktionierten Stadthalle das konkrete Maßnahmenkonzept vor. Ein Kriterium, das hierbei einfloss, war die integrierte Betrachtung der drei Lichtarten - Funktionallicht, Akzentlicht und kommerzielles Licht - im Zusammenspiel der städtebaulichen Wirkung. Geplant ist, die Beleuchtung an zentralen Orten wie beispielsweise der Grimmelschanze, dem Platz der Deutschen Einheit oder dem Marktplatz zu erneuern beziehungsweise auszutauschen. Neu hinzukommen soll eine Akzentbeleuchtung an ortsbildprägenden Fassaden, beispielsweise von Kramerzunft, Fuggerbau oder Hermansbau. Auch die historischen Befestigungsanlagen - Stadtmauer, Stadttore und Türme - sollen angestrahlt werden. Geplant ist zudem eine Lichtinszenierung des Stadtbachs im Bereich zwischen Marktplatz und Frauenkirchplatz.

Ebenfalls erneuert werden soll die Beleuchtung der Radwege entlang des Altstadtrings. Ein neues Licht- und Farbkonzept soll es auch für die Tiefgarage „Stadthalle“ sowie verschiedene Parkhäuser geben. Entsprechend dem Lichtmasterplan soll in der gesamten Altstadt sukzessive eine einheitliche Leuchtenfamilie etabliert werden, erklärte der Lichtplaner. Als Leuchtenfamilie empfahl er den Einbau neuer Mast- und Pendelleuchten für den Altstadtring. In den Straßen und Gassen der Altstadt sollen ähnliche Leuchten zum Einsatz kommen. Dem historischen Stadtbild entsprechend, sieht der Lichtmasterplan historisierte Wandleuchten mit neuer Technik vor.

Steigerung der Energieeffizienz

Bei der Erneuerung der Beleuchtung spielen ökologische, wahrnehmungsphysiologische, sicherheitstechnische und atmosphärische Aspekte eine wichtige Rolle, erklärte Knappschneider. Dazu zählen unter anderem die nächtliche Akzentuierung des Stadtbildes, die Schaffung von Orientierung und Vermeidung von Angsträumen, eine erhebliche Minimierung des Streulichtanteils, die Vermeidung von Lichtverschmutzung sowie die Steigerung der Energieeffizienz und CO²-Einsparung.

Durch eine flächendeckende Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED-Leuchten seien Einsparungen bei Energieverbrauch und Energiekosten sowie bei den Kohlendioxid-Emissionen in Höhe von 50 Prozent zu erwarten, erläuterte Knappschneider. Unter Einbeziehung des Energieverbrauchs für die zum großen Teil neue geplante Akzentbeleuchtung bleibe immer noch ein Energieeinsparpotenzial von 30 Prozent gegenüber der heutigen Situation. Zur Steigerung der Energieeffizienz zähle auch der Ausbau eines Steuerungssystems, mit dem die Beleuchtungsanlagen zeitgesteuert in Teillastbetrieb gefahren werden könnten, führte Knappschneider aus.

Ins richtige Licht gerückt

Kommerzielles Licht, beispielsweise durch eine abgestimmte Steuerung des Schaufenster- und Werbelichtes, sei ein wichtiger Part für die Attraktivität der Innenstadt. Um eine für Memmingen optimale Regelung finden zu können, empfahl der Lichtplaner, die Aufstellung einer „Satzung Licht“, in der kommerzielles Licht unterschiedlich starken Einschränkungen unterliege. Darin sollten unter anderem die Begrenzung der Größe, Anbringungsart und Leuchtdichte der leuchtenden Werbefläche festgelegt sowie Materialität, Lichtfarbe und Farbtemperatur abgestimmt werden. Was das Thema Schaufenster- und Werbelicht betreffe, seien im Frühjahr 2021 Infoveranstaltungen und Gespräche mit dem Memminger Einzelhandel vorgesehen Die Resonanz bei den Händlern sei in der Regel positiv, berichtete Knappschneider von Erfahrungen aus anderen Städten. Weitere Informationen zum Lichtmasterplan gibt es unter www.zukunft-altstadt.memmingen.de.

Einstimmige Entscheidung

Der einstimmige Stadtratsbeschluss im Wortlaut: „Das Plenum des Stadtrats beschließt den Lichtmasterplan Memmingen. Die Verwaltung wird beauftragt, gemäß der Liste mit den Pilotprojekten die Maßnahmen einzeln vorzubereiten und dem Bau-, Planungs- und Umweltausschuss jeweils zur Kenntnis oder zur Entscheidung vorzulegen. Die Umsetzung erfolgt vorbehaltlich der vorhandenen Haushaltsmittel.“ (mb)

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