Verein „Stolpersteine in Memmingen“ gegründet

Den Toten ihren Namen zurückgeben

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Stolpersteine - in Berlin verlegt.

Memmingen - Am 27. Juni 2013 fand die Gründungsversammlung des Vereins »Stolpersteine in Memmingen« statt. Zunächst stellte Herbert Diefenthaler den zahlreichen Versammelten das Projekt des Künstlers Gunter Demnig vor, mit dem an das Schicksal der Menschen erinnert werden soll, die im Nationalsozialismus ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden.

Bei den »Stolpersteinen« handelt es sich um kubische Betonsteine mit einer Kantenlänge von zehn Zentimetern, die auf einer Seite eine Messingplatte besitzen, in welche die Namen und weitere Daten des Opfers eingraviert sind. Diese werden vor den letzten frei gewählten Wohnhäusern der Opfer niveaugleich in das Pflaster des Gehweges eingelassen. In 750 Städten und Gemeinden (davon 650 in Deutschland) seien bisher über 35.000 Steine gesetzt worden, so Diefenthaler. Damit seien den Opfern, die im Konzentrationslager zu namenlosen Nummern gemacht wurden, ihre Namen zurückgegeben worden. Der Name »Stolperstein« bedeute ein „Aufmerksam-Werden“, so wie es einmal ein Schüler ausgedrückt habe, der – nach der Stolpergefahr gefragt – antwortete: »Nein, nein, man stolpert nicht und fällt nicht hin. Man stolpert mit dem Kopf und mit dem Herzen.« Im Anschluss an Herbert Diefenthalers Ausführungen wurde einstimmig Rolf Kleidermann zum Versammlungsleiter gewählt. Er leitete umsichtig die engagierte Diskussion über die Satzung des Vereins, die von den Anwesenden einstimmig angenommen wurde. Die anschließenden Vorstandswahlen – geleitet von Michael Trieb – brachten folgendes Ergebnis: Zum ersten Vorsitzenden wurde Helmut Wolfseher gewählt, sein Stellvertreter wurde Herbert Diefenthaler. Schriftführerin wurde Sylvana Beinemann und Kassiererin Andrea Wanner. Schließlich wurden noch Rolf Spitz und Dr. Hans-Martin Steiger zu Beisitzern gewählt. Abschließend betonte Helmut Wolfseher, dass es nun darum gehe, möglichst viele Unterstützer zu finden und Spenden für das Gedenkprojekt zu sammeln. (MK)

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