Wie Umnutzung gelingen kann

Steinheim: Vortrag zum Thema Dorfentwicklung im Gemeindehaus

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Diplom-Architekt und Planer Prof. Dr. Stefan Rettich, Architekt Helmut Stahl und Professor Dr. Marina Klärle vom Planungsbüro Klärle GmbH (von links).

MM-Steinheim - Im Rahmen der Integrierten Stadtentwicklung (ISEK) zeigten Planer und Architekten im Gespräch mit Steinheimer Bürger unter dem Motto „Höfe – Umnutzung – Neues Wohnen“ Möglichkeiten auf, wie durch Umbau und Umwandlung alter und bestehender Gehöfte neue Wohn- und Aufenthaltsmöglichkeiten geschaffen werden könnten.

Steinheim ist neben dem Memminger Osten der erste Stadtteil, in dem das ISEK-Verfahren durchgeführt wird. Seit Juni 2018 beschäftigt sich ein Planerteam im Rahmen der so genannten „Vorbereitenden Untersuchung“ damit, den Stadtteil unter die Lupe zu nehmen. In einer Bürgerwerkstatt diskutierten im Oktober vergangenen Jahres Steinheimer Bürger erstmals, wie sie künftig leben wollen. Zum Thema Gegenwart und Zukunft startete im Oktober dann eine Befragung aller Bürger, an der annähernd 400 Haushalte beteiligt waren. Im Februar 2019 schließlich wurden die Ergebnisse der Bürgerwerkstatt als auch der Befragung sowie die Erkenntnisse des Expertenteams im Rathaus der Öffentlichkeit vorgestellt.

 Bei einem Vortrag unter dem Motto „Steinheimer Diskussionen“ im Gemeindehaus stellten nun Professor Dr. Martina Klärle vom Planungsbüro Klärle, Gesellschaft für Landmanagement und Umwelt mbH, und Architekt Helmut Stahl vom Büro Stahl-Lehmann Architekten, Beispiele gelungener Umnutzungen durch Umbau und Möglichkeiten neuer Wohnideen vor, die auch für Steinheim interessant und machbar wären. „Große Hofstellen sind ein Problem“ bekundete dabei Moderator, Stadtplaner und Professor Dipl. Architekt, Stefan Rettich. Professor Dr. Martina Klärle zeigte dagegen auf welche Möglichkeiten bestehen, leer stehende und ungenutzte Höfe durch Umbau und Umnutzung für Wohnzwecke oder kommerzielle Ideen wieder attraktiv und für die Bürger nutzbar zu machen. Es gebe in Steinheim noch viele Höfe, aber nur wenige die wirtschaftlich betrieben würden, so ihre Feststellung. Vom Dorfladen mit kleinem Café über Fitnessstudio, Jugendscheune, Mitmachhof für Kinder bis zum Wohnprojekt sei vieles vorstellbar. Landwirte könnten so für sich ein zweites Standbein aufbauen. Wer mitmache, könne dafür wohl auch Fördergelder beanspruchen. 

An zwei Beispielen zeigten die Planer auf was möglich und machbar ist, wenn man sich mit dem Thema intensiv auseinandersetze. „Aus einer ehemaligen Hofstelle wurde ein Bauernhof mit Plus-Energie“, betonte Professor Dr. Martina Kläre und stellte anhand von Filmmaterial den umgebauten, 200 Jahren alten Plusenergiehof mit Hebammenpraxis, Mehrgenerationenwohnen, Tagungsräumen und Büros in Weikdersheim als gelunges Beispiel eines Umbaus mit Umnutzung vor. Ein zweites Beispiel zeigte Architekt Helmut Stahl mit dem Projekt „Seniorenwohnen am Schlossberg in Reichenberg/Bayern“. Aufgezeigt wurde hier der Umbau eines bäuerlichen Anwesens zur Wohnanlage mit selbstverwaltenden Wohngemeinschaften. 

Die gezeigten Projekte fanden durchaus Gefallen und regten die Fantasie der Besucher für eigene Aktivitäten an. Konkrete Maßnahmen in Steinheim sollen aber erst bei einer weiteren Zusammenkunft erörtert und ausgelotet werden. (jw)

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