Stadtverwaltung stellt Variationen für Umgehungsstraße vor

Steinheim: Durchgangsverkehr deutlich reduzieren

Nördlich der neuen Feuerwache in Amendingen soll die Umgehungsstraße Steinheim von der Donaustraße abgehen.
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Nördlich der neuen Feuerwache in Amendingen soll die Umgehungsstraße Steinheim von der Donaustraße abgehen.

Memmingen – Wo soll die dringend geforderte Umgehungsstraße Steinheim verlaufen? Zu diesem Thema präsentierte die Stadtverwaltung zusammen mit Claudia Zimmermann vom Ingenieurbüro Brenner Bernard in der jüngsten Stadtratssitzung mehrere Variationen.

Um den starken Durchgangsverkehr im Stadtteil Steinheim zu reduzieren (derzeit etwa 13.000 Fahrzeuge täglich) und um die Ortsmitte besser entwickeln zu können will man eine Umgehungsstraße im Westen des Stadtteils bauen. Eine Planung im Osten von Steinheim entlang der Bahnlinie wurde auf Nachfrage von Gottfried Voigt nicht in Betracht gezogen, um die Landschaft, die sich bereits zu einem Naherholungsgebiet entwickelt habe, nicht zu zerstören, erläuterte Uwe Weißfloch vom Stadtplanungsamt.

Unter Berücksichtigung der Entwicklung von zukünftig wachsendem Wohnbau und Industrie bis 2040 wurden drei Varianten mit zwei Untervarianten entworfen und den Stadträten zur Diskussion gestellt, ohne jedoch jetzt schon einen konkreten Beschluss zu fassen. Gemeinsam haben alle Variationen, dass sie nördlich der neuen Amendinger Feuerwache nach links in westliche Richtung abbiegen.

Die Variante 1 sieht eine komplette Umfahrung von der Donaustraße bis zum Knotenpunkt Europastraße/Heimertinger Straße vor. Variante 2a geht von der Donaustraße zum Kreisverkehr Egelsee, Variante 2b sieht eine Weiterführung zur B 312 vor. In der Variante 4a geht die Verbindung von der Donaustraße zum Unteren Buxheimer Weg und 4b sieht noch eine Weiterführung zur B312 vor.

Die Stadtverwaltung sprach sich für die Variation 2b aus, da sie die gleiche Entlastungswirkung verspreche wie die lange Variante, die Eingriffe aber deutlich geringer sind. Laut Weißfloch hat man schon mit dem Stadtteilreferenten und dem Bürgerausschuss gesprochen und werde im nächsten Schritt die Varianten am 16. September der Steinheimer Bürgerschaft bei einer Informationsveranstaltung präsentieren und zur Diskussion stellen. Danach werde man wieder ins Plenum gehen und versuchen, bis Ende des Jahres einen Beschluss hinzubekommen.

Prof. Dr. Dieter Buchberger (Grüne) bemängelte in der anschließenden Diskussion, dass frühere Beschlüsse des Stadtrates wie die Reduzierung des Kfz-Verkehrs um zwei Prozent, die Verwirklichung des Regio-S-Bahn-Konzepts mit mehreren Haltestellen in Richtung Ulm, der Beschluss, den Radverkehr von 25 auf 30 Prozent zu erhöhen und das Stadtbuskonzept mit einem 30-Minuten-Takt in den Planungen nicht berücksichtigt worden seien. Eigentlich sollte sich der Modal-Split im Bereich Autoverkehr von 43 auf 30 Prozent verringern. Durch den Druck von Bundesregierung und EU müsse man Alternativen für Pendler schaffen und man stehe vor einem Systemumbruch, an dem die bisherigen Modelle des Individualverkehrs versagen, so Buchberger.

Der Steinheimer Stadtteilreferent Gerhard Neukamm bezeichnete es als „scheinbar unstrittig“, dass in Steinheim etwas passieren muss. Bei den verschiedenen Varianten müsse man allerdings bedenken, was machbar ist. Die Variante 2a sei nur sinnvoll, wenn man die Durchfahrt durch Steinheim unattraktiv mache. Neukamm gab auch zu bedenken, dass die Durchschneidung von Grundstücken für eine Umfahrung nicht ganz einfach sei. Der Stadtteilreferent warf weiter ein, dass durch eine Verbreiterung der Europastraße auf sechs Spuren eine Umfahrung eventuell gar nicht nötig wäre. Auch dürfe man die Anbindung an die A7 nicht vergessen, gerade im Hinblick auf die Entwicklung der Industriegebiete in Buxheim.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Matthias Ressler stimmte Weißfloch zu und hält eine Streckenführung im Osten Steinheims ebenfalls aus ökologischen Gründen nicht für sinnvoll. Weiter sei eine Ortsmitte für die gesellschaftliche Entwicklung enorm wichtig und die Vorschläge des Bürgerausschusses gehen seiner Meinung nach in die richtige Richtung. Die SPD wolle die Ortsteile stärken und sehe sie nicht als reine „Schlafstätten“. (ew)

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